Warum leiden so viele chinesische Erwachsene an mehreren chronischen Krankheiten?
Haben Sie sich jemals gefragt, warum manche Menschen gleichzeitig mit mehreren Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben? In China wird dieses Problem zunehmend zu einer großen Herausforderung. Eine kürzlich durchgeführte Studie mit über einer halben Million Erwachsener hat Licht auf die Muster von mehreren chronischen Krankheiten, bekannt als Multimorbidität, und deren Auswirkungen auf das Sterberisiko geworfen. Die Ergebnisse sind alarmierend und unterstreichen die dringende Notwendigkeit besserer Präventions- und Behandlungsstrategien.
Was ist Multimorbidität?
Multimorbidität bedeutet, dass zwei oder mehr chronische Krankheiten gleichzeitig vorliegen. Es ist nicht nur ein Problem älterer Erwachsener – mehr als die Hälfte der Betroffenen ist unter 65 Jahre alt. Dieser Zustand kann schwerwiegende Folgen haben, wie eingeschränkte körperliche Fähigkeiten, häufige Krankenhausbesuche und sogar einen vorzeitigen Tod. Er belastet auch die Gesundheitssysteme erheblich.
Die Studie: Ein genauerer Blick
Die Studie verwendete Daten aus der China Kadoorie Biobank (CKB), einem großen Forschungsprojekt, das 512.723 Erwachsene im Alter von 30 bis 79 Jahren aus zehn Regionen Chinas über einen längeren Zeitraum begleitete. Die Teilnehmer wurden auf 15 chronische Krankheiten untersucht, darunter Bluthochdruck, Diabetes, Herzkrankheiten, Asthma und Krebs. Die Forscher verwendeten fortschrittliche Methoden, um diese Krankheiten in Muster zu gruppieren und dann zu untersuchen, wie diese Muster mit dem Sterberisiko verbunden sind.
Wichtige Erkenntnisse
-
Prävalenz von Multimorbidität
Etwa 15,8 % der Teilnehmer litten an Multimorbidität. Je älter die Person war, desto wahrscheinlicher war es, dass sie mehrere Krankheiten hatte. Zum Beispiel hatten nur 6,4 % der unter 50-Jährigen Multimorbidität, aber diese Zahl stieg auf 31,8 % bei den über 60-Jährigen. Menschen in Städten waren auch häufiger von Multimorbidität betroffen als Menschen in ländlichen Gebieten. -
Vier Hauptmuster von Multimorbidität
Die Studie identifizierte vier Hauptgruppen von Krankheiten:- Kardiometabolische Multimorbidität: Dazu gehören Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall und Bluthochdruck. Dies war das häufigste Muster und betraf 6,0 % der Teilnehmer.
- Respiratorische Multimorbidität: Dazu gehören Tuberkulose, Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Dieses Muster wurde bei 0,4 % der Teilnehmer festgestellt.
- Gastrointestinale und hepatorenale Multimorbidität: Dazu gehören Gallensteine, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Magengeschwüre und Krebs. Dies betraf 0,8 % der Teilnehmer.
- Psychische und arthritische Multimorbidität: Dazu gehören Neurasthenie (eine Erkrankung mit Müdigkeit und Schwäche), psychiatrische Störungen und rheumatoide Arthritis. Dies war das seltenste Muster und betraf nur 0,2 % der Teilnehmer.
-
Wer ist am meisten gefährdet?
Menschen mit kardiometabolischer Multimorbidität waren oft älter, lebten in Städten und hatten ein höheres Körpergewicht. Respiratorische Multimorbidität war bei Männern häufiger, während psychische und arthritische Multimorbidität bei Frauen häufiger vorkam. -
Der Zusammenhang mit dem Tod
Während der Studie starben fast 50.000 Teilnehmer. Diejenigen mit kardiometabolischer Multimorbidität hatten das höchste Sterberisiko, gefolgt von denen mit respiratorischer Multimorbidität. Menschen mit zwei oder mehr Mustern von Multimorbidität hatten ein doppelt so hohes Sterberisiko wie diejenigen ohne Multimorbidität.
Krankheitspaare und ihre Auswirkungen
Einige Krankheiten traten häufiger zusammen auf. Zum Beispiel waren psychiatrische Störungen und Neurasthenie achtmal häufiger gemeinsam vorhanden als erwartet. Asthma und COPD traten sechsmal häufiger gemeinsam auf. Die Kombination von Lebererkrankungen und Krebs hatte das höchste Sterberisiko, gefolgt von Diabetes und Schlaganfall.
Je mehr Krankheiten, desto höher das Risiko
Die Studie fand einen klaren Zusammenhang zwischen der Anzahl der chronischen Krankheiten und dem Sterberisiko. Für jede zusätzliche Krankheit stieg das Sterberisiko um 36 %. Menschen mit vier oder mehr Krankheiten hatten ein mehr als dreimal höheres Sterberisiko als diejenigen ohne chronische Krankheiten.
Was bedeutet dies für China?
Diese Ergebnisse zeigen, dass Multimorbidität in China ein ernstes Problem darstellt, insbesondere kardiometabolische und respiratorische Muster. Diese Zustände stellen die größte Bedrohung für das Leben dar und erfordern dringende Aufmerksamkeit. Präventionsbemühungen sollten sich auf gemeinsame Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Rauchen konzentrieren. Ärzte benötigen auch bessere Leitlinien, um Patienten mit mehreren chronischen Krankheiten zu behandeln.
Ausblick
Diese Studie ist ein Weckruf für China und andere Länder, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Das Verständnis der Muster von Multimorbidität und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit kann dazu beitragen, gezielte Strategien zur Reduzierung der Belastung durch chronische Krankheiten zu entwickeln. Zukünftige Forschungen sollten untersuchen, warum diese Krankheiten zusammen auftreten und wie sie das Leben der Menschen beeinflussen.
Zusammenfassend ist Multimorbidität ein wachsendes Problem, das Millionen von chinesischen Erwachsenen betrifft. Durch die Identifizierung der Muster und Risiken können wir Schritte unternehmen, um die Gesundheitsergebnisse zu verbessern und die Belastung der Gesundheitssysteme zu verringern.
Nur zu Bildungszwecken.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001985