Wie kann ein modifizierter Infratemporal-Fossa-Typ-B-Ansatz bei der Entfernung von Tumoren an der seitlichen Schädelbasis helfen?

Wie kann ein modifizierter Infratemporal-Fossa-Typ-B-Ansatz bei der Entfernung von Tumoren an der seitlichen Schädelbasis helfen?

Tumoren an der seitlichen Schädelbasis sind eine komplexe Herausforderung. Sie können schwer zu erreichen sein und oft wichtige Strukturen wie Nerven und Blutgefäße beeinträchtigen. Ein chirurgischer Ansatz, der als Infratemporal-Fossa-Typ-B (ITFB) bekannt ist, wurde entwickelt, um diese Tumoren zu entfernen. Aber was, wenn der Tumor nicht so tief liegt? Ein modifizierter ITFB-Ansatz könnte die Lösung sein.

Der Infratemporal-Fossa (ITF)-Ansatz ist eine etablierte Technik zur Entfernung großer Tumoren im Bereich des Schläfenbeins und der seitlichen Schädelbasis. Es gibt verschiedene Varianten dieses Ansatzes, darunter Typ A, B, C und D. Der ITFB-Ansatz ist speziell dafür ausgelegt, den Felsenbein (petrous apex), das Clivus (ein Teil der Schädelbasis) und den horizontalen Abschnitt der inneren Halsschlagader (ICA) freizulegen. Dies macht ihn geeignet für die Entfernung von Tumoren in diesen Bereichen.

Der klassische ITFB-Ansatz umfasst mehrere Schritte. Dazu gehören die teilweise Entfernung des Felsenbeins, die Entfernung der vorderen Wand des äußeren Gehörgangs und des Jochbeins (zygomatic arch), die Entfernung des Gelenkknorpels und des Kiefergelenks (temporomandibular joint), das Herunterziehen des Unterkiefers und die Durchtrennung des Kieferast des Trigeminusnervs und der mittleren Hirnarterie (middle meningeal artery). In der Praxis zeigt sich jedoch, dass einige Patienten Tumoren haben, die hauptsächlich im Jochbein und im Mittelohr (middle ear cavity) liegen. Diese Tumoren können sich nach unten in das Kiefergelenk oder nach oben in die mittlere Schädelbasis oder die Schläfenlappen (temporal lobes) ausbreiten, aber nicht tief in den horizontalen Abschnitt der ICA reichen. Für solche Fälle wurde ein modifizierter ITFB-Ansatz vorgeschlagen, der die Integrität des Kieferasts des Trigeminusnervs und der mittleren Hirnarterie bewahrt und den horizontalen Abschnitt der ICA nicht freilegt.

In einer Studie an der Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Beijing Tiantan Hospital in China wurde der modifizierte ITFB-Ansatz bei sechs Patienten angewendet, um Tumoren an der seitlichen Schädelbasis zu entfernen. Die Patienten hatten Tumoren im Mittelohr, Jochbein, Kiefergelenk, mittleren Schädelbasis oder Schläfenlappen, die nicht in den horizontalen Abschnitt der ICA eindrangen. Vor der Operation wurden alle Patienten gründlich untersucht, einschließlich der Funktion des Gesichtsnervs (FN) und des Hörvermögens. Die Operation wurde unter Vollnarkose durchgeführt und umfasste einen C-förmigen Hautschnitt, die Schließung des äußeren Gehörgangs und die Entfernung des Tumors.

Die Ergebnisse zeigten, dass der modifizierte ITFB-Ansatz erfolgreich bei der Entfernung der Tumoren war. Keiner der Patienten erlitt Verletzungen an wichtigen Blutgefäßen wie der ICA. Die meisten Patienten erlebten jedoch eine Verschlechterung des Hörvermögens nach der Operation. Ein Patient entwickelte eine Gesichtslähmung aufgrund der Tumorinvasion und der Entfernung des Gesichtsnervs während der Operation. Dennoch gab es keine schwerwiegenden Komplikationen wie Hirnblutungen oder Infektionen.

Der modifizierte ITFB-Ansatz bietet mehrere Vorteile. Er ermöglicht eine direkte mikroskopische Sicht auf die Tumoren und schützt wichtige Strukturen wie die Hirnhaut (dura mater), die ICA und den Gesichtsnerv. Im Vergleich zum klassischen ITFB-Ansatz bewahrt er den Kieferast des Trigeminusnervs und die mittlere Hirnarterie und vermeidet so Taubheitsgefühle im Gesicht und verzögerte Blutungen. Dieser Ansatz reduziert auch das Risiko von Hirnflüssigkeitsaustritt (cerebrospinal fluid leakage) und Hirninfektionen.

Allerdings hat der modifizierte ITFB-Ansatz auch Nachteile. Dazu gehört der Verlust des Hörvermögens und die Beeinträchtigung des Kiefergelenks, ähnlich wie beim klassischen ITFB-Ansatz. Insgesamt ist der modifizierte ITFB-Ansatz jedoch eine vielversprechende Methode zur Entfernung von Tumoren an der seitlichen Schädelbasis, insbesondere wenn sie den Felsenbein, das Jochbein, das Kiefergelenk oder sogar die Schläfenlappen betreffen.

For educational purposes only.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000998

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