Wie wird COVID-19 diagnostiziert und behandelt?

Wie wird COVID-19 diagnostiziert und behandelt? Die neuesten Richtlinien erklärt

Die COVID-19-Pandemie hat die Welt vor enorme Herausforderungen gestellt. Um das Virus besser zu bekämpfen, hat die Nationale Gesundheitskommission der Volksrepublik China am 3. März 2020 die siebte Version des „Diagnose- und Behandlungsprotokolls für die neuartige Coronavirus-Pneumonie“ veröffentlicht. Diese Version basiert auf den neuesten klinischen Erkenntnissen und bietet aktualisierte Empfehlungen zur Diagnose, Behandlung und Prävention von COVID-19. In diesem Artikel werden die wichtigsten Änderungen und Empfehlungen der siebten Version verständlich erklärt.

Wie verbreitet sich das Virus?

Die siebte Version des Protokolls weist auf eine mögliche Übertragung des Virus durch Kot und Urin hin. Studien haben gezeigt, dass das Virus im Stuhl und Urin von COVID-19-Patienten nachgewiesen werden kann. Obwohl das Virus hauptsächlich durch Tröpfchen, engen Kontakt und in bestimmten Situationen durch Aerosole übertragen wird, könnte auch eine fäkal-orale Übertragung möglich sein. Um das Risiko zu verringern, wird empfohlen, sich häufig die Hände zu waschen, Toiletten gut zu lüften und Abflüsse frei zu halten.

Was passiert im Körper bei COVID-19?

Die aktualisierten Richtlinien beschreiben detailliert die körperlichen Veränderungen, die bei COVID-19-Patienten auftreten. Untersuchungen der Lunge zeigen oft Verhärtungen, Blutungen und abgestorbenes Gewebe. Unter dem Mikroskop sind Schwellungen der Lungenbläschen, Fibrinablagerungen und die Bildung von hyalinen Membranen zu sehen. Auch Zellen wie Monozyten und Makrophagen sind vermehrt vorhanden. Interessanterweise sind Lymphozyten, die normalerweise bei Entzündungen eine Rolle spielen, weniger häufig. Dies könnte erklären, warum einige Patienten eine anhaltende Lymphopenie (niedrige Lymphozytenzahl) haben.

Das Virus betrifft nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organe wie die Milz, Lymphknoten, das Knochenmark, das Herz, die Leber, die Nieren und das Gehirn. Schwer erkrankte Patienten entwickeln oft Komplikationen wie akute Herzschäden, Nierenversagen, Gerinnungsstörungen und Multiorganversagen. Die genauen Mechanismen, wie das Virus diese Schäden verursacht, sind jedoch noch nicht vollständig verstanden.

Wie äußert sich COVID-19 bei verschiedenen Menschen?

Die siebte Version des Protokolls beschreibt auch die Symptome bei speziellen Gruppen wie Kindern und Neugeborenen, die oft untypische Symptome zeigen. Bei schwangeren Frauen und Erwachsenen im gebärfähigen Alter gibt es jedoch keine signifikanten Unterschiede in den Symptomen. Die Diagnose erfolgt hauptsächlich durch Labortests und den Nachweis des Virus. Dabei werden Proben aus den unteren Atemwegen bevorzugt, da sie eine höhere Nachweisrate haben.

Ein wichtiger Fortschritt in der siebten Version ist die Einführung von Antikörpertests. Diese Tests können spezifische Antikörper (IgM und IgG) gegen das Virus nachweisen und so die Diagnose unterstützen. Antikörpertests haben eine hohe Genauigkeit und können helfen, die Diagnose zu verbessern und das Risiko einer Kreuzinfektion bei der Probenentnahme zu verringern. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Bewertung des Immunstatus von Patienten und der Suche nach geeigneten Spendern für die Therapie mit Genesenenplasma.

Wie wird COVID-19 diagnostiziert und eingestuft?

Die siebte Version definiert den Ausbruch in Gruppen und betont den diagnostischen Wert von Antikörpertests. COVID-19 kann bestätigt werden, wenn spezifische IgM- und IgG-Antikörper nachgewiesen werden, wenn sich IgG von negativ zu positiv ändert oder wenn der IgG-Spiegel in der Genesungsphase im Vergleich zur akuten Phase um das Vierfache ansteigt. Frühe Anzeichen für eine Verschlechterung der Krankheit, wie fortschreitende Lymphopenie und erhöhte Entzündungsmarker, werden ebenfalls hervorgehoben. Diese Faktoren sind eng mit der Prognose von COVID-19-Patienten verbunden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die siebte Version empfiehlt die Inhalation eines Gasgemischs aus 66,6 % Wasserstoff und 33,3 % Sauerstoff. Die Liste der antiviralen Medikamente wurde nicht erweitert, aber die Anwendung der bisher empfohlenen Mittel wurde strenger geregelt. Es gibt derzeit keine eindeutigen Belege aus randomisierten kontrollierten Studien, die eine spezifische medikamentöse Behandlung gegen das Virus unterstützen. Die Empfehlungen zur Verwendung von Kortikosteroiden bleiben unverändert und bleiben umstritten. Kurzfristige Kortikosteroidtherapie wird nur für Patienten mit einer Verschlechterung des Sauerstoffindex, schneller Fortschreitung der Lungenentzündung oder übermäßiger Aktivierung der Immunantwort in Betracht gezogen.

Für schwer und kritisch erkrankte Patienten wurde die Behandlungsstrategie detaillierter beschrieben. Ziel ist es, die Symptome zu lindern, Komplikationen zu verhindern und die Organfunktion zu unterstützen. Lungenschonende Beatmungsstrategien werden für Patienten empfohlen, die eine invasive Beatmung benötigen. Bei Patienten mit schwerer Hypoxie, die auf invasive Beatmung nicht ansprechen, kann eine extrakorporale Lebensunterstützung (ECMO) in Betracht gezogen werden. Die Überwachung kritisch kranker Patienten umfasst die Verwendung von Herzzeitvolumen-Messgeräten, invasiver Blutdrucküberwachung und Ultraschalluntersuchungen. Kontinuierliche Nierenersatztherapie wird für Patienten mit akutem Nierenversagen empfohlen. Plasmapherese kann Zytokinstürme lindern, und die Therapie mit Genesenenplasma wird als letzte Möglichkeit zur Verbesserung der Prognose schwer erkrankter Patienten empfohlen.

Wann können Patienten entlassen werden?

Die siebte Version schreibt vor, dass Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Beendigung der Quarantäne weitere 14 Tage in Selbstüberwachung bleiben sollen. Kürzlich wurde berichtet, dass einige genesene COVID-19-Patienten weiterhin positiv auf das Virus getestet wurden. Die Ausschlusskriterien für Verdachtsfälle wurden strenger definiert: Zwei aufeinanderfolgende negative PCR-Tests und negative Ergebnisse für spezifische IgM- und IgG-Antikörper nach sieben Tagen Krankheitsbeginn sind erforderlich.

Fazit

Das „Diagnose- und Behandlungsprotokoll für die neuartige Coronavirus-Pneumonie (Trial Version 7)“ bietet umfassende Leitlinien zur Bewältigung von COVID-19. Es berücksichtigt die neuesten klinischen Erfahrungen und Forschungsergebnisse und gibt wertvolle Einblicke für medizinisches Fachpersonal. Weitere Forschung und Aktualisierungen des Protokolls sind jedoch unerlässlich, um die Diagnose- und Behandlungsstrategien weiter zu verbessern und die Ergebnisse für Patienten zu optimieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000866
For educational purposes only.

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