Warum nehmen schwangere Frauen in China nicht genug Folsäure, Multivitamine und Kalzium?
Schwangerschaft ist eine Zeit, in der der Körper besondere Nährstoffe braucht. Doch viele schwangere Frauen in China bekommen nicht genug Folsäure, Vitamine und Kalzium. Warum ist das so? Und was beeinflusst, ob sie diese wichtigen Nährstoffe einnehmen?
Die Bedeutung von Nährstoffen in der Schwangerschaft
Folsäure, Vitamine und Kalzium sind entscheidend für die Gesundheit von Mutter und Kind. Folsäure hilft, Fehlbildungen beim Baby zu verhindern. Vitamine unterstützen das Immunsystem und die Entwicklung des Kindes. Kalzium ist wichtig für die Knochen der Mutter und des Babys. Trotz klarer Empfehlungen nehmen viele Frauen diese Nährstoffe nicht regelmäßig ein.
Eine nationale Studie gibt Antworten
Eine große Studie in China hat untersucht, warum schwangere Frauen diese Nährstoffe nicht ausreichend einnehmen. Die Studie wurde in 24 Krankenhäusern in 16 Provinzen durchgeführt. Über 12.000 schwangere Frauen nahmen teil. Die Daten wurden aus Krankenakten, Gesundheitsdaten und Interviews gesammelt.
Was wurde untersucht?
Die Studie konzentrierte sich auf drei Nährstoffe:
- Folsäure: Tägliche Einnahme von 0,4 mg.
- Multivitamine: Produkte wie „Multivitamin A“ (enthält Folsäure, Vitamine A, B1, B2, B6, B12, C, D3, E, Biotin, Kalzium, Magnesium und Spurenelemente) und „Multivitamin B“ (Vitamine A, D, E, B-Komplex und Beta-Carotin).
- Kalzium: Tägliche Einnahme von 1,5–2,0 g.
Die Forscher untersuchten auch, welche Faktoren die Einnahme beeinflussen. Dazu gehörten:
- Wohnregion, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Bildung, Einkommen.
- Rauchen, Alkoholkonsum, frühere Schwangerschaften, Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit.
Die Ergebnisse
Wer nimmt die Nährstoffe ein?
- Folsäure: 83,25% der Frauen nahmen Folsäure ein. 80% begannen damit 3 Monate vor der Schwangerschaft oder im ersten Schwangerschaftsdrittel.
- Multivitamine: 65,22% der Frauen nahmen Multivitamine ein. 35,5% begannen damit 1–3 Monate vor der Schwangerschaft.
- Kalzium: 64,83% der Frauen nahmen Kalzium ein. Die meisten begannen damit zwischen der 16. und 28. Schwangerschaftswoche.
Was beeinflusst die Einnahme?
- Bildung und Einkommen: Frauen mit höherer Bildung und höherem Einkommen nahmen häufiger Multivitamine und Kalzium ein. Frauen mit niedrigerem Einkommen nahmen häufiger Folsäure ein, möglicherweise wegen staatlicher Programme.
- Frühere Schwangerschaften: Frauen, die schon Kinder hatten, nahmen seltener Nährstoffe ein. Frauen, die eine Fehlgeburt hatten oder künstliche Befruchtung nutzten, nahmen häufiger Multivitamine und Kalzium ein.
- Wohnregion: In Regionen mit wenig Sonnenlicht (z.B. Südwestchina) nahmen Frauen häufiger Kalzium ein. In Regionen mit viel Sonnenlicht (z.B. Nordchina) war die Einnahme seltener.
- Schwangerschaftsbeschwerden: Frauen mit Übelkeit nahmen häufiger alle Nährstoffe ein.
Warum ist das wichtig?
Die Studie zeigt, dass viele schwangere Frauen in China nicht genug Nährstoffe einnehmen. Das kann Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Besonders Frauen mit niedriger Bildung, niedrigem Einkommen oder in bestimmten Regionen brauchen Unterstützung.
Was kann getan werden?
- Bessere Aufklärung: Frauen mit niedriger Bildung oder Einkommen sollten gezielt informiert werden.
- Regionale Initiativen: In Regionen mit wenig Sonnenlicht oder geringer Kalziumaufnahme sollten spezielle Programme gestartet werden.
- Regelmäßige Kontrolle: Ärzte sollten in der Schwangerschaft regelmäßig den Nährstoffstatus überprüfen.
Grenzen der Studie
Die Studie wurde in Krankenhäusern durchgeführt. Frauen aus ländlichen Gebieten könnten unterrepräsentiert sein. Die meisten Teilnehmerinnen waren im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel. Daten zur Zeit vor der Schwangerschaft fehlen. Die Einnahme der Nährstoffe wurde selbst berichtet, was zu Fehlern führen kann.
Fazit
Die Studie gibt wichtige Einblicke in die Einnahme von Nährstoffen bei schwangeren Frauen in China. Bessere Aufklärung, regionale Programme und regelmäßige Kontrollen könnten die Situation verbessern. Weitere Forschung ist nötig, um die langfristigen Auswirkungen der Nährstoffe auf Mutter und Kind zu untersuchen.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002202