Wer ist für moderne Asthma-Therapien geeignet? Ein Blick auf schwere Asthmafälle in China
Asthma ist eine häufige Erkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Besonders schweres Asthma kann das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen, selbst wenn sie bereits hochdosierte Medikamente wie Kortison-Sprays oder Tabletten einnehmen. In den letzten Jahren haben sich neue Therapien entwickelt, die gezielt auf bestimmte Entzündungsprozesse im Körper wirken. Diese sogenannten Typ-2 (T2) Biologika können bei Patienten mit schwerem Asthma helfen, die auf herkömmliche Behandlungen nicht ausreichend ansprechen. Doch wer kommt für diese Therapien infrage? Eine Studie aus China hat dies genauer untersucht.
Was ist schweres Asthma?
Schweres Asthma ist eine Form der Erkrankung, die trotz intensiver Behandlung nicht gut kontrolliert werden kann. Die Betroffenen leiden häufig unter Atemnot, Husten und Asthmaanfällen, die sogar Krankenhausaufenthalte erforderlich machen können. In China liegt die Häufigkeit von Asthma bei Erwachsenen bei 4,2 %, was niedriger ist als in westlichen Ländern. Dennoch wird schweres Asthma auch hier immer häufiger erkannt.
Was sind T2-Biologika?
T2-Biologika sind spezielle Medikamente, die auf bestimmte Entzündungsbotenstoffe im Körper abzielen. Dazu gehören zum Beispiel Anti-IgE (gegen Immunglobulin E), Anti-IL5 (gegen Interleukin 5) und Anti-IL4Ra (gegen den Rezeptor von Interleukin 4). Diese Therapien sind in Europa und Nordamerika bereits verfügbar und werden nun auch in China eingeführt. Sie können bei Patienten helfen, deren Asthma durch eine sogenannte Typ-2-Entzündung (T2-high Asthma) verursacht wird.
Wie wird T2-high Asthma festgestellt?
Um festzustellen, ob ein Patient T2-high Asthma hat, werden bestimmte Biomarker (Messwerte) im Körper untersucht. Dazu gehören die Anzahl der eosinophilen Granulozyten (eine Art von weißen Blutkörperchen) im Blut (BEC) und der Gehalt an Stickstoffmonoxid in der ausgeatmeten Luft (FeNO). In der Studie wurde T2-high Asthma definiert als ein BEC von mindestens 150 oder 300 Zellen pro Mikroliter und/oder ein FeNO-Wert von mindestens 20 Teilen pro Milliarde (ppb).
Was hat die Studie gezeigt?
Die Studie untersuchte 452 Patienten mit schwerem Asthma aus der chinesischen C-BIOPRED-Kohorte. Es zeigte sich, dass 55,8 % der Patienten T2-high Asthma hatten, wenn ein BEC von mindestens 300 Zellen pro Mikroliter verwendet wurde. Bei einem FeNO-Wert von mindestens 20 ppb lag der Anteil bei 75,7 %. Wurden beide Kriterien kombiniert, waren 55,9 % der Patienten T2-high. Interessanterweise blieb der Anteil der T2-high-Patienten über ein Jahr hinweg relativ stabil, obwohl 10 % bis 15 % zwischen T2-high und T2-low (niedrige Entzündungsaktivität) wechselten.
Wer kommt für Biologika infrage?
Um die Eignung für T2-Biologika zu bestimmen, wurden die Leitlinien der Global Initiative for Asthma (GINA) angewendet. Patienten mit schwerem Asthma, die im vergangenen Jahr mindestens zwei schwere Asthmaanfälle hatten, wurden anhand der Biomarker bewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass 38,5 % der Patienten (174 von 452) für mindestens eine der drei Biologika-Therapien infrage kamen. Dabei waren 11,3 % für Anti-IgE, 36,7 % für Anti-IL4Ra und 19,3 % für Anti-IL5/IL5Ra geeignet. Einige Patienten erfüllten die Kriterien für mehrere Therapien.
Was unterscheidet die verschiedenen Gruppen?
Patienten, die nur für Anti-IgE infrage kamen, hatten im Allgemeinen besser kontrolliertes Asthma, niedrigere FeNO-Werte und benötigten keine tägliche Kortison-Therapie. Im Gegensatz dazu hatten Patienten, die nur für Anti-IL4Ra geeignet waren, höhere BEC- und FeNO-Werte sowie eine stärkere Entzündung in den Atemwegen. Patienten, die für alle drei Therapien infrage kamen, hatten die höchsten IgE-Werte im Blut.
Wie wirken sich unterschiedliche Kriterien aus?
Die Studie untersuchte auch, wie sich die Eignungskriterien ändern, wenn strengere oder weniger strenge Anforderungen angewendet werden. Zum Beispiel erfordern die britischen NICE-Leitlinien mehr als vier schwere Asthmaanfälle im vergangenen Jahr für die Zulassung zu Biologika. Wenn diese Kriterien gelockert wurden, stieg der Anteil der infrage kommenden Patienten deutlich an. Dies zeigt, dass die Wahl der Kriterien einen großen Einfluss darauf hat, wer für die Therapien infrage kommt.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Studie zeigt, dass T2-high Asthma der häufigste Typ in der C-BIOPRED-Kohorte ist und über die Zeit stabil bleibt. Die Eignung für Biologika hängt stark von den verwendeten Biomarkern und Kriterien ab. Es besteht jedoch weiterhin Bedarf an besseren Biomarkern, um die Eignung für spezifische Therapien genauer zu bestimmen. Viele Patienten, die nicht für Biologika infrage kamen, hatten weniger als zwei schwere Asthmaanfälle im vergangenen Jahr, obwohl sie hohe Entzündungswerte aufwiesen.
Zusammenfassung
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse darüber, welche Patienten mit schwerem Asthma in China für moderne T2-Biologika infrage kommen. Sie unterstreicht die Bedeutung von Biomarkern und die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Behandlung von schwerem Asthma zu optimieren.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002556