Was sind diese mysteriösen Bläschen im Gesicht? Ein Blick auf Ekkrine Hidrozystome

Was sind diese mysteriösen Bläschen im Gesicht? Ein Blick auf Ekkrine Hidrozystome

Haben Sie schon einmal kleine, durchscheinende Bläschen im Gesicht bemerkt, die scheinbar ohne Grund auftauchen und wieder verschwinden? Diese Hautveränderungen könnten ekkrine Hidrozystome (EH) sein – gutartige Zysten, die durch verstopfte Schweißdrüsen entstehen. Obwohl sie harmlos sind, können sie für Betroffene lästig und schwer zu diagnostizieren sein.

Was ist ein Ekkrines Hidrozystom?

Ekkrine Hidrozystome sind kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die sich in der Haut bilden. Sie entstehen, wenn die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen (ekkrine Drüsen) blockiert sind und sich mit Flüssigkeit füllen. Diese Zysten treten besonders häufig bei Frauen mittleren Alters auf und verschlimmern sich oft in warmen und feuchten Umgebungen. Typischerweise erscheinen sie als durchscheinende, hautfarbene bis bläuliche Knötchen, vor allem um die Augen und auf den Wangen.

Wie sehen Ekkrine Hidrozystome aus?

In einer Studie mit vier Patienten wurden ekkrine Hidrozystome näher untersucht. Drei Frauen (im Alter von 31, 35 und 66 Jahren) und ein Junge (11 Jahre alt) zeigten kleine, chronische Bläschen im Gesicht. Diese waren 2 bis 4 mm groß und traten vor allem auf der Nase, den Wangen und um die Augen auf. Die Patienten berichteten, dass die Bläschen im Sommer schlimmer wurden und im Winter teilweise verschwanden. Bei der Untersuchung waren die Zysten durchscheinend und zeigten keine Entzündungszeichen.

Was zeigt die Hautuntersuchung (Dermoskopie)?

Mithilfe der Dermoskopie, einer speziellen Hautuntersuchung, lassen sich ekkrine Hidrozystome besser erkennen. Die Zysten erscheinen als runde oder ovale, bläuliche Bereiche, oft umgeben von einem hellen Ring. Innerhalb oder neben den Zysten sind manchmal weiße Punkte zu sehen, die wie kleine Rosetten aussehen. Diese Punkte entsprechen verstopften Öffnungen in der Haut, die mit Keratin (einem Hautprotein) gefüllt sind. Der bläuliche Farbton kommt von der Flüssigkeit in der Zyste, während der helle Ring durch zusammengedrücktes Bindegewebe entsteht.

Zum Vergleich:

  • Eruptive Vellushaarzysten: Gelb-weiße Bereiche mit rötlichen Rändern.
  • Steatozystome: Gelbliche, unscharf begrenzte Flecken.
  • Syringome: Hellbraune Bereiche mit netzartigen Mustern.
  • Mitesser: Hautfarbene oder bräunliche Bereiche mit sichtbaren Poren.

Was zeigt der Ultraschall?

Ein hochfrequenter Ultraschall (HFU) kann die Struktur der Zysten genauer darstellen. Ekkrine Hidrozystome erscheinen als klare, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Haut. Hinter den Zysten ist oft ein heller Schatten zu sehen, der durch die geringe Dämpfung der Ultraschallwellen entsteht. Die Wände der Zysten sind dünn und glatt, ohne Trennwände oder feste Bestandteile. Im Gegensatz dazu zeigen Mitesser erweiterte Haarfollikel und eine ungleichmäßige Hautstruktur, während Syringome keine flüssigkeitsgefüllten Hohlräume aufweisen.

Was zeigt die Gewebeuntersuchung?

Eine Gewebeprobe bestätigt die Diagnose. Unter dem Mikroskop sind ekkrine Hidrozystome als einzelne Hohlräume in der Haut zu erkennen, die von zwei Schichten flacher Zellen ausgekleidet sind. Die Zysten enthalten klare Flüssigkeit und manchmal auch kleine Ablagerungen. Wichtig ist, dass keine Anzeichen für apokrine Drüsen (eine andere Art von Schweißdrüsen) gefunden werden. Eine spezielle Färbung zeigt, dass die Zellen in der Zystenwand ein bestimmtes Protein (CEA) enthalten, was auf eine ekkrine Herkunft hinweist.

Warum ist die Diagnose schwierig?

Ekkrine Hidrozystome werden oft mit anderen Hautveränderungen verwechselt, wie:

  1. Eruptive Vellushaarzysten: Diese haben gelbliche Kerne und rötliche Ränder.
  2. Steatozystome: Diese enthalten Talg und erscheinen im Ultraschall anders.
  3. Syringome: Diese sind feste Knötchen ohne flüssigkeitsgefüllte Hohlräume.
  4. Mitesser: Diese zeigen erweiterte Haarfollikel und verstopfte Poren.

Nicht-invasive Untersuchungen wie Dermoskopie und Ultraschall helfen, die Diagnose zu stellen und unnötige Gewebeentnahmen zu vermeiden.

Wie werden Ekkrine Hidrozystome behandelt?

Die Behandlung zielt darauf ab, die Schweißproduktion zu reduzieren. Patienten wird empfohlen, Hitze, Feuchtigkeit und abdeckende Hautpflegeprodukte zu meiden. Ein Medikament namens Atropin (0,5–1 %) kann lokal angewendet werden, um die Schweißdrüsen zu hemmen. In der Studie berichteten alle Patienten über eine deutliche Verbesserung oder ein vollständiges Verschwinden der Bläschen innerhalb weniger Wochen.

Warum sind bildgebende Verfahren wichtig?

Die Kombination von Dermoskopie und Ultraschall verbessert die Diagnose:

  • Dermoskopie: Zeigt bläuliche Bereiche und weiße Punkte, die für EH typisch sind.
  • Ultraschall: Bestätigt, dass es sich um flüssigkeitsgefüllte Zysten handelt.
    Diese Methoden ergänzen die Gewebeuntersuchung und sind besonders nützlich, wenn eine Biopsie nicht möglich ist.

Fazit

Ekkrine Hidrozystome sind zwar selten, können aber mithilfe moderner bildgebender Verfahren zuverlässig diagnostiziert werden. Dermoskopie und Ultraschall liefern wichtige Informationen, um EH von ähnlichen Hautveränderungen zu unterscheiden. Die Kombination aus klinischer Untersuchung, Bildgebung und Therapie bietet eine sichere Diagnose und effektive Behandlung.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000975
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