Wie kann die Ultraschalluntersuchung am Krankenbett und die Fernberatung bei COVID-19-Patienten helfen?
Die COVID-19-Pandemie hat die Gesundheitssysteme weltweit vor enorme Herausforderungen gestellt. Neben den bekannten Atemwegsproblemen haben sich auch Herzschäden als eine ernste Komplikation erwiesen. Studien zeigen, dass bei einem großen Teil der COVID-19-Patienten Herzverletzungen auftreten. In Wuhan, China, wurde bei 12 % der hospitalisierten Patienten und bei 32 % der Intensivpatienten eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) festgestellt. Solche Herzschäden können schnell zu schweren Herzrhythmusstörungen, Herzversagen oder sogar zum kardiogenen Schock führen. Um diese Probleme frühzeitig zu erkennen, hat sich die Ultraschalluntersuchung am Krankenbett (Echokardiographie) als wichtiges Werkzeug erwiesen. Dieser Artikel erklärt, wie diese Methode und die Fernberatung in China bei der Behandlung von COVID-19-Patienten eingesetzt werden.
Warum ist die Ultraschalluntersuchung am Krankenbett so wichtig?
Die Ultraschalluntersuchung am Krankenbett ist eine einfache, tragbare und effektive Methode, um das Herz von schwer kranken Patienten zu untersuchen. Bei COVID-19-Patienten hilft sie, Herzprobleme wie Herzmuskelentzündungen, akutes Rechtsherzversagen durch Lungenembolie, Stress-Kardiomyopathie, Herzinfarkte oder bereits bestehende Herzerkrankungen zu erkennen. Da die Untersuchung direkt am Krankenbett durchgeführt wird, müssen die Patienten nicht transportiert werden. Das verringert das Risiko, dass sich das Virus weiter ausbreitet, und beschleunigt die Entscheidungsfindung der Ärzte.
Die Echokardiographie liefert detaillierte Bilder und Messwerte zur Herzstruktur, -funktion und zum Blutfluss. Diese Informationen sind entscheidend, um die zugrunde liegenden Probleme zu verstehen und die Behandlung zu optimieren. Die Untersuchung sollte nach festgelegten Richtlinien durchgeführt werden, wobei besonders auf Unterschiede bei der Interpretation der Messwerte geachtet werden muss. Diese Unterschiede können die Genauigkeit der Diagnose und die Wirksamkeit der Behandlung beeinflussen.
Was zeigt die Ultraschalluntersuchung bei COVID-19-Patienten?
Herzschäden durch COVID-19 können sich auf verschiedene Weise zeigen. Die Echokardiographie hilft, diese Veränderungen zu erkennen. Typische Befunde sind eine Verdickung oder Vergrößerung der linken Herzkammer (LV-Hypertrophie oder -Dilatation), eine eingeschränkte Pumpfunktion der linken oder rechten Herzkammer (LV- oder RV-Systolik/Diasystolik) sowie Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel (Perikarderguss). In Tabelle 1 des Originalartikels sind die normalen Referenzwerte für verschiedene Messparameter aufgeführt. Zum Beispiel sollte die linke Herzkammer bei Frauen weniger als 50 mm und bei Männern weniger als 54 mm im Durchmesser sein. Die normale Pumpfunktion (LVEF) liegt über 52 %. Auch die rechte Herzkammer hat spezifische Messwerte, wie die RV-Flächenänderung (RVFAC), die über 35 % liegen sollte.
Diese Parameter helfen Ärzten, krankhafte Veränderungen bei COVID-19-Patienten zu erkennen, wie Entzündungen, eingeschränkte Herzfunktion oder instabile Blutflussverhältnisse. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht rechtzeitige Maßnahmen und kann schwere Komplikationen verhindern.
Welche Herausforderungen gibt es auf der Intensivstation?
Die Durchführung einer Ultraschalluntersuchung auf der Intensivstation ist oft schwierig. Die Untersuchung muss schnell erfolgen und hängt stark von der Erfahrung des Untersuchers ab. Zeitmangel, schlechte Bildqualität und eingeschränkte Sicht können zu Fehldiagnosen führen, die für schwer kranke COVID-19-Patienten gefährlich sein können. Um diese Probleme zu lösen, wird die Nutzung von Fernberatungsplattformen empfohlen.
Wie hilft die Fernberatung bei der Diagnose und Behandlung?
Die Integration von 4G- oder 5G-Fernberatungsplattformen in die Ultraschalluntersuchung hat sich während der COVID-19-Pandemie als sehr nützlich erwiesen. Diese Plattformen ermöglichen eine Echtzeit-Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Ärzten vor Ort und entfernten Echokardiographie-Experten. Dadurch können Diagnosen schneller und genauer gestellt werden. Das Fernberatungsprotokoll orientiert sich am „Implementierungsprotokoll für die Lungenultraschalluntersuchung und Fernberatung bei COVID-19-Patienten“, das in China weit verbreitet ist.
Die Fernberatung ermöglicht eine frühzeitige und effektive Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, besonders bei schweren COVID-19-Fällen. Sie verringert auch das Risiko einer Ansteckung für das medizinische Personal, da weniger persönliche Konsultationen nötig sind. Das Protokoll für die Fernberatung ist in den ergänzenden Materialien des Originalartikels detailliert beschrieben und bietet einen strukturierten Ansatz für die klinische Praxis.
Empfehlungen für die Umsetzung
Die chinesischen Empfehlungen für die Ultraschalluntersuchung am Krankenbett und die Fernberatung bei COVID-19-Patienten betonen folgende Punkte:
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Standardisierte Untersuchung: Die Ultraschalluntersuchung sollte nach festgelegten Richtlinien durchgeführt werden. Besonders auf Unterschiede bei der Interpretation der Messwerte muss geachtet werden.
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Umfassende Herzuntersuchung: Die Echokardiographie sollte sowohl die Struktur als auch die Funktion des Herzens bewerten. Dazu gehören die Messung der Größe und Wanddicke der linken und rechten Herzkammer, die Pumpfunktion und die Blutflussverhältnisse.
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Wiederholte Untersuchungen: Da sich Herzschäden bei COVID-19 schnell ändern können, sollten die Untersuchungen bei Bedarf wiederholt werden, um den Verlauf der Erkrankung und die Wirkung der Behandlung zu überwachen.
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Integration der Fernberatung: Fernberatungsplattformen sollten genutzt werden, um die Genauigkeit und Effizienz der Ultraschalluntersuchung zu verbessern, besonders auf der Intensivstation. Diese Methode fördert die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen und verringert das Ansteckungsrisiko.
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Schulung und Ausbildung: Medizinisches Personal sollte im Umgang mit der Ultraschalluntersuchung am Krankenbett und den Fernberatungsplattformen geschult werden. Dazu gehört das Verständnis der technischen Aspekte, die Interpretation der Befunde und die effektive Kommunikation mit entfernten Experten.
Fazit
Die Ultraschalluntersuchung am Krankenbett und die Fernberatung sind wichtige Werkzeuge, um Herzprobleme bei COVID-19-Patienten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Diese Empfehlungen bieten einen strukturierten Ansatz, um die Herzuntersuchung und Behandlung zu optimieren, schnelle und genaue Diagnosen zu stellen und die Patientenversorgung zu verbessern. Durch den Einsatz moderner Bildgebungstechnologie und Fernzusammenarbeit können Ärzte die komplexen Herausforderungen von COVID-19 besser bewältigen und die Qualität der Patientenversorgung weltweit steigern.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001222