Warum dauert die Diagnose von Morbus Bechterew in China so lange?
Morbus Bechterew (Ankylosing Spondylitis, AS) ist eine chronische Entzündung der Wirbelsäule, die oft schwer zu erkennen ist. Viele Patienten warten Jahre auf die richtige Diagnose. Warum ist das so? Und hat sich die Situation in den letzten Jahren verbessert? Eine Studie aus China gibt Antworten.
Was ist Morbus Bechterew?
Morbus Bechterew ist eine Form der axialen Spondyloarthritis (ax-SpA), die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft. Die Krankheit verursacht Schmerzen und Steifheit im Rücken und kann im Laufe der Zeit zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen. Frühe Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwere Folgen zu vermeiden.
Das Problem der verzögerten Diagnose
In China war die Diagnose von Morbus Bechterew lange ein Problem. Viele Patienten warteten Jahre, bis sie die richtige Diagnose erhielten. Eine Studie aus einem großen rheumatologischen Zentrum in Südchina untersuchte, ob sich dies in den letzten 14 Jahren verbessert hat.
Die Studie im Überblick
Die Studie verglich zwei Gruppen von Patienten: eine aus dem Jahr 2006 und eine aus dem Jahr 2020. Insgesamt wurden 566 Patienten untersucht, davon 212 aus der 2006er Gruppe und 354 aus der 2020er Gruppe. Die meisten Patienten waren männlich (81,3%) und jünger als 30 Jahre (71,7%) zum Zeitpunkt der Diagnose.
Verbesserungen in der Diagnose
Die Studie zeigte, dass sich die Zeit von den ersten Symptomen bis zur richtigen Diagnose deutlich verkürzt hat. Im Jahr 2006 dauerte es durchschnittlich 4,5 Jahre, bis die Diagnose gestellt wurde. Im Jahr 2020 war diese Zeit auf 1,1 Jahr gesunken. Besonders bei Patienten im Alter von 20 bis 29 Jahren verbesserte sich die Diagnosegeschwindigkeit deutlich.
Was hat zu diesen Verbesserungen geführt?
Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, die Diagnose zu beschleunigen:
- Bessere Kenntnisse der Ärzte: Die Ärzte sind sich der Krankheit heute besser bewusst.
- Neue Diagnosekriterien: Die 2009 eingeführten ASAS-Kriterien (Assessment of SpondyloArthritis International Society) haben die Diagnose verbessert.
- Verwendung von MRT (Magnetresonanztomographie): Die MRT hilft, frühe Anzeichen der Krankheit zu erkennen, bevor sie auf Röntgenbildern sichtbar sind.
Veränderungen bei weiblichen Patienten
Die Studie zeigte auch, dass mehr Frauen diagnostiziert wurden. Im Jahr 2006 waren 14,3% der Patienten Frauen. Im Jahr 2020 stieg dieser Anteil auf 24,6%. Dies könnte daran liegen, dass die neuen Diagnosekriterien und die MRT helfen, Frauen mit untypischen Symptomen zu erkennen.
Effiziente Datenerhebung
Die Studie nutzte WeChat-Fragebögen, die eine hohe Rücklaufrate von 96,5% hatten. Diese Methode erwies sich als effizienter und zuverlässiger als traditionelle Telefoninterviews.
Fazit
Die Anwendung der ASAS-Kriterien von 2009 hat die Diagnose von Morbus Bechterew in China deutlich verbessert. Die Verwendung von MRT und das gestiegene Bewusstsein unter Ärzten haben dazu beigetragen, die Diagnosezeiten zu verkürzen. Besonders jüngere Patienten profitieren von diesen Fortschritten.
Zukünftige Forschung
Die Studie weist auch auf einige Einschränkungen hin, wie die mögliche Subjektivität der Patienten bei der Beantwortung von Fragebögen. Zukünftige Forschung soll weitere Faktoren untersuchen, wie den Einfluss von HLA-B27-Tests und den Zeitpunkt der ersten radiologischen Untersuchungen.
Für Bildungszwecke nur.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001950