Kann eine endoskopische Therapie große Zwerchfellbrüche mit schwerem Sodbrennen behandeln?
Viele Menschen leiden unter Sodbrennen, das oft durch einen Zwerchfellbruch (Hiatushernie, HH) verursacht wird. Besonders große Brüche (≥3 cm) können das Problem verschlimmern und die Behandlung erschweren. Während es bereits endoskopische Therapien für kleine Brüche (≤2 cm) gibt, fehlen wirksame Methoden für größere Brüche. Eine neue Technik, die Hiatushernie-endoskopische Submukosadissektion (HH-ESD), könnte hier Abhilfe schaffen. Aber wie funktioniert sie, und ist sie sicher?
Diese Studie wurde an den Universitätskliniken in der Inneren Mongolei durchgeführt und von der Ethikkommission genehmigt. Sie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von HH-ESD bei Patienten mit großen Zwerchfellbrüchen und schwerem Sodbrennen, das auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprach.
Wer nahm an der Studie teil?
Die Studie umfasste Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren, die trotz täglicher Einnahme von Magensäureblockern (Protonenpumpenhemmer, PPI) weiterhin unter Sodbrennen und saurem Aufstoßen litten. Alle Teilnehmer hatten einen großen Zwerchfellbruch (≥3 cm), der durch eine Magenspiegelung, Röntgenaufnahmen und eine Druckmessung der Speiseröhre bestätigt wurde. Zusätzlich zeigte eine 24-Stunden-pH-Messung, dass der Säuregehalt in der Speiseröhre deutlich erhöht war. Patienten, die bereits eine Operation im Bereich des Mageneingangs hatten oder unter Bewegungsstörungen der Speiseröhre litten, wurden ausgeschlossen.
Wie wurde die Behandlung durchgeführt?
Zwischen Dezember 2018 und Dezember 2019 wurden 14 Patienten mit HH-ESD behandelt. Vor der Operation wurden verschiedene Tests durchgeführt, darunter eine Bewertung der Lebensqualität, eine Magenspiegelung zur Beurteilung der Entzündung der Speiseröhre, Röntgenaufnahmen, eine 24-Stunden-pH-Messung, eine Druckmessung der Speiseröhre und eine nuklearmedizinische Untersuchung. Diese Tests wurden sechs Monate nach der Behandlung wiederholt.
Die HH-ESD-Prozedur begann mit einer routinemäßigen Magenspiegelung, um die Schleimhautschäden, die Weite des Mageneingangs und die Größe des Bruchs zu beurteilen. Nach der Markierung des zu entfernenden Bereichs wurde eine Vollnarkose eingeleitet. Anschließend wurde Methylenblau in die Schleimhaut injiziert, um den Bereich anzuheben. Mit einem speziellen Messer wurde ein Schnitt um den Bereich gemacht, gefolgt von der Entfernung der Schleimhaut. Dabei wurde darauf geachtet, nicht zu viel Gewebe zu entfernen, um eine Verengung nach der Operation zu vermeiden. Blutungen wurden gestillt, und das entfernte Gewebe wurde zur pathologischen Untersuchung geschickt.
Was waren die Ergebnisse?
Sechs Monate nach der Behandlung zeigten alle Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome. Die Entzündung der Speiseröhre war bei allen 14 Patienten zurückgegangen. Röntgenaufnahmen zeigten, dass der Brei (Barium) problemlos durch die Speiseröhre floss, ohne Anzeichen von Verengungen oder Blockaden.
Es gab keine schwerwiegenden Komplikationen während der Operation. Nach der Behandlung traten bei einem Patienten (7,1%) verzögerte Blutungen auf, und sieben Patienten (50,0%) litten vorübergehend unter Schluckbeschwerden. Bei sechs dieser Patienten verschwanden die Beschwerden innerhalb von drei Monaten. Zwölf Patienten (85,7%) konnten sechs Monate nach der Behandlung die Einnahme von Magensäureblockern vollständig einstellen.
Was verursacht Schluckbeschwerden nach der Behandlung?
Schluckbeschwerden wurden als Hauptkomplikation identifiziert. Die Studie nannte vier mögliche Ursachen: (1) die normale Heilung des Gewebes, (2) das Ausmaß der Gewebeentfernung, (3) die Reizung durch Säure und (4) individuelle Reaktionen auf die Behandlung. Es wurde festgestellt, dass eine kreisförmige Entfernung von Gewebe das Risiko für Verengungen erhöht und dass ein paraösophagealer Bruch (ein Bruch neben der Speiseröhre) die Wirkung der Behandlung schwächen kann.
Wie unterscheidet sich HH-ESD von anderen Methoden?
Die Studie verglich HH-ESD mit der Anti-Reflux-Schleimhautentfernung (ARMS). Beide Methoden zielen darauf ab, das Sodbrennen zu lindern, aber sie unterscheiden sich in ihren Anwendungsbereichen und Techniken. ARMS wird bei kleinen Brüchen (≤2 cm) eingesetzt, während HH-ESD für größere Brüche (≥3 cm) geeignet ist. ARMS verwendet eine einfachere Schleimhautentfernung, während HH-ESD eine komplexere Technik erfordert, bei der auch ein Teil der Schleimhaut des Bruchsacks entfernt wird.
Was sind die Grenzen der Methode?
Ein Nachteil von HH-ESD ist, dass sie viel Erfahrung des behandelnden Arztes erfordert. Die Technik ist schwieriger und zeitaufwendiger als andere endoskopische Verfahren. Dennoch zeigte die Studie, dass HH-ESD eine sichere und machbare Option für die Behandlung von großen Zwerchfellbrüchen mit schwerem Sodbrennen ist.
Die Studie wurde vom Forschungsförderungsprogramm der Inneren Mongolei unterstützt. Die Autoren erklärten keine Interessenkonflikte.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001838