Sterblichkeit durch zerebrovaskuläre Erkrankungen in China

Sterblichkeit durch zerebrovaskuläre Erkrankungen in China: Aktuelle und zukünftige Trends

Zerebrovaskuläre Erkrankungen (CVD), darunter Schlaganfälle, Aneurysmen und Verengungen der Hirngefäße, sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen. In China stellt CVD eine enorme Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Doch wie hat sich die Sterblichkeit in den letzten Jahren entwickelt, und was können wir für die Zukunft erwarten? Diese Analyse basiert auf Daten des chinesischen Krankheitsüberwachungssystems (DSP) und beleuchtet die nationalen Sterblichkeitstrends von 2013 bis 2020 sowie Projektionen bis 2030.

Wichtige Erkenntnisse aus den Jahren 2013–2019

Allgemeine Sterblichkeitstrends

Im Jahr 2019 wurden in China 414.000 Todesfälle durch CVD registriert, was einer Sterblichkeitsrate von 149,6 pro 100.000 Einwohnern entspricht. Die altersstandardisierte Sterblichkeitsrate (ASMRC), angepasst an die chinesische Bevölkerung von 2010, sank von 124,7 pro 100.000 im Jahr 2013 auf 113,2 pro 100.000 im Jahr 2019. Dies entspricht einem jährlichen Rückgang von 2,43 %. Auch die global altersstandardisierte Rate (ASMRW) ging zurück, von 114,3 auf 104,3 pro 100.000. Trotz dieser Fortschritte liegt die Sterblichkeit in China deutlich höher als in Ländern mit hohem Einkommen wie den USA (37,6/100.000 im Jahr 2018) oder europäischen Ländern (85,0/100.000 im Jahr 2017).

Unterschiede nach Geschlecht, Wohnort und Region

Die Sterblichkeit variierte stark nach Geschlecht, Wohnort und Region. Männer hatten durchgehend höhere Sterblichkeitsraten als Frauen, mit ASMRC-Werten von 137,7 gegenüber 90,4 pro 100.000 im Jahr 2019. In ländlichen Gebieten war die Sterblichkeit 23,0 % höher als in städtischen Gebieten (123,0 vs. 94,9 pro 100.000). Regional hatte Zentralchina die höchste ASMRC (126,5/100.000), gefolgt von Westchina (123,5/100.000) und Ostchina (97,3/100.000). Diese Unterschiede hängen mit sozioökonomischen Faktoren, dem Zugang zur Gesundheitsversorgung und Lebensstilrisiken wie Rauchen und Bluthochdruck zusammen.

Sterblichkeit nach Altersgruppen

Die Sterblichkeit durch CVD stieg ab dem Alter von 55 Jahren stark an und erreichte bei Personen über 85 Jahren ihren Höhepunkt (4.611,3/100.000 im Jahr 2019). Die Sterblichkeitsraten für die Altersgruppen 55–64, 65–74 und 75–84 gingen jährlich um 2,61 %, 3,96 % bzw. 2,72 % zurück. Bei den über 85-Jährigen stieg die Sterblichkeit jedoch jährlich um 2,07 % von 2013 bis 2019. In ländlichen Gebieten stagnierte die Sterblichkeit bei der Altersgruppe 45–54 (−0,38 % jährliche Veränderung), während sie in städtischen Gebieten deutlich zurückging (−2,38 %). Dies zeigt Ungleichheiten im Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mittleren Alters.

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020

Die COVID-19-Pandemie hatte weltweit Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme, doch ihre Auswirkungen auf die CVD-Sterblichkeit in China waren gemischt. Im Jahr 2020 stieg die rohe Sterblichkeit auf 152,1 pro 100.000 (421.000 Todesfälle), was auf die alternde Bevölkerung und die Belastung durch die Pandemie zurückzuführen ist. Die altersstandardisierte Sterblichkeit setzte jedoch ihren Abwärtstrend fort (109,1/100.000). Bemerkenswert ist, dass die zuvor steigende Sterblichkeit bei den über 85-Jährigen auf 3.966,2 pro 100.000 zurückging, was dem Niveau von 2017 entspricht. Dies könnte auf Pandemie-Maßnahmen wie reduzierte Luftverschmutzung und Infektionsrisiken zurückzuführen sein, obwohl weitere Forschung erforderlich ist, um diese Faktoren zu bestätigen.

Prognostizierte Sterblichkeitstrends für 2025 und 2030

Basierend auf Zeitreihenmodellen, die aus den Trends von 2013–2019 extrapoliert wurden, wird ein weiterer Rückgang der altersstandardisierten CVD-Sterblichkeit erwartet. Bis 2025 und 2030 soll die ASMRC auf 97,7 bzw. 86,4 pro 100.000 sinken, was 86 % bzw. 76 % des Niveaus von 2019 entspricht. Die absolute Zahl der Todesfälle wird jedoch aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Alterung voraussichtlich steigen. Die prognostizierten Todesfälle steigen von 2,15 Millionen im Jahr 2019 auf 2,3 Millionen im Jahr 2025 und 2,4 Millionen im Jahr 2030. Ältere Erwachsene werden eine zunehmende Belastung tragen: Die Todesfälle bei den über 85-Jährigen sollen bis 2030 um 69,3 % steigen (0,91 Millionen), verglichen mit einem Anstieg von 12,7 % bei den 75–84-Jährigen (0,86 Millionen).

Herausforderungen und Implikationen

Anhaltende Ungleichheiten

Bewohner ländlicher Gebiete, Männer und die Bevölkerung in Zentral- und Westchina sind weiterhin überproportional von CVD betroffen. Diese Unterschiede spiegeln Lücken in der Gesundheitsinfrastruktur, der Präventionsaufklärung und der Kontrolle von Risikofaktoren wider. Gezielte Maßnahmen wie Bluthochdruck-Screenings in ländlichen Gebieten und Rauchstopp-Kampagnen in westlichen Provinzen sind entscheidend, um diese Ungleichheiten zu verringern.

Alternde Bevölkerung und steigende Sterblichkeit bei Älteren

Die rasche Alterung der Bevölkerung verstärkt die Belastung durch CVD. Trotz rückläufiger Sterblichkeit in jüngeren Altersgruppen wird die absolute Zahl der Todesfälle bei älteren Menschen erheblich zunehmen. Die Stärkung der geriatrischen Versorgung, die Förderung sekundärer Prävention (z. B. Antikoagulation bei Vorhofflimmern) und der Ausbau von Rehabilitationsdiensten sind entscheidend, um diesen Trend zu mildern.

Methodische Überlegungen

Das CDC-DSP-System, das 25 % der chinesischen Bevölkerung abdeckt, liefert robuste Sterblichkeitsdaten, enthält jedoch keine Daten zur Krankheitshäufigkeit, was die Analyse des Verhältnisses von Inzidenz zu Sterblichkeit einschränkt. Zukünftige Studien, die Krankenhausdaten integrieren, könnten das Verständnis der CVD-Ergebnisse verbessern. Darüber hinaus geht das Prognosemodell von stabilen Trends aus, was die Auswirkungen neu auftretender Risiken wie Fettleibigkeit oder Gesundheitsreformen unterschätzen könnte.

Fazit

China hat Fortschritte bei der Senkung der altersstandardisierten CVD-Sterblichkeit gemacht, doch Ungleichheiten bestehen weiterhin. Die hohe Belastung bei älteren Menschen, in ländlichen Gebieten und in Zentral- und Westchina erfordert vielschichtige Strategien, darunter einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, die Kontrolle von Risikofaktoren und die Anpassung an demografische Veränderungen. Nachhaltige Investitionen in Prävention und datengestützte politische Entscheidungen werden entscheidend sein, um die CVD-Epidemie in den kommenden Jahrzehnten einzudämmen.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002760

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