Adenoidzystisches Karzinom in der Schilddrüse: Seltene Metastasen und ihre Erkennung

Adenoidzystisches Karzinom in der Schilddrüse: Seltene Metastasen und ihre Erkennung

Haben Sie schon einmal von einem seltenen Krebs gehört, der sich langsam ausbreitet, aber schwer zu erkennen ist? Das adenoidzystische Karzinom (ACC) ist ein solcher Tumor. Er tritt meist in den Speicheldrüsen auf, kann aber auch in andere Körperteile streuen. Besonders ungewöhnlich ist es, wenn dieser Krebs in die Schilddrüse wandert. Wie kann man solche Metastasen frühzeitig erkennen? Dieser Artikel erklärt, wie moderne Ultraschalltechniken dabei helfen können.

Was ist ein adenoidzystisches Karzinom?

Das adenoidzystische Karzinom (ACC) ist eine seltene Krebsart. Es macht etwa 1 % aller Tumore im Kopf- und Halsbereich aus. Meistens entsteht es in den großen oder kleinen Speicheldrüsen. ACC wächst langsam, kehrt aber oft zurück und streut spät in andere Organe. Häufige Orte für Metastasen sind die Lunge, Knochen, das Gehirn und die Leber. Die Schilddrüse ist dagegen ein seltener Ort für solche Streuungen.

Ein Fallbeispiel: ACC in der Schilddrüse

Eine 42-jährige Frau hatte vor zwei Jahren ein ACC in der linken Unterkieferspeicheldrüse. Sie wurde operiert und erhielt Bestrahlung sowie Chemotherapie. Fünf Monate vor der aktuellen Untersuchung bemerkte sie eine harte, schmerzlose Schwellung am linken Hals. Diese bewegte sich nicht beim Schlucken.

Eine Computertomographie (CT) zeigte Gewebeveränderungen im Halsbereich und Lungenmetastasen. In der Schilddrüse wurden zwei unklare Herde entdeckt.

Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Die Schilddrüsen-Ultraschalluntersuchung zeigte zwei knotige Veränderungen. Diese waren gleichmäßig dunkel (hypoechogen), oval, gut abgegrenzt und breiter als hoch. Es gab keine Verkalkungen, und die Durchblutung war gering. Die Knoten waren 0,7 cm und 0,8 cm groß.

Weitere Untersuchungen mit Kontrastmittel-Ultraschall und Elastographie (SWE) ergaben, dass die Knoten weniger durchblutet und mittelhart bis hart waren. Die Elastographie-Werte lagen deutlich über denen von gutartigen Schilddrüsenknoten.

Diagnose und Behandlung

Nach der Ultraschalluntersuchung wurde eine Feinnadelpunktion durchgeführt. Die Zelluntersuchung bestätigte das ACC. Die Patientin wurde operiert, und die Schilddrüse sowie befallene Lymphknoten wurden entfernt. Die Gewebeuntersuchung zeigte, dass alle Knoten Metastasen des ACC waren.

Warum ist die Erkennung so schwierig?

ACC-Metastasen in der Schilddrüse sind selten. Meistens entstehen bösartige Schilddrüsenknoten aus Schilddrüsengewebe. Metastasen anderer Krebsarten in der Schilddrüse machen nur 1,4 % bis 3 % aller Schilddrüsenkrebsfälle aus.

In diesem Fall sahen die Knoten im normalen Ultraschall wie gutartige Veränderungen aus. Erst die Elastographie und der Kontrastmittel-Ultraschall zeigten, dass es sich um bösartige Knoten handelte.

Die Rolle der modernen Ultraschalltechniken

Die Kombination aus Elastographie und Kontrastmittel-Ultraschall kann wichtige Hinweise liefern. Diese Methoden ergänzen die CT-Untersuchung und helfen, seltene Metastasen in der Schilddrüse zu erkennen.

Fazit

Das adenoidzystische Karzinom ist ein seltener, aber schwer zu erkennender Krebs. Wenn er in die Schilddrüse streut, ist die Diagnose besonders schwierig. Moderne Ultraschalltechniken wie Elastographie und Kontrastmittel-Ultraschall können dabei helfen, solche Metastasen frühzeitig zu erkennen.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000033

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