Warum können manche Männer nicht lange im Bett durchhalten?

Warum können manche Männer nicht lange im Bett durchhalten? Moderne Lösungen für vorzeitige Ejakulation

Stellen Sie sich vor, Sie fühlen sich jedes Mal ängstlich, wenn Sie intim werden. Für Millionen von Männern ist es nicht nur peinlich, zu schnell zu kommen – es belastet Beziehungen und zerstört das Selbstvertrauen. Vorzeitige Ejakulation (PE) betrifft etwa jeden vierten Mann weltweit. Was sind die Ursachen, und kann die Wissenschaft helfen? Lassen Sie uns untersuchen, was Experten wissen.


Was genau ist vorzeitige Ejakulation?

Ärzte definieren PE unterschiedlich, aber die meisten sind sich über drei Schlüsselmerkmale einig:

  1. Die Ejakulation erfolgt innerhalb von 1-2 Minuten nach dem Eindringen (gemessen als „IELT“, oder die Zeit vom Eindringen bis zum Höhepunkt).
  2. Der Mann hat das Gefühl, wenig oder keine Kontrolle darüber zu haben.
  3. Das Problem verursacht Stress für ihn, seinen Partner oder beide.

Es gibt vier Arten von PE:

  • Lebenslange PE: Beginnt mit den ersten sexuellen Erfahrungen eines Mannes.
  • Erworbene PE: Entwickelt sich nach Jahren normaler Dauer.
  • Natürlich variable PE: Gelegentliche frühe Höhepunkte (normal für die meisten Männer).
  • Subjektive PE: Fühlt sich zu schnell an, auch wenn die Dauer durchschnittlich ist.

Wie funktioniert die Ejakulation?

Die Ejakulation ist ein zweiteiliger Prozess. Zuerst senden Nerven im Penis Signale an die Wirbelsäule. Diese Signale lösen Muskelkontraktionen aus, die das Sperma ausstoßen. Das Gehirn spielt ebenfalls eine Rolle, indem es Chemikalien wie Serotonin, Dopamin und Oxytocin freisetzt. Niedrige Serotoninspiegel können beispielsweise die Ejakulation beschleunigen.


Warum passiert es?

Es gibt keine einzige Ursache, die auf alle Fälle zutrifft. Genetik könnte eine Rolle spielen – einige Männer erben Gene, die das Serotonin beeinflussen. Andere Faktoren sind:

  • Angst oder Depression.
  • Erektile Dysfunktion.
  • Hormonelle Ungleichgewichte (wie Schilddrüsenprobleme).
  • Entzündungen in der Prostata.

Behandlungsmöglichkeiten: Pillen, Cremes und Operationen

Es gibt keine universelle Heilung, aber diese Ansätze helfen vielen Männern:

1. Verhaltenstechniken

  • Stop-Start-Methode: Unterbrechen der Stimulation, wenn die Erregung ihren Höhepunkt erreicht.
  • Squeeze-Technik: Drücken der Penisbasis, um den Höhepunkt zu verzögern.
    Während diese Techniken das Selbstvertrauen stärken können, zeigen Studien, dass ihre Kombination mit Medikamenten besser wirkt.

2. Medikamente

  • SSRIs (Stimmungsmedikamente): Medikamente wie Dapoxetin (Priligy) erhöhen den Serotoninspiegel. Wenn sie 1-3 Stunden vor dem Sex eingenommen werden, verzögern sie die Ejakulation bei 60% der Männer. Nebenwirkungen können Übelkeit oder Schwindel sein.
  • Betäubungscremes: Gele wie TEMPE reduzieren die Empfindlichkeit des Penis. Partner können leichte Taubheit spüren, daher ist es wichtig, die Creme vor dem Sex abzuwaschen.
  • Schmerzmittel: Tramadol, ein mildes Opioid, kann den Höhepunkt verzögern, birgt jedoch das Risiko der Abhängigkeit.
  • ED-Pillen: Medikamente wie Tadalafil (Cialis) helfen Männern mit sowohl PE als auch Erektionsproblemen.

3. Operationen (selten und umstritten)
Bei schweren, unbehandelbaren Fällen können Ärzte vorschlagen:

  • Nervenoperation: Durchtrennung von Penisnerven, um die Empfindlichkeit zu reduzieren. Risiken umfassen dauerhafte Taubheit.
  • Füllstoffinjektionen: Hyaluronsäuregel verdickt die Penisspitze und schafft eine „Pufferzone“ gegen Stimulation. Die Ergebnisse verblassen nach 6-12 Monaten.
    Die meisten Experten warnen vor Operationen aufgrund begrenzter Beweise für langfristige Sicherheit.

Was hilft nicht?

Mythen über PE gibt es viele. Alkohol, betäubende Kondome oder pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel helfen selten. Eine „Heilung“ der PE über Nacht ist unrealistisch – Fortschritte dauern oft Wochen oder Monate.


Die Zukunft der PE-Behandlung

Forscher testen neue Medikamente, die gezielt Gehirnchemikalien beeinflussen, ohne Nebenwirkungen zu verursachen. Nicht-invasive Geräte, wie Penisringe mit Vibrationstherapie, befinden sich ebenfalls in der Erprobung. Derzeit bleibt die offene Kommunikation mit einem Arzt der beste erste Schritt.


Nur zu Bildungszwecken.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000433

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