Warum sinken die Lungenkrebs-Todesfälle in einigen Ländern, während sie in anderen steigen?

Warum sinken die Lungenkrebs-Todesfälle in einigen Ländern, während sie in anderen steigen?

Lungenkrebs ist weltweit die tödlichste Krebsart. Im Jahr 2016 war er für fast jeden fünften Krebstod verantwortlich. Doch aktuelle Daten zeigen ein widersprüchliches Bild: In einigen Ländern gehen die Todesfälle zurück, in anderen steigen sie. Eine neue Studie identifiziert den Hauptgrund – eine bestimmte Verhaltensweise.


Die Rolle des Rauchens bei Lungenkrebs

Seit Jahrzehnten gilt Rauchen als Hauptursache für Lungenkrebs. Tabakrauch enthält über 70 krebserregende Chemikalien. Als Länder in den 1980er und 1990er Jahren Anti-Tabak-Kampagnen starteten, rechnete kaum jemand mit schnellen Erfolgen. Doch heute zeigt die Datenlage klare Trends.

Forscher analysierten die Lungenkrebs-Sterberaten in 49 Ländern zwischen 2000 und 2018. Nationen mit strengen Tabakgesetzen verzeichneten deutliche Rückgänge:

  • Die USA senkten die Todesfälle um 32 %, nachdem sie öffentliches Rauchen verboten und Zigarettensteuern erhöhten.
  • Mexiko reduzierte die Todesfälle um 36 % durch grafische Gesundheitswarnungen auf Zigarettenpackungen.
  • Tschechien erzielte einen Rückgang um 32 % durch rauchfreie Arbeitsplätze.

Insgesamt sanken die Todesfälle in Ländern mit sinkenden Raucherquoten bei Männern und Frauen seit 2000 um 10 %. Dort, wo die Raucherraten stabil blieben oder stiegen, nahmen auch die Todesfälle zu.


Bewegung, Ernährung und Alkohol: Welche Rolle spielen sie?

Die Studie untersuchte auch andere von der WHO empfohlene Lebensstilfaktoren zur Krankheitsprävention:

  1. Körperliche Aktivität (150 Minuten Sport pro Woche).
  2. Gesunde Ernährung (mehr Obst, Gemüse und Vollkorn).
  3. Eingeschränkter Alkoholkonsum (maximal 1–2 Gläser täglich).

Bewegung zeigte einen schwachen Zusammenhang mit niedrigeren Lungenkrebs-Todesraten. In Ländern wie Guatemala (46 % weniger Todesfälle) förderten Kampagnen zum Gehen und Sporttreiben die Aktivität. Dennoch war der Effekt zu gering, um Bewegung als direkten Schutzfaktor zu bestätigen.

Ernährungsänderungen und Alkoholreduktion hatten kaum Auswirkungen. Mehr Gemüse oder weniger Alkohol veränderten die Sterberaten kaum. Dies überraschte Forscher, da frühere Studien auf eine mögliche Rolle der Ernährung hinwiesen. „Lungenkrebs ist so eng mit Rauchen verknüpft, dass andere Faktoren untergehen“, erklärte ein Wissenschaftler.


Länder mit steigenden Todesraten

In sechs Ländern stiegen die Lungenkrebs-Todesfälle deutlich an:

  • Grenada (+50 %).
  • Brunei Darussalam (+42 %).
  • Moldawien (+38 %).

Hier stagnierten oder stiegen die Raucherquoten. In Moldawien ist Rauchen in Restaurants noch erlaubt, und weniger als 30 % der Erwachsenen wissen, dass Rauchen Lungenkrebs verursacht.

Luftverschmutzung – ein weiterer Risikofaktor – erklärte die Unterschiede nicht. Städte wie Peking oder Delhi mit hoher Schadstoffbelastung gehörten nicht zur Gruppe mit den stärksten Anstiegen. „Tabak bleibt die größte Bedrohung“, fasst der Bericht zusammen.


Was bedeutet das für die Zukunft?

Die WHO möchte frühzeitige Todesfälle durch Krankheiten wie Lungenkrebs bis 2030 um 33 % reduzieren. Die Studie empfiehlt:

  1. Anti-Tabak-Gesetze verstärken: Werbeverbote, höhere Steuern und rauchfreie Zonen wirken.
  2. Bewegung weiter erforschen: Selbst kleine Effekte könnten in Kombination mit anderen Maßnahmen Leben retten.

Für Einzelpersonen bleibt der Rauchstopp der beste Schutz. Keine andere Maßnahme kommt dem nahe.

Nur zu Bildungszwecken.
DOI: 10.1097/CM9.0000000000000918

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