Vorhofflimmern in China: Wer ist gefährdet und wie kann man es früh erkennen?

Vorhofflimmern in China: Wer ist gefährdet und wie kann man es früh erkennen?

Vorhofflimmern (AF) ist eine häufige Herzrhythmusstörung, besonders bei älteren Menschen. Es erhöht das Risiko für Schlaganfälle erheblich. Doch was viele nicht wissen: Fast 30 % der Betroffenen haben keine spürbaren Symptome. Das macht die Vorbeugung und Behandlung schwierig. In China ist die Belastung durch AF hoch, doch es gibt nur begrenzte Informationen über die Häufigkeit und Risikofaktoren. Eine aktuelle Studie aus China hat untersucht, wie häufig AF auftritt und welche Anzeichen im EKG (Elektrokardiogramm) darauf hinweisen können.

Wie häufig ist Vorhofflimmern in China?

Die Studie wurde im Bezirk Songjiang in Shanghai durchgeführt. Sie begann im April 2015 und dauerte bis 2019. Über 18.000 Personen über 60 Jahren nahmen teil. Sie wurden jährlich untersucht, und ihre EKGs wurden aufgezeichnet. Während der Studie entwickelten 351 Personen (1,87 %) Vorhofflimmern. Das entspricht einer Rate von 5,2 Fällen pro 1000 Personen pro Jahr. Die Häufigkeit stieg mit dem Alter: Bei 60- bis 69-Jährigen lag sie bei 1,13 %, bei 70- bis 79-Jährigen bei 3,22 % und bei über 80-Jährigen bei 5,17 %.

Wer hat ein höheres Risiko?

Männer hatten ein höheres Risiko als Frauen. Personen mit Bluthochdruck waren 88 % häufiger betroffen. Bei Menschen mit Herzerkrankungen war das Risiko sogar 30-mal höher. Diabetes zeigte keinen signifikanten Einfluss auf das AF-Risiko. Auch der Blutdruck spielte eine Rolle: Ein systolischer Blutdruck (oberer Wert) über 140 mmHg erhöhte das Risiko, während der diastolische Blutdruck (unterer Wert) keine Rolle spielte.

Das Körpergewicht war ebenfalls wichtig. Personen mit einem BMI (Body-Mass-Index) unter 18,5 oder über 28,0 hatten ein höheres Risiko als solche mit einem BMI zwischen 18,5 und 28,0.

Welche Anzeichen im EKG deuten auf Vorhofflimmern hin?

Die Studie identifizierte mehrere EKG-Veränderungen, die mit einem höheren AF-Risiko verbunden waren. Dazu gehörten:

  • Vorzeitige Vorhofkontraktionen (APC): Das Risiko war fast dreimal höher.
  • Vorhofflattern: Das Risiko war 18-mal höher.
  • Vorzeitige Knoten-Kontraktionen (JPC): Das Risiko war dreieinhalbmal höher.
  • Knotenrhythmus: Das Risiko war 18-mal höher.
  • Vorzeitige Kammerkontraktionen (VPC): Das Risiko war fast doppelt so hoch.
  • Kurzes PR-Intervall: Das Risiko war fünfeinhalbmal höher.
  • Vergrößerung des rechten Vorhofs: Das Risiko war sechsmal höher.
  • Schrittmacherrhythmus: Das Risiko war viermal höher.

Linksherzhypertrophie (LVH), eine Verdickung der linken Herzkammer, war zwar häufiger bei Personen mit AF, aber kein unabhängiger Risikofaktor.

Warum sind diese EKG-Veränderungen wichtig?

Diese EKG-Veränderungen können helfen, Personen mit einem hohen AF-Risiko zu identifizieren. Sie könnten auf verschiedene Mechanismen hinweisen, die AF verursachen. Wenn man diese Veränderungen früh erkennt, kann man gezielte Maßnahmen ergreifen, um Schlaganfälle und Krankenhausaufenthalte zu verhindern.

Was bedeutet das für die Praxis?

Die Studie zeigt, dass regelmäßige EKG-Untersuchungen bei älteren Menschen wichtig sind. Sie können helfen, Personen mit einem hohen AF-Risiko frühzeitig zu erkennen. Besonders Menschen mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder bestimmten EKG-Veränderungen sollten engmaschig überwacht werden.

Zusammenfassung

Vorhofflimmern ist in China bei älteren Menschen weit verbreitet. Die Studie aus Shanghai hat gezeigt, dass bestimmte EKG-Veränderungen das Risiko für AF erhöhen. Dazu gehören vorzeitige Kontraktionen in den Vorhöfen oder Kammern, Vorhofflattern, ein kurzes PR-Intervall und eine Vergrößerung des rechten Vorhofs. Diese Erkenntnisse können helfen, Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002340

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