Wie kann man Fettleber ohne invasive Verfahren erkennen?

Wie kann man Fettleber ohne invasive Verfahren erkennen?

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist weltweit eine der häufigsten Lebererkrankungen. In Asien sind etwa 30% der Erwachsenen betroffen, und in den USA ist sie eine der Hauptursachen für Lebertransplantationen und Leberkrebs. Doch nur ein kleiner Teil der Patienten entwickelt schwerwiegende Komplikationen wie Leberzirrhose oder Krebs. Um die richtige Behandlung zu gewährleisten, ist es wichtig, den Schweregrad der Erkrankung genau zu bestimmen. Die Leberbiopsie, der Goldstandard für die Diagnose, ist jedoch invasiv, teuer und nicht für breite Anwendungen geeignet. Deshalb stehen nicht-invasive Methoden im Fokus der Forschung.

Nicht-invasive Diagnose von Leberverfettung

Die Leberverfettung ist das erste Anzeichen von NAFLD und kann das Risiko für schwerwiegende Lebererkrankungen erhöhen, insbesondere bei Patienten mit anderen Leberproblemen wie chronischer Hepatitis B. Nicht-invasive Tests umfassen Bluttests, bildgebende Verfahren und Ultraschallmethoden.

Bluttests und Scores

Mehrere Bluttests wurden entwickelt, um die Leberverfettung zu erkennen. Der SteatoTest, der 2005 eingeführt wurde, misst 12 Parameter und hat eine Genauigkeit von 79%. Der Fatty Liver Index (FLI) verwendet Körpermaße wie den Body-Mass-Index (BMI) und den Taillenumfang sowie Blutwerte wie Triglyceride und GGT (ein Leberenzym). Er erreicht eine Genauigkeit von 84%. Der Hepatic Steatosis Index (HSI) berücksichtigt das Verhältnis von AST zu ALT (beides Leberenzyme), BMI, Diabetes und Geschlecht. Er klassifiziert 85,6% der Patienten korrekt. Neuere Scores wie der K-NAFLD-Score und der NAFL-Screening-Score zeigen ähnlich hohe Genauigkeiten.

Bildgebende Verfahren

Ultraschall ist die erste Wahl zur Diagnose von Leberverfettung. Er erkennt mittelschwere bis schwere Verfettungen mit einer Genauigkeit von 93%. Das Hamaguchi-System verbessert die Diagnose weiter, indem es spezifische Ultraschallmerkmale bewertet. Quantitative Ultraschallmethoden wie CAP (Controlled Attenuation Parameter) messen die Fettmenge in der Leber und erreichen eine Genauigkeit von 80%. Die MRT (Magnetresonanztomographie) mit der PDFF-Methode (Proton Density Fat Fraction) ist das genaueste Verfahren zur Messung von Leberfett und wird häufig in klinischen Studien eingesetzt.

Nicht-invasive Diagnose von NASH

NASH (nicht-alkoholische Steatohepatitis) ist eine fortgeschrittene Form von NAFLD, die durch Entzündungen und Schädigungen der Leberzellen gekennzeichnet ist. Sie kann zu schnellerem Fortschreiten der Erkrankung führen.

Bluttests

Ein wichtiger Biomarker für NASH sind CK-18-Fragmente, die bei Zellschädigungen freigesetzt werden. Sie haben eine Genauigkeit von 82%. Kombiniert man CK-18 mit anderen Markern wie sFas (ein Protein, das an Zelltod beteiligt ist) oder Harnsäure, steigt die Genauigkeit. Andere Biomarker wie ALT und genetische Marker (z. B. PNPLA3) werden ebenfalls untersucht. Scores wie der Palekar-Score und der NashTest verwenden klinische Daten, um NASH zu diagnostizieren.

MRT-basierte Verfahren

LiverMultiScan ist eine MRT-Methode, die Fett, Eisen, Entzündungen und Fibrose in der Leber misst. Der cT1-Wert (corrected T1) korreliert mit Entzündungen und Fibrose. Phosphor-MRT-Spektroskopie und MRT-Elastographie sind vielversprechende Techniken zur Diagnose von NASH. Radiomics, eine Methode zur Analyse von Bilddaten, kann Entzündungen mit einer Genauigkeit von 75–80% vorhersagen.

Nicht-invasive Diagnose von Leberfibrose

Leberfibrose ist die Bildung von Narbengewebe in der Leber und kann zu Zirrhose führen. Nicht-invasive Tests helfen, Patienten mit hohem Risiko für Komplikationen zu identifizieren.

Einfache Fibrose-Scores

Einfache Scores wie der AST/ALT-Quotient, der APRI-Score (AST/Platelet Ratio Index) und der FIB-4-Index sind kostengünstig und weit verbreitet. Der FIB-4-Index, der Alter, AST, ALT und die Thrombozytenzahl berücksichtigt, hat eine Genauigkeit von 84% für fortgeschrittene Fibrose. Der NAFLD Fibrosis Score (NFS) erreicht ähnliche Werte. Der Hepamet Fibrosis Score (HFS) zeigt eine noch höhere Genauigkeit.

Spezifische Biomarker

Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis) misst drei Marker, die mit Fibrose zusammenhängen, und hat eine Genauigkeit von 83%. Pro-C3, ein Marker für Kollagenbildung, wird in Algorithmen wie ADAPT verwendet, um Fibrose zu erkennen.

Ultraschall-Elastographie

Techniken wie VCTE (Vibration-Controlled Transient Elastography) und ARFI (Acoustic Radiation Force Impulse) messen die Steifheit der Leber. VCTE, durchgeführt mit dem FibroScan-Gerät, hat eine Genauigkeit von 93–95% für fortgeschrittene Fibrose. ARFI-Methoden wie p-SWE und 2D-SWE zeigen ähnliche Ergebnisse.

MRT-Elastographie

Die MRT-Elastographie ist weniger abhängig vom Untersucher und wird weniger durch Fettleibigkeit beeinflusst. Sie hat eine höhere Genauigkeit als VCTE, mit Werten von 87–94% für verschiedene Fibrosestadien. Der MEFIB-Index, der MRT-Elastographie und FIB-4 kombiniert, ist besonders aussagekräftig.

Fazit

Nicht-invasive Tests für Leberverfettung, NASH und Fibrose bieten eine genaue und zugängliche Alternative zur Leberbiopsie. Ultraschall bleibt die erste Wahl für die Diagnose von Fettleber, während einfache Scores wie FIB-4 und NFS in der Grundversorgung nützlich sind. Spezifische Biomarker und bildgebende Verfahren wie ELF, Pro-C3, VCTE und MRT-Elastographie liefern höhere Genauigkeit für fortgeschrittene Fibrose und werden zunehmend in klinischen Studien eingesetzt. Mit der Entwicklung neuer Therapien werden diese Tests eine Schlüsselrolle bei der Auswahl und Überwachung von Patienten spielen.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002027

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