Wie können klinische Faktoren eine extreme Frühgeburt nach einer Cerclage vorhersagen?
Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, aber sie kann auch mit Herausforderungen verbunden sein. Eine dieser Herausforderungen ist das Risiko einer Frühgeburt, insbesondere bei Frauen mit einer Zervixinsuffizienz (Gebärmutterhalsschwäche). Eine Cerclage (eine chirurgische Naht am Gebärmutterhals) wird oft eingesetzt, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern. Doch welche Faktoren beeinflussen den Erfolg dieser Maßnahme? Eine aktuelle Studie hat untersucht, welche klinischen Faktoren eine extreme Frühgeburt nach einer Cerclage vorhersagen können.
Was ist eine Cerclage und wann wird sie eingesetzt?
Eine Cerclage ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Gebärmutterhals mit einer Naht verschlossen wird. Diese Maßnahme wird bei Frauen mit Zervixinsuffizienz angewendet, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern. Es gibt zwei Haupttypen von Cerclagen: die prophylaktische Cerclage, die aufgrund einer Vorgeschichte oder eines Ultraschallbefunds durchgeführt wird, und die therapeutische Cerclage, die in Notfällen eingesetzt wird.
Wer wurde in die Studie einbezogen?
Die Studie umfasste 127 Frauen mit Einlingsschwangerschaften, die zwischen Januar 2016 und Juni 2019 eine Cerclage erhielten. Frauen mit schweren fetalen Fehlbildungen, Mehrlingsschwangerschaften, Anzeichen einer Infektion oder unzuverlässigen Nachuntersuchungsdaten wurden ausgeschlossen. Alle Teilnehmerinnen gaben ihr schriftliches Einverständnis, und die Studie wurde von der Ethikkommission des Krankenhauses für Geburtshilfe und Gynäkologie der Fudan-Universität genehmigt.
Wie wurde die Studie durchgeführt?
Die Frauen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: die prophylaktische Cerclage-Gruppe und die therapeutische Cerclage-Gruppe. Der Zustand des inneren Muttermunds wurde mittels vaginalem Ultraschall überprüft. Alle Frauen unterzogen sich einem Elektrokardiogramm, einem Bluttest, einem vaginalen Abstrich und einer Kultur des vaginalen Ausflusses. Die Frauen wurden angewiesen, körperliche Aktivitäten zu reduzieren, und bei einem vorstehenden Fruchtblasen wurde die Trendelenburg-Position empfohlen, um den Druck auf den Gebärmutterhals zu verringern.
Die McDonald-Methode wurde für Notfall-Cerclagen verwendet, und die Frauen wurden zufällig für entweder die McDonald- oder die Shirodkar-Cerclage ausgewählt. Bei Frauen mit einer Shirodkar-Cerclage und einer lokalen Ektocervixlänge von weniger als 2 cm wurde eine modifizierte Shirodkar-Methode angewendet. Die Länge des Gebärmutterhalses und der Zustand der Öffnung wurden vor und zwei Wochen nach der Cerclage mittels transvaginalem Ultraschall untersucht. Der vaginale Ausfluss wurde alle zwei Wochen oder monatlich nach der Cerclage kultiviert. Die Cerclage-Nähte wurden vor der Entbindung zwischen der 37. und 38. Schwangerschaftswoche entfernt.
Welche klinischen Faktoren wurden untersucht?
Die Studie analysierte die Korrelationen zwischen 12 klinischen Faktoren und der Anzahl der Schwangerschaftstage nach der Cerclage sowie dem Gestationsalter bei der Entbindung. Die Frauen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: diejenigen, die nach 32 Wochen oder später entbunden haben, und diejenigen, die vor 32 Wochen entbunden haben.
Was waren die wichtigsten Ergebnisse?
Sieben der 12 klinischen Faktoren waren signifikant mit der Anzahl der Schwangerschaftstage nach der Cerclage und dem Gestationsalter bei der Entbindung korreliert. Dazu gehörten das Gestationsalter zum Zeitpunkt der Cerclage, die prophylaktische Cerclage, die Länge des Gebärmutterhalses vor der Cerclage, die Länge des Gebärmutterhalses zwei Wochen nach der Cerclage, ein T-förmiger Gebärmutterhals, die Summe der Längen der vorderen und hinteren Lippen des Ektocervix vor der Cerclage und eine negative Kultur des vaginalen Ausflusses nach der Cerclage.
Die Shirodkar-Cerclage-Methode war schwach mit dem Gestationsalter bei der Entbindung assoziiert, aber nicht signifikant mit der Anzahl der Schwangerschaftstage nach der Cerclage. Die übrigen vier Faktoren – das Alter der Patientin, der Patiententyp, die Art der Cerclage-Naht und Schwangerschaftskomplikationen – waren weder mit der Anzahl der Schwangerschaftstage nach der Cerclage noch mit dem Gestationsalter bei der Entbindung assoziiert.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko einer extremen Frühgeburt?
Die Ridge-Regressionsanalyse identifizierte drei klinische Faktoren mit Vorhersagewert für eine extreme Frühgeburt nach der Cerclage: die therapeutische Notfall-Cerclage, die McDonald-Cerclage und eine kurze Gebärmutterhalslänge zwei Wochen nach der Cerclage. Das Gestationsalter bei der Cerclage, die Form des Gebärmutterhalses, die präoperative Gebärmutterhalslänge, die Summe der Längen der vorderen und hinteren Lippen des Ektocervix vor der Cerclage und eine positive Kultur des vaginalen Ausflusses zeigten keinen Vorhersagewert für eine extreme Frühgeburt.
Was bedeuten diese Ergebnisse für die Praxis?
Die Studie zeigt, dass mehrere klinische Faktoren mit der Anzahl der Schwangerschaftstage nach der Cerclage und dem Gestationsalter bei der Entbindung verbunden sind. Frauen, die nach 32 Wochen oder später entbunden haben, und diejenigen, die vor 32 Wochen entbunden haben, wiesen Unterschiede in mehreren klinischen Faktoren auf. Eine therapeutische Notfall-Cerclage, die McDonald-Cerclage-Methode und eine kurze Gebärmutterhalslänge zwei Wochen nach der Cerclage erhöhen das Risiko einer extremen Frühgeburt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass schwangere Frauen, bei denen eine Cerclage indiziert ist, den Eingriff nicht verzögern sollten. Eine engmaschige Überwachung und Nachsorge ist insbesondere bei Frauen mit einem kurzen Gebärmutterhals erforderlich, insbesondere bei denen, deren Gebärmutterhals zwei Wochen nach der Cerclage verkürzt ist. Notfallpläne sollten vorhanden sein, um die fetale Lungenreifung im Mutterleib zu beschleunigen und eine frühzeitige Wiederbelebung des Neugeborenen sicherzustellen.
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doi.org/10.1097/CM9.0000000000002188