Warum haben Menschen mit Psoriasis-Arthritis ein höheres Risiko für Knochenschwund und Knochenbrüche?

Warum haben Menschen mit Psoriasis-Arthritis ein höheres Risiko für Knochenschwund und Knochenbrüche?

Psoriasis-Arthritis (PsA) ist eine chronische Entzündungserkrankung, die bei vielen Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) auftritt. Diese Hautkrankheit verursacht rote, schuppige Flecken auf der Haut. PsA betrifft vor allem die Gelenke und führt zu Schmerzen, Schwellungen und Steifheit. Doch in letzter Zeit wird auch der Einfluss von PsA auf die Knochengesundheit immer mehr beachtet. Dieser Artikel erklärt, warum Menschen mit PsA ein höheres Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) und Knochenbrüche haben, welche Faktoren dieses Risiko erhöhen und was das für die Behandlung bedeutet.

Wie häufig sind Osteoporose und Knochenbrüche bei Psoriasis-Arthritis?

Schuppenflechte betrifft etwa 1% bis 3% der Weltbevölkerung. Bei etwa 19,7% der Patienten weltweit und 14% der asiatischen Patienten entwickelt sich daraus eine Psoriasis-Arthritis. PsA kann verschiedene Skelettprobleme verursachen, wie zum Beispiel Wirbelsäulenbeteiligung, die der Morbus Bechterew ähnelt, oder Gelenkzerstörungen, die der rheumatoiden Arthritis ähneln. Die Wechselwirkung zwischen Entzündung und Knochenumbau bei PsA wurde in letzter Zeit intensiv erforscht. Es gibt Hinweise darauf, dass PsA-Patienten ein höheres Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche haben.

Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt und die Knochen brüchiger werden. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche. Die Verbindung zwischen PsA und Osteoporose wurde erstmals in einer Studie von Frediani et al. untersucht. Sie fanden heraus, dass mehr als zwei Drittel der PsA-Patienten ohne Wirbelsäulenbeteiligung eine Demineralisierung der Knochen aufwiesen. Weitere Studien haben diese Verbindung bestätigt, obwohl die Ergebnisse unterschiedlich sind. Einige Studien berichten von einer höheren Häufigkeit von Osteoporose und Knochenbrüchen bei PsA-Patienten, während andere kein erhöhtes Risiko feststellen konnten.

Was zeigt die aktuelle Studie?

In dieser Studie wurden 100 PsA-Patienten und 100 gesunde Personen gleichen Alters und Geschlechts untersucht. Die Knochendichte (BMD) wurde an der Lendenwirbelsäule, am Oberschenkelhals und an der Hüfte gemessen. Außerdem wurden klinische Merkmale, Krankheitsaktivität und Knochenbrüche erfasst.

Die Ergebnisse zeigten, dass PsA-Patienten eine signifikant niedrigere Knochendichte an der Hüfte und am Oberschenkelhals hatten als die gesunden Personen (0,809 ± 0,193 vs. 0,901 ± 0,152 g/cm², P = 0,041; 0,780 ± 0,146 vs. 0,865 ± 0,166 g/cm², P = 0,037). Die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule war negativ mit der Dauer der Schuppenflechte, der Anzahl geschwollener Gelenke und dem Krankheitsaktivitätsscore (DAS28-CRP) korreliert (r = -0,503, -0,580, -0,438; P < 0,05). Die Knochendichte an der Hüfte und am Oberschenkelhals war negativ mit dem Gesundheitsfragebogen (HAQ) verbunden (r = -0,521, -0,335; P < 0,05).

Während der Nachbeobachtungszeit erlitten 29 PsA-Patienten Knochenbrüche, wobei Hüftfrakturen am häufigsten waren (n = 12). Eine multivariate Analyse ergab, dass höheres Alter (OR 1,132, 95% CI: 1,026–1,248, P < 0,05), ein höherer HAQ-Score (OR 1,493, 95% CI: 1,214–1,836, P < 0,01), ein höherer Krankheitsaktivitätsindex für PsA (OR 1,033, 95% CI: 1,002–1,679, P < 0,05) und eine Beteiligung der Hüftgelenke (OR 6,401, 95% CI: 4,012–44,180, P < 0,05) signifikante Risikofaktoren für Knochenbrüche waren.

Wie häufig ist Knochenschwund bei PsA-Patienten?

Die Studie zeigte, dass 72% der PsA-Patienten eine verminderte Knochendichte (Osteopenie oder Osteoporose) an mindestens einer Stelle hatten. 27% hatten eine verminderte Knochendichte an einer Stelle, 16% an zwei Stellen und 12% an allen drei Stellen. Osteoporose wurde häufiger bei Patienten ab 50 Jahren beobachtet (48,0% vs. 24,0%, χ² = 11,87, P = 0,001). Patienten, die Glukokortikoide (Kortison) einnahmen, hatten ebenfalls eine höhere Häufigkeit von Osteoporose (41,0% vs. 31,0%, χ² = 7,33, P < 0,05).

Welche Faktoren beeinflussen die Knochendichte?

Die Studie untersuchte auch den Zusammenhang zwischen klinischen Merkmalen und der Knochendichte. Patienten mit einer niedrigeren Knochendichte an der Lendenwirbelsäule waren älter, hatten eine längere Dauer der Schuppenflechte, höhere Schmerzscores (VAS), schlechtere Bewertungen durch Patienten und Ärzte (PGA, EGA), mehr geschwollene und schmerzhafte Gelenke (SJC, TJC) und höhere HAQ-Scores sowie höhere Werte bei PASI, DAS28-ESR, DAS28-CRP und DAPSA (P < 0,05 für alle). Patienten mit einer niedrigeren Knochendichte am Oberschenkelhals waren älter, hatten einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI), eine längere Dauer der Schuppenflechte, höhere Schmerzscores, schlechtere Bewertungen durch Patienten und Ärzte, mehr geschwollene und schmerzhafte Gelenke, höhere HAQ-Scores sowie höhere Werte bei ESR, PASI, DAS28-ESR, DAS28-CRP und DAPSA (P < 0,05 für alle).

Was sind die wichtigsten Risikofaktoren?

Eine multivariate Analyse ergab, dass höheres Alter (OR 40,282, 95% CI: 1,058–33,350, P < 0,05) und eine längere Dauer der Schuppenflechte (OR 1,061, 95% CI: 1,002–1,125, P < 0,05) signifikant mit einem höheren Risiko für eine verminderte Knochendichte verbunden waren. Für Knochenbrüche waren höheres Alter, ein höherer HAQ-Score, eine Beteiligung der Hüftgelenke und ein höherer DAPSA-Score signifikante Risikofaktoren.

Was bedeutet das für die Behandlung?

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, wie wichtig es ist, die Knochengesundheit bei PsA-Patienten zu überwachen, insbesondere bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität, Beteiligung der Hüftgelenke und älteren Patienten. Die hohe Häufigkeit von verminderter Knochendichte und Knochenbrüchen bei PsA-Patienten unterstreicht die Notwendigkeit von regelmäßigen Knochendichtemessungen und geeigneten Behandlungsstrategien, um das Risiko für Knochenbrüche zu verringern. Außerdem sollte die Rolle von Glukokortikoiden bei Knochenschwund und Knochenbrüchen bei der Behandlung von PsA sorgfältig berücksichtigt werden.

Zusammenfassung

PsA-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche im Vergleich zu gesunden Personen. Hohe Krankheitsaktivität, Beteiligung der Hüftgelenke und höheres Alter sind wichtige Risikofaktoren für eine verminderte Knochendichte und Knochenbrüche. Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine umfassende Beurteilung und Behandlung der Knochengesundheit bei PsA-Patienten ist, um Knochenbrüche zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern. Zukünftige Studien sollten untersuchen, wie die Kontrolle von Entzündungen und Krankheitsaktivität die Knochendichte und das Risiko für Knochenbrüche bei PsA-Patienten beeinflusst.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001810

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