Warum ist Magenkrebs in China immer noch ein großes Problem?

Warum ist Magenkrebs in China immer noch ein großes Problem?

Magenkrebs bleibt eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen in China. Fast die Hälfte aller Fälle weltweit treten hier auf. Warum ist das so? Und was können wir in Zukunft erwarten? Diese Fragen sind wichtig, um die Krankheit besser zu verstehen und zu bekämpfen.

Historische Trends: Was ist in den letzten 30 Jahren passiert?

Zwischen 1990 und 2019 gab es deutliche Unterschiede bei der Häufigkeit und Sterblichkeit von Magenkrebs zwischen Männern und Frauen. Bei Männern stieg die altersbereinigte Erkrankungsrate leicht an, während sie bei Frauen deutlich zurückging. Die Sterblichkeit sank bei beiden Geschlechtern, aber bei Frauen stärker als bei Männern.

Unterschiede nach Alter

Bei Männern stieg die Erkrankungsrate in jüngeren (20–34 Jahre) und älteren (80–89 Jahre) Altersgruppen an. Bei Frauen gab es dagegen in fast allen Altersgruppen (25–84 Jahre) einen Rückgang. Die Sterblichkeit sank bei Frauen in allen Altersgruppen (20–89 Jahre) und bei Männern zwischen 30 und 84 Jahren.

Alterskurven: Wie steigt das Risiko mit dem Alter?

Das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter stark an. Bei beiden Geschlechtern ist die Rate in der Altersgruppe 20–24 am niedrigsten und nimmt dann exponentiell zu. Männer haben in allen Altersgruppen höhere Raten als Frauen. Im Alter von 85–89 Jahren erreicht die Erkrankungsrate bei Männern 245,7 pro 100.000 und bei Frauen 79,6 pro 100.000.

Einflüsse von Zeit und Generation

Zeitliche Einflüsse

Faktoren wie Gesundheitspolitik oder Umweltveränderungen haben in den letzten Jahrzehnten zu einem Rückgang sowohl der Erkrankungs- als auch der Sterblichkeitsraten geführt. Bei Frauen sank die Erkrankungsrate von 1,26 (1990–1994) auf 0,78 (2015–2019). Bei Männern ging sie von 1,05 auf 0,95 zurück.

Generationeneffekte

Jüngere Generationen haben ein höheres Erkrankungsrisiko. Männer, die nach 1970 geboren wurden, und Frauen, die nach 1985 geboren wurden, zeigen höhere Raten im Vergleich zu früheren Generationen. Die Sterblichkeitsraten sanken jedoch in allen Generationen, was auf verbesserte Behandlungen zurückzuführen ist.

Prognosen bis 2030: Was erwartet uns?

Bis 2030 wird die altersbereinigte Erkrankungsrate bei Männern voraussichtlich um 7,4 % steigen, während sie bei Frauen um 7,2 % sinken wird. Die Sterblichkeitsraten werden bei beiden Geschlechtern zurückgehen: bei Männern um 16,0 % und bei Frauen um 22,6 %.

Trotz sinkender Raten wird die absolute Zahl der Fälle aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Alterung zunehmen. Von 2019 bis 2030 wird die Zahl der Neuerkrankungen bei Männern um 18,3 % und bei Frauen um 7,9 % steigen. Die Zahl der Todesfälle wird bei Männern um 10,1 % und bei Frauen um 4,5 % zunehmen.

Verschiebung der Altersverteilung

Der Anteil der Magenkrebsfälle und Todesfälle bei älteren Erwachsenen (≥65 Jahre) wird erheblich zunehmen. Bis 2030 werden ältere Erwachsene 71,2 % der Fälle und 76,8 % der Todesfälle ausmachen.

Treiber der Trends: Was beeinflusst die Entwicklung?

Die unterschiedlichen Trends zwischen Männern und Frauen sind auf verschiedene Risikofaktoren und Schutzmaßnahmen zurückzuführen. Die Rückgang der Helicobacter-pylori-Infektionen (von 58,3 % in 1983–1994 auf 40,0 % in 2015–2019), verbesserte Lebensmittelkonservierung und erhöhter Gemüsekonsum haben zu einem Rückgang von Magenkrebs bei Frauen beigetragen. Bei Männern haben jedoch steigender Alkoholkonsum, Rauchen und Fettleibigkeit die Erkrankungsraten erhöht.

Die sinkende Sterblichkeit ist auf Fortschritte bei der Früherkennung und Behandlung zurückzuführen. Nationale Screening-Programme, die 2005 in ländlichen Hochrisikogebieten und 2012 in städtischen Zentren eingeführt wurden, haben die Früherkennungsraten verbessert.

Regionale Unterschiede und politische Maßnahmen

Es gibt weiterhin große regionale Unterschiede bei der Belastung durch Magenkrebs. In Hochrisikoregionen, die oft durch hohen Natriumkonsum und begrenzten Zugang zur Gesundheitsversorgung gekennzeichnet sind, sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Die Stärkung von Screening-Programmen, die Förderung der Helicobacter-pylori-Beseitigung und die Bekämpfung von Lebensstilrisiken (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum) bleiben entscheidend.

Fazit

Die Magenkrebs-Epidemie in China steht an einem Scheideweg. Während die Sterblichkeitsraten sinken, stellt die steigende Erkrankungsrate bei Männern eine große Herausforderung dar. Bis 2030 wird die Alterung der Bevölkerung für zwei Drittel des prognostizierten Anstiegs der Fälle und Todesfälle verantwortlich sein. Um diese Belastung zu verringern, sind erweiterte Screening-Programme, gezielte Präventionsstrategien und Maßnahmen zur Bekämpfung von modifizierbaren Risikofaktoren erforderlich, insbesondere bei jungen und mittelalten Männern.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002993

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