Was tun bei schwerem Herzversagen? Temporärer mechanischer Kreislaufunterstützung (tMCS) als Rettungsanker

Was tun bei schwerem Herzversagen? Temporärer mechanischer Kreislaufunterstützung (tMCS) als Rettungsanker

Herzversagen ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die schnell und effektiv behandelt werden muss. Doch was passiert, wenn Medikamente allein nicht ausreichen? In solchen Fällen kann die temporäre mechanische Kreislaufunterstützung (tMCS) eine lebensrettende Option sein. Dieser Artikel erklärt, wie tMCS funktioniert, wann sie eingesetzt wird und was Patienten und Angehörige wissen sollten.

Was ist tMCS?

tMCS (temporäre mechanische Kreislaufunterstützung) ist eine Technologie, die das Herz vorübergehend unterstützt, wenn es zu schwach ist, um alleine zu arbeiten. Sie wird bei schwerem Herzversagen oder Schock eingesetzt, um die Durchblutung der Organe zu sichern und Zeit für die Genesung oder weitere Behandlungen zu gewinnen.

Welche Geräte gibt es?

Es gibt verschiedene tMCS-Geräte, die je nach Bedarf eingesetzt werden:

  1. Intra-Aortale Ballonpumpe (IABP):
    Eine kleine Ballonpumpe wird in die Hauptschlagader (Aorta) eingeführt. Sie hilft, den Blutfluss zu verbessern, indem sie den Druck in der Aorta erhöht. Die IABP ist einfach zu handhaben und wird oft in Notfällen verwendet.

  2. Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO):
    ECMO ist ein Gerät, das außerhalb des Körpers arbeitet. Es pumpt Blut aus dem Körper, reichert es mit Sauerstoff an und führt es zurück. Es gibt zwei Arten:

    • Veno-Venöse ECMO (VV-ECMO): Unterstützt die Lunge bei schwerem Atemversagen.
    • Veno-Arterielle ECMO (VA-ECMO): Unterstützt sowohl Herz als auch Lunge.
  3. Axialpumpen (Impella):
    Diese kleinen Pumpen werden durch die Blutgefäße ins Herz geschoben. Sie unterstützen die linke oder rechte Herzkammer, je nach Bedarf.

  4. Zentrifugalpumpen:
    Diese Geräte, wie die CentriMag-Pumpe, können größere Blutmengen pumpen und werden bei schwerem Herzversagen eingesetzt.

Wann wird tMCS eingesetzt?

tMCS wird in verschiedenen Situationen verwendet:

  1. Herzinfarkt mit Schock:
    Wenn ein Herzinfarkt zu einem schweren Schock führt, kann tMCS den Kreislauf stabilisieren, während der Patient behandelt wird.

  2. Nach Herzoperationen:
    Manchmal versagt das Herz nach einer Operation. tMCS kann helfen, bis es sich erholt.

  3. Schweres Herzversagen:
    Bei akutem Herzversagen, das nicht auf Medikamente anspricht, kann tMCS als Überbrückung zur Genesung oder weiteren Behandlung dienen.

Wer kommt für tMCS infrage?

Nicht jeder Patient ist ein Kandidat für tMCS. Es wird nur bei schwerem Herzversagen eingesetzt, wenn andere Behandlungen nicht wirken. Patienten mit irreversiblen Organschäden oder schweren Begleiterkrankungen sind möglicherweise nicht geeignet.

Wie wird tMCS durchgeführt?

Die Entscheidung für tMCS wird von einem Team aus Herzspezialisten, Chirurgen und Intensivmedizinern getroffen. Das Gerät wird in der Regel in einer Operation eingeführt. Der Patient wird während der gesamten Zeit engmaschig überwacht.

Was sind die Risiken?

Wie bei jeder Behandlung gibt es auch bei tMCS Risiken:

  • Blutungen: Durch die Blutverdünnung kann es zu Blutungen kommen.
  • Infektionen: Die Einführungsstellen der Geräte können sich entzünden.
  • Thrombosen: Blutgerinnsel können sich bilden und Gefäße verstopfen.

Wie wird die Behandlung beendet?

Wenn sich das Herz erholt, wird die tMCS schrittweise reduziert. Der Arzt überprüft, ob das Herz wieder alleine arbeiten kann. Falls nicht, kann eine langfristige Unterstützung oder eine Herztransplantation in Betracht gezogen werden.

Fazit

tMCS ist eine wichtige Option bei schwerem Herzversagen. Sie kann Leben retten, indem sie das Herz vorübergehend unterstützt und Zeit für die Genesung oder weitere Behandlungen schafft. Die Entscheidung für tMCS erfordert eine sorgfältige Abwägung durch ein erfahrenes Team.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002980

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