Nicht-Puerperale Mastitis: Was Sie wissen müssen, um Beschwerden zu lindern
Haben Sie schon einmal von einer Brustentzündung gehört, die nicht mit einer Schwangerschaft oder Stillzeit zusammenhängt? Diese Erkrankung, bekannt als nicht-puerperale Mastitis (NPM), betrifft viele Frauen und kann zu langwierigen Beschwerden führen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie diese Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, basierend auf den aktuellen Leitlinien der Chinese Society of Breast Surgery (CSBrS) aus dem Jahr 2021.
Was ist nicht-puerperale Mastitis?
Nicht-puerperale Mastitis (NPM) ist eine Gruppe von gutartigen Brusterkrankungen, die bei Frauen außerhalb der Schwangerschaft oder Stillzeit auftreten. Sie ist durch Entzündungen und Infektionen des Brustgewebes gekennzeichnet. Die häufigsten Formen sind die periduktale Mastitis (PDM) und die granulomatöse lobuläre Mastitis (GLM). Diese Erkrankungen können zu Brustschwellungen, Abszessen und in späteren Stadien zu Fisteln (abnorme Verbindungen zwischen Geweben) oder Geschwüren führen. Der Verlauf der Erkrankung ist oft langwierig und kann zwischen 9 und 12 Monaten dauern, mit einer hohen Rückfallrate.
Wie wird nicht-puerperale Mastitis diagnostiziert?
Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um NPM effektiv zu behandeln. Die Leitlinien betonen die Bedeutung einer klinischen Untersuchung, bildgebender Verfahren und einer Gewebeuntersuchung, um NPM von anderen Brusterkrankungen wie Brusttuberkulose oder spezifischen granulomatösen Läsionen zu unterscheiden.
Bildgebende Verfahren
Ultraschall
Der Brustultraschall ist die bevorzugte Methode zur Untersuchung von NPM. Er liefert detaillierte Informationen über die Eigenschaften der Läsion, das Vorhandensein von Abszessen und deren Ausmaß. Der Ultraschall ist besonders nützlich, um zwischen PDM und GLM zu unterscheiden und Eingriffe wie Nadelaspiration oder Biopsie zu leiten.
Nachweis von Krankheitserregern
Die Identifizierung von Krankheitserregern ist wichtig, insbesondere bei akuten Entzündungen oder Abszessbildung. Mikrobiologische Tests, einschließlich Bakterienkulturen und DNA-Sequenzierung, können helfen, die verursachenden Erreger zu bestimmen und die Antibiotikatherapie zu leiten.
Gewebeuntersuchung
Die mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben bleibt der Goldstandard für die Diagnose von NPM. Bei PDM zeigen sich erweiterte Gänge, die mit rosafarbenem Material gefüllt sind, sowie Fettsäurekristalle und eine Infiltration von Lymphozyten, Plasmazellen und Neutrophilen um die Gänge. Bei GLM finden sich multifokale nicht verkäsende Granulome, die auf die Läppchenzentren ausgerichtet sind und aus Epitheloidzellen, Langhans-Riesenzellen, Neutrophilen und Lymphozyten bestehen, oft begleitet von Mikroabszessen.
Biopsiearten
Stanzbiopsie
Die Stanzbiopsie ist die bevorzugte Methode zur Gewinnung von Gewebeproben bei NPM. Sie liefert ausreichend Gewebe für eine genaue Diagnose und ist weniger invasiv als eine chirurgische Biopsie.
Vakuum-assistierte Brustbiopsie
Die vakuum-assistierte Brustbiopsie kann in bestimmten Fällen in Betracht gezogen werden, insbesondere bei größeren Läsionen oder wenn die Stanzbiopsie nicht schlüssig ist.
Wie wird nicht-puerperale Mastitis behandelt?
Die Leitlinien bieten detaillierte Empfehlungen für die medikamentöse Behandlung von NPM, die auf den spezifischen pathologischen Typ und das klinische Bild zugeschnitten sind.
Granulomatöse lobuläre Mastitis (GLM)
Kortikosteroide
Kortikosteroide sind die Hauptstütze der Behandlung von GLM. Prednison oder Methylprednisolon wird häufig verwendet, mit einer empfohlenen Dosierung von Prednison 0,75 mg/kg/Tag für einen 2-wöchigen Kurs. Die Dosis sollte schrittweise reduziert werden, sobald die Symptome abklingen.
Periduktale Mastitis (PDM)
Antibiotika bei akuter Entzündung
Breitbandantibiotika werden zur Behandlung von akuten Entzündungen bei PDM empfohlen. Allerdings ist eine alleinige Antibiotikatherapie nicht heilend und sollte mit anderen Maßnahmen kombiniert werden.
Antimykobakterielle Medikamente bei Fistelbildung oder Geschwüren
Bei PDM mit Fistelbildung oder Geschwüren kann eine antimykobakterielle Therapie notwendig sein. Eine Kombination aus Isoniazid (300 mg/Tag), Rifampicin (450 mg/Tag), Ethambutol (750 mg/Tag) oder Pyrazinamid (750 mg/Tag) wird für 9 bis 12 Monate empfohlen.
Chirurgische Eingriffe bei nicht-puerperaler Mastitis
Chirurgische Eingriffe sind oft notwendig, um Abszesse, Fisteln und Geschwüre bei NPM zu behandeln. Die Leitlinien bieten spezifische Empfehlungen basierend auf dem klinischen Bild und der Schwere der Erkrankung.
Abszesse
Inzision und Drainage
Die Inzision und Drainage ist die Standardbehandlung für Brustabszesse, insbesondere bei größeren oder mehrkammerigen Abszessen.
Nadelaspiration unter Ultraschallführung
Bei einheitlichen Abszessen kleiner als 3 cm kann eine ultraschallgeführte Nadelaspiration als weniger invasive Alternative zur chirurgischen Drainage in Betracht gezogen werden.
Fisteln und Geschwüre
Fistulektomie
Die Fistulektomie wird zur Behandlung von persistierenden Fisteln oder Geschwüren bei NPM empfohlen. Dieser chirurgische Eingriff beinhaltet die vollständige Entfernung des Fistelgangs.
Fazit
Die Ursachen von NPM sind noch nicht vollständig geklärt, und es gibt nur begrenzte wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Diagnose und Behandlung leiten. Die CSBrS-Leitlinien basieren auf einer Kombination von retrospektiven Studien und Expertenkonsens und bieten einen praktischen Rahmen für Ärzte. Eine umfassende Beurteilung, eine maßgeschneiderte Behandlung und der richtige Zeitpunkt für chirurgische Eingriffe sind entscheidend für die erfolgreiche Behandlung von NPM.
For educational purposes only.
DOI: 10.1097/CM9.0000000000001532