Wie beeinflussen Gewicht und Stoffwechselstörungen die Überlebensrate von Brustkrebspatientinnen nach einer Chemotherapie?

Wie beeinflussen Gewicht und Stoffwechselstörungen die Überlebensrate von Brustkrebspatientinnen nach einer Chemotherapie?

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen weltweit. Im Jahr 2020 gab es 2,3 Millionen neue Fälle und 685.000 Todesfälle. In China stiegen die Zahlen von 2000 bis 2015 kontinuierlich an. 2015 wurden 304.000 neue Fälle und 70.000 Todesfälle gemeldet. Chemotherapie ist eine wichtige Behandlung, die die Überlebenschancen verbessert. Doch sie hat auch Nebenwirkungen: Gewichtszunahme und Stoffwechselstörungen. Diese können die Prognose verschlechtern und das Risiko für Rückfälle und Metastasen erhöhen.

Gewichts- und Stoffwechselveränderungen während der Chemotherapie

Eine Studie untersuchte, wie sich Gewicht und Stoffwechsel bei Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie verändern. Von 422 Patientinnen mit vollständigen Gewichtsdaten hatten 302 (71,6%) ein stabiles Gewicht. 30 (7,1%) nahmen mehr als 5% ab, und 90 (21,3%) nahmen mehr als 5% zu. Das Durchschnittsgewicht stieg von 63,73 kg bei der Diagnose auf 64,44 kg nach der Chemotherapie. Der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) erhöhte sich von 24,93 kg/m² auf 25,23 kg/m². Der Anteil der übergewichtigen und fettleibigen Patientinnen stieg von 46,4% auf 51,2%.

Stoffwechselstörungen waren weit verbreitet. Bei der Diagnose hatten 277 (63,3%) Patientinnen Stoffwechselstörungen. Nach der Chemotherapie waren es 321 (73,3%). Die Zahl der Patientinnen mit drei oder mehr Stoffwechselstörungen stieg von 56 (12,8%) auf 74 (16,9%). Bestimmte Stoffwechselindikatoren wie hohe Triglyceridwerte (TG) und niedriges High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-C) stiegen nach der Chemotherapie deutlich an. Der Anteil der Patientinnen mit hohen TG-Werten stieg von 32,1% auf 53,5%. Der Anteil der Patientinnen mit niedrigem HDL-C stieg von 6,8% auf 17,2%.

Auswirkungen auf die Überlebensrate und Prognose

Die Studie zeigte, dass die 1-, 3-, 5- und 10-Jahres-Überlebensraten für Brustkrebspatientinnen 97,5%, 94,0%, 91,9% und 88,4% betrugen. Die mittlere Überlebenszeit lag bei 109,29 Monaten. BMI-Kategorien und Gewichtsveränderungen hatten jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate. Im Gegensatz dazu hatten Stoffwechselstörungen, insbesondere niedrige HDL-C-Werte bei der Diagnose, einen signifikanten negativen Einfluss auf die Überlebenszeit. Patientinnen mit niedrigem HDL-C bei der Diagnose hatten eine kürzere Überlebenszeit als diejenigen mit normalen Werten. Eine multivariate Cox-Regressionsanalyse bestätigte, dass niedrige HDL-C-Werte bei der Diagnose ein unabhängiger Risikofaktor für die Überlebensrate waren, mit einem Hazard Ratio (HR) von 2,775.

Stoffwechselstörungen nach der Chemotherapie wurden als Risikofaktoren für eine schlechte Prognose identifiziert. Patientinnen mit Stoffwechselstörungen nach der Chemotherapie hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall oder Metastasen, mit einem Odds Ratio (OR) von 1,514. Niedrige HDL-C-Werte bei der Diagnose waren auch mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden, mit einem OR von 4,010.

Diskussion

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen die komplexe Beziehung zwischen Gewicht, Stoffwechselgesundheit und Brustkrebsprognose. Chemotherapie ist entscheidend für die Verbesserung der Überlebensrate, führt aber oft zu Gewichtszunahme und verschlimmert Stoffwechselstörungen, was die Prognose negativ beeinflussen kann. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Überwachung und Behandlung des Stoffwechsels bei Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie.

Die beobachtete Gewichtszunahme und der Anstieg des BMI sind konsistent mit früheren Forschungen, die gezeigt haben, dass Gewichtszunahme während der Chemotherapie ein häufiges Problem bei Brustkrebspatientinnen ist. Die Auswirkungen der Gewichtszunahme auf die Überlebensrate und Prognose bleiben jedoch umstritten. Einige Studien haben gezeigt, dass Gewichtszunahme mit schlechteren Ergebnissen verbunden ist, während andere, einschließlich dieser Studie, keinen signifikanten Effekt fanden. Diese Diskrepanz könnte auf Unterschiede in den Studienpopulationen, den Nachbeobachtungszeiträumen und den Methoden zurückzuführen sein.

Stoffwechselstörungen, insbesondere niedrige HDL-C-Werte, erwiesen sich in dieser Studie als signifikante Prädiktoren für eine schlechte Prognose. Niedrige HDL-C-Werte sind mit einem aggressiveren Tumorprofil und erhöhten Entzündungen verbunden, die das Fortschreiten und die Metastasierung von Krebs fördern können. Die Ergebnisse der Studie stimmen mit früheren Forschungen überein, die das metabolische Syndrom und seine Komponenten als Risikofaktoren für Brustkrebsrückfälle und Sterblichkeit identifiziert haben.

Die Studie identifizierte auch andere klinische Faktoren, die die Überlebensrate beeinflussten, darunter der Menopausenstatus, der Lymphknotenstatus und der Östrogenrezeptorstatus (ER). Postmenopausale Patientinnen, Patientinnen mit positiven Lymphknoten und Patientinnen mit negativem ER-Status hatten schlechtere Überlebensergebnisse. Diese Ergebnisse stimmen mit der breiteren Literatur zur Brustkrebsprognose überein.

Einschränkungen und zukünftige Forschung

Diese Studie hat mehrere Einschränkungen. Das retrospektive Design und die Abhängigkeit von Krankenhausakten könnten Verzerrungen eingeführt und die Verfügbarkeit detaillierter Daten zur Körperfettverteilung und anderen Stoffwechselindikatoren eingeschränkt haben. Darüber hinaus war der Nachbeobachtungszeitraum für Gewichtsveränderungen relativ kurz, was die Fähigkeit beeinträchtigt haben könnte, langfristige Auswirkungen auf die Überlebensrate und Prognose zu erkennen.

Zukünftige Forschungen sollten sich auf prospektive Studien mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen konzentrieren, um die Muster von Gewichtsveränderungen und Stoffwechselstörungen während der Chemotherapie besser zu verstehen. Umfassendere Maßnahmen zur Fettleibigkeit, wie Taillenumfang und Körperfettverteilung, könnten zusätzliche Einblicke in die Beziehung zwischen Stoffwechselgesundheit und Brustkrebsergebnissen bieten. Darüber hinaus sollten Interventionen zur Gewichts- und Stoffwechselkontrolle während der Chemotherapie untersucht werden, um die Prognose der Patientinnen zu verbessern.

Fazit

Chemotherapie bei Brustkrebs ist mit Gewichtszunahme und der Verschlimmerung von Stoffwechselstörungen verbunden, was die Überlebensrate und Prognose der Patientinnen negativ beeinflussen kann. Während BMI-Kategorien und Gewichtsveränderungen in dieser Studie keinen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate hatten, wurden niedrige HDL-C-Werte bei der Diagnose und Stoffwechselstörungen nach der Chemotherapie als wichtige Risikofaktoren für schlechte Ergebnisse identifiziert. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung und Behandlung des Stoffwechsels bei Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie, um ihre langfristige Prognose zu verbessern.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001988

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