Warum treten Schlaganfälle morgens häufiger auf? Ein Blick auf die innere Uhr

Warum treten Schlaganfälle morgens häufiger auf? Ein Blick auf die innere Uhr

Haben Sie sich jemals gefragt, warum manche Menschen morgens mit einem Schlaganfall aufwachen? Diese Art von Schlaganfall, bekannt als „Wake-Up Stroke“ (WUS), macht etwa 20 % aller Schlaganfälle aus. Doch warum passiert das gerade im Schlaf? Forscher vermuten, dass unsere innere Uhr, auch „zirkadianer Rhythmus“ genannt, eine entscheidende Rolle spielen könnte. Diese Studie untersucht, ob Störungen in diesem Rhythmus dazu beitragen könnten, dass Schlaganfälle im Schlaf auftreten.

Was ist ein Wake-Up Stroke?

Ein Wake-Up Stroke ist ein Schlaganfall, der während des Schlafs auftritt. Betroffene gehen gesund ins Bett und wachen mit Symptomen wie Lähmungen oder Sprachstörungen auf. Schlaganfälle sind oft mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes verbunden. Aber warum treten sie gerade morgens häufiger auf? Die Antwort könnte in unserem biologischen Rhythmus liegen.

Die innere Uhr und ihre Rolle

Unser Körper hat eine natürliche Uhr, die viele Prozesse steuert. Diese Uhr befindet sich im Gehirn und heißt „Suprachiasmatischer Nukleus“ (SCN). Sie reguliert Dinge wie Schlaf, Blutdruck und Hormone. Zwei wichtige Hormone, die von dieser Uhr gesteuert werden, sind Melatonin (das „Schlafhormon“) und Cortisol (das „Stresshormon“). Melatonin hilft uns, müde zu werden, während Cortisol uns morgens wach macht.

Warum könnte die innere Uhr eine Rolle spielen?

Forscher glauben, dass bei manchen Menschen die innere Uhr im Schlaf nicht richtig funktioniert. Dies könnte dazu führen, dass der Körper nicht ausreichend geschützt ist, was das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Zum Beispiel könnte der Blutdruck im Schlaf zu stark schwanken, was das Risiko für Gefäßprobleme erhöht. Auch Schlafapnoe, eine Erkrankung, bei der die Atmung im Schlaf aussetzt, könnte eine Rolle spielen. Diese Erkrankung steht im Verdacht, die innere Uhr zu stören.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Diese Studie untersuchte drei Gruppen: Menschen, die mit einem Schlaganfall aufwachten (WUS), Menschen, die tagsüber einen Schlaganfall hatten (non-WUS), und gesunde Freiwillige. Die Forscher maßen die Konzentrationen von Melatonin und Cortisol im Blut sowie die Aktivität von Genen, die die innere Uhr steuern. Diese Gene heißen CLOCK, BMAL1, PER1, PER2, PER3, CRY1 und CRY2.

Die Teilnehmer wurden gebeten, ihren normalen Schlafrhythmus beizubehalten. Sie trugen Aktivitätsarmbänder und Schlafmasken. Blutproben wurden alle sechs Stunden entnommen, um die Hormonwerte zu messen. Auch der Blutdruck, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur wurden über 24 Stunden aufgezeichnet.

Was wurden die Ergebnisse?

Die Studie zeigte, dass bei Menschen mit Wake-Up Stroke die innere Uhr möglicherweise gestört ist. Die Konzentrationen von Melatonin und Cortisol wichen von den normalen Mustern ab. Auch die Aktivität der Gene, die die innere Uhr steuern, war verändert. Diese Veränderungen wurden bei den anderen Gruppen nicht beobachtet.

Was bedeutet das?

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gestörte innere Uhr das Risiko für einen Schlaganfall im Schlaf erhöhen könnte. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Studie nur Zusammenhänge zeigt und keine Ursachen beweist. Weitere Forschung ist nötig, um diese Theorie zu bestätigen.

Warum ist das wichtig?

Schlaganfälle sind eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Wenn wir verstehen, warum sie im Schlaf auftreten, können wir bessere Wege finden, sie zu verhindern. Zum Beispiel könnten Menschen mit Schlafapnoe oder anderen Schlafstörungen von einer Behandlung profitieren, die ihre innere Uhr stabilisiert.

Was können wir daraus lernen?

Diese Studie zeigt, wie wichtig es ist, auf unseren Schlaf zu achten. Eine gesunde innere Uhr könnte nicht nur unseren Schlaf verbessern, sondern auch unser Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Schlaganfälle verringern. Es ist jedoch wichtig, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Weitere Forschung ist nötig, um die genauen Mechanismen zu verstehen.

Zusammenfassung

Wake-Up Stroke ist ein Schlaganfall, der im Schlaf auftritt. Diese Studie untersuchte, ob eine gestörte innere Uhr dazu beitragen könnte. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Betroffenen die Konzentrationen von Melatonin und Cortisol sowie die Aktivität der inneren Uhr-Gene verändert waren. Dies deutet darauf hin, dass eine gestörte innere Uhr das Risiko für Schlaganfälle im Schlaf erhöhen könnte. Weitere Forschung ist jedoch nötig, um diese Theorie zu bestätigen.

For educational purposes only.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001111

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