Wie beeinflusst die Trichterbrust die Herzfunktion und was bringt eine Operation?

Wie beeinflusst die Trichterbrust die Herzfunktion und was bringt eine Operation?

Die Trichterbrust (Pectus excavatum, PE) ist eine der häufigsten angeborenen Brustwandverformungen, die bei Kindern auftreten. Schätzungen zufolge ist etwa eines von 500 bis 1000 Kindern betroffen. Diese Verformung führt dazu, dass das Brustbein und die Rippenknorpel nach innen gedrückt werden, was wiederum den Raum im Brustkorb verkleinert. Besonders das Herz, das direkt hinter dem Brustbein liegt, kann dadurch beeinträchtigt werden. Vor allem die rechte Herzkammer (rechter Ventrikel, RV), die für die Pumpfunktion des Herzens eine zentrale Rolle spielt, ist oft betroffen. Doch wie genau wirkt sich diese Verformung auf die Herzfunktion aus, und kann eine Operation helfen?

Was ist eine Trichterbrust und wie beeinflusst sie das Herz?

Die Trichterbrust ist eine angeborene Fehlbildung, bei der das Brustbein und die Rippenknorpel nach innen wachsen. Dadurch entsteht eine Vertiefung in der Mitte des Brustkorbs, die oft schon bei der Geburt erkennbar ist. Diese Verformung kann im Laufe der Zeit stärker werden und zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Da das Herz direkt hinter dem Brustbein liegt, wird es durch die Verformung oft zusammengedrückt. Besonders die rechte Herzkammer, die für den Blutfluss in die Lunge verantwortlich ist, ist dabei betroffen.

Die Kompression des Herzens kann zu einer Reihe von Problemen führen. Zum Beispiel kann das Herz weniger effizient pumpen, was zu einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit führt. Viele Patienten mit Trichterbrust berichten von Kurzatmigkeit, Müdigkeit und Schwierigkeiten bei körperlicher Anstrengung. Diese Symptome können sich mit zunehmendem Alter verschlimmern, weshalb oft eine Operation empfohlen wird, um die Verformung zu korrigieren.

Wie wird die Herzfunktion bei Trichterbrust untersucht?

Um die Auswirkungen der Trichterbrust auf das Herz zu untersuchen, werden häufig bildgebende Verfahren wie die Echokardiographie eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die es ermöglicht, die Struktur und Funktion des Herzens zu beurteilen. Traditionell wird dabei die zweidimensionale (2D) Echokardiographie verwendet, bei der das Herz in zwei Dimensionen dargestellt wird. Allerdings hat diese Methode ihre Grenzen, da die rechte Herzkammer eine komplexe Form hat und schwer vollständig zu erfassen ist.

Eine neuere Methode ist die dreidimensionale (3D) Echokardiographie, die ein detaillierteres Bild des Herzens liefert. Mit dieser Technik können Ärzte die Größe und Funktion der rechten Herzkammer genauer beurteilen. In einer Studie an der Beijing Children’s Hospital wurde die 3D-Echokardiographie eingesetzt, um die Herzfunktion bei Patienten mit Trichterbrust vor und nach der Operation zu untersuchen.

Was hat die Studie gezeigt?

Die Studie umfasste 21 Patienten mit Trichterbrust, die sich einer Operation zur Korrektur der Verformung unterzogen hatten. Alle Patienten wurden vor der Operation, am dritten Tag nach der Operation und drei Jahre später mit 2D- und 3D-Echokardiographie untersucht. Die Ergebnisse wurden mit denen einer gesunden Kontrollgruppe verglichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die rechte Herzkammer bei Patienten mit Trichterbrust kleiner war und weniger effizient pumpte als bei gesunden Kindern. Besonders das Volumen der rechten Herzkammer (RV EDV), das Schlagvolumen (RV SV) und die Auswurffraktion (RV EF), die angibt, wie viel Blut das Herz mit jedem Schlag pumpt, waren deutlich reduziert. Diese Parameter verbesserten sich jedoch nach der Operation signifikant.

Die 3D-Echokardiographie bestätigte, dass die Operation die Kompression der rechten Herzkammer verringerte und die Herzfunktion verbesserte. Interessanterweise gab es keine signifikanten Unterschiede in den Herzparametern zwischen den operierten Patienten und der gesunden Kontrollgruppe, was darauf hindeutet, dass die durch die Trichterbrust verursachten Herzprobleme durch die Operation rückgängig gemacht werden können.

Was bedeutet das für die Patienten?

Die Studie zeigt, dass die Trichterbrust die Funktion der rechten Herzkammer erheblich beeinträchtigen kann. Durch die Kompression des Herzens wird die Pumpfunktion reduziert, was zu Symptomen wie Kurzatmigkeit und Müdigkeit führen kann. Die gute Nachricht ist, dass eine Operation zur Korrektur der Verformung die Herzfunktion verbessern und die Symptome lindern kann.

Besonders bei Kindern, bei denen die Trichterbrust frühzeitig erkannt und behandelt wird, kann die Operation langfristige Vorteile bieten. Die Studie zeigte, dass die Verbesserungen der Herzfunktion auch drei Jahre nach der Operation noch anhalten. Allerdings wurde auch festgestellt, dass die Größe der rechten Herzkammer im Laufe der Zeit zunahm, was wahrscheinlich auf das Wachstum der Patienten zurückzuführen ist. Die Metallstange, die bei der Operation eingesetzt wird, um das Brustbein zu stabilisieren, könnte jedoch die weitere Ausdehnung der rechten Herzkammer einschränken.

Fazit

Die Trichterbrust ist eine häufige angeborene Verformung, die die Funktion der rechten Herzkammer beeinträchtigen kann. Durch die Kompression des Herzens wird die Pumpfunktion reduziert, was zu Symptomen wie Kurzatmigkeit und Müdigkeit führen kann. Eine Operation zur Korrektur der Verformung kann jedoch die Herzfunktion verbessern und die Symptome lindern. Die Studie zeigt, dass die Verbesserungen der Herzfunktion auch langfristig anhalten können, was besonders für junge Patienten von Vorteil ist.

For educational purposes only.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001414

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