Warum erhalten nicht alle Herzinfarktpatienten in China die beste Behandlung?

Warum erhalten nicht alle Herzinfarktpatienten in China die beste Behandlung?

Herzinfarkte sind eine der häufigsten Todesursachen in China. Besonders gefährlich ist der sogenannte ST-Hebungsinfarkt (STEMI), bei dem ein Teil des Herzmuskels aufgrund eines blockierten Blutgefäßes abstirbt. Die beste Behandlung in den ersten Stunden nach einem Herzinfarkt ist die sogenannte Reperfusionstherapie. Dabei wird das blockierte Gefäß wieder geöffnet, um den Blutfluss zum Herzen wiederherzustellen. Doch in China erhalten viele Patienten diese lebensrettende Behandlung nicht. Warum ist das so?

Was ist Reperfusionstherapie?

Bei einem Herzinfarkt ist ein Blutgefäß im Herzen blockiert. Ohne Behandlung stirbt der betroffene Herzmuskel ab. Die Reperfusionstherapie soll das blockierte Gefäß schnell wieder öffnen. Es gibt zwei Hauptmethoden: die primäre perkutane Koronarintervention (PCI), bei der ein Katheter verwendet wird, um das Gefäß zu öffnen, und die Fibrinolyse, bei der Medikamente eingesetzt werden, um das Blutgerinnsel aufzulösen. Beide Methoden sind am wirksamsten, wenn sie innerhalb der ersten 12 Stunden nach Beginn der Symptome angewendet werden.

Wie sieht die Praxis in China aus?

Eine große Studie, die von 2014 bis 2019 durchgeführt wurde, hat die Reperfusionstherapie bei STEMI-Patienten in China untersucht. Die Studie umfasste 159 Krankenhäuser in 30 Provinzen und analysierte Daten von fast 60.000 Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass nur 63,1 % der Patienten eine Reperfusionstherapie erhielten. Die meisten davon wurden mit der PCI-Methode behandelt (55,4 %), während nur 7,7 % eine Fibrinolyse erhielten.

Regionale Unterschiede

Die Studie zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen. In Zentralchina erhielten weniger als die Hälfte der Patienten eine Reperfusionstherapie. In anderen Regionen lag die Rate bei bis zu 73,5 %. Insgesamt stieg die Reperfusionsrate von 60,0 % im Jahr 2014 auf 69,7 % im Jahr 2019, hauptsächlich aufgrund einer Zunahme der PCI-Behandlungen innerhalb der ersten 12 Stunden.

Wer wird behandelt, wer nicht?

Patienten, die keine Reperfusionstherapie erhielten, waren tendenziell älter, häufiger Frauen und hatten mehr Begleiterkrankungen. Patienten, die eine PCI erhielten, waren häufiger durch städtische Krankenversicherungen abgedeckt und hatten eine geringere Krankheitslast. Patienten, die eine Fibrinolyse erhielten, wurden häufiger aus anderen Einrichtungen überwiesen und waren durch ländliche Krankenversicherungen abgedeckt.

Probleme bei der PCI-Behandlung

Von den 32.929 Patienten, die eine PCI erhielten, wurden 85,9 % innerhalb der ersten 12 Stunden behandelt. Bei 14,1 % erfolgte die Behandlung zwischen 12 und 24 Stunden. Die meisten Behandlungen erfolgten über die Arterie am Handgelenk (92,7 %). Bei 24,6 % der Patienten wurde eine Thrombusaspiration durchgeführt, bei der das Blutgerinnsel mechanisch entfernt wird. In 90,0 % der Fälle wurde ein Stent eingesetzt, meist ein medikamentenbeschichteter Stent (98,8 %). Allerdings gab es Verzögerungen bei der Behandlung: Nur 72,8 % der Patienten, die innerhalb der ersten 12 Stunden behandelt wurden, und 50,8 % der Patienten, die zwischen 12 und 24 Stunden behandelt wurden, erreichten die empfohlene Zeit von ≤90 Minuten vom Eintreffen im Krankenhaus bis zur Eröffnung des Gefäßes.

Warum erhalten nicht alle Patienten eine Behandlung?

Die Studie identifizierte mehrere Faktoren, die mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine Reperfusionstherapie verbunden waren. Dazu gehören höheres Alter, weibliches Geschlecht, ländliche Krankenversicherung, Vorgeschichte von Herzerkrankungen, Nierenversagen, Schlaganfall, Herzschwäche bei der Aufnahme, höherer Blutdruck und längere Zeit vom Symptombeginn bis zur Krankenhausaufnahme. Auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region spielte eine Rolle: Krankenhäuser in wirtschaftlich besser entwickelten Regionen boten häufiger eine Reperfusionstherapie an.

Welche Auswirkungen hat die Behandlung?

Die Studie untersuchte auch die Auswirkungen der Reperfusionstherapie auf schwerwiegende Herzereignisse im Krankenhaus. Im Vergleich zu Patienten, die keine Reperfusionstherapie erhielten, hatten alle Patienten, die eine Reperfusionstherapie erhielten, ein geringeres Risiko für schwerwiegende Herzereignisse. Nach Berücksichtigung verschiedener Faktoren war die rechtzeitige PCI-Behandlung signifikant mit einem reduzierten Risiko verbunden. Die Fibrinolyse allein zeigte jedoch keine signifikante Risikoreduktion.

Was muss getan werden?

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass dringend Maßnahmen erforderlich sind, um die Reperfusionsrate in China zu erhöhen und die Unterschiede zwischen den Regionen zu verringern. Besonders ältere Patienten, Frauen und Patienten in ländlichen Gebieten sowie Patienten mit vielen Begleiterkrankungen haben Schwierigkeiten, eine rechtzeitige Reperfusionstherapie zu erhalten. Es sind gezielte Interventionen erforderlich, um den Zugang zu verbessern und die Qualität der Behandlung für STEMI-Patienten in ganz China zu erhöhen.

Fazit

Diese Studie bietet wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der Reperfusionstherapie bei STEMI-Patienten in China. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Anwendung der frühen Reperfusionstherapie, insbesondere der PCI und der pharmako-invasiven Strategie, zu stärken und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Qualität der Behandlung für STEMI-Patienten im ganzen Land zu verbessern.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002257

For educational purposes only.

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