Milchkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in China

Milchkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Was bedeutet das für Chinas Bevölkerung?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind weltweit eine der häufigsten Ursachen für Krankheit und Tod. In China steigt die Zahl der Betroffenen durch Urbanisierung, Alterung der Bevölkerung und veränderte Lebensgewohnheiten. Könnte Milch, ein Grundnahrungsmittel, das reich an wichtigen Nährstoffen ist, dabei eine Rolle spielen? Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und CVD in China und liefert wichtige Erkenntnisse für die öffentliche Gesundheit.


Hintergrund und Bedeutung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit enorme gesundheitliche Belastungen. In China nimmt die Zahl der Fälle weiter zu, während sie in vielen Industrieländern zurückgeht. Dies zeigt, wie wichtig es ist, vermeidbare Risikofaktoren zu identifizieren. Milch ist eine wichtige Quelle für Eiweiß, Kalzium und Kalium. Doch der Zusammenhang zwischen Milchkonsum und CVD ist umstritten. Einige Studien deuten auf schützende Effekte hin, andere finden keine oder sogar negative Zusammenhänge. In China gibt es bisher nur wenige und widersprüchliche Daten.


Studie und Methode

Diese Studie basiert auf dem China-PAR-Projekt, einer groß angelegten Untersuchung zu CVD und Risikofaktoren in China. Über 100.000 Teilnehmer wurden zwischen 2007 und 2008 befragt und untersucht. Der Milchkonsum wurde in vier Gruppen eingeteilt: keine Milch, 1–150 g/Tag, 151–299 g/Tag und ≥300 g/Tag. Mit statistischen Modellen wurde der Zusammenhang zwischen Milchkonsum und CVD-Risiko sowie Sterblichkeit analysiert.


Teilnehmer und Ausgangswerte

Nach dem Ausschluss von Personen mit Vorerkrankungen blieben 91.757 Teilnehmer übrig. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 5,8 Jahre. Während dieser Zeit traten 3.877 CVD-Fälle und 4.091 Todesfälle auf. 75,4 % der Teilnehmer konsumierten keine Milch. Milchkonsumenten waren häufiger Männer, Stadtbewohner und stammten aus nördlichen Regionen. Sie hatten auch eine bessere Bildung, gesündere Ernährung und mehr körperliche Aktivität.


Milchkonsum und CVD-Risiko

Die Studie zeigte einen klaren Zusammenhang: Je mehr Milch konsumiert wurde, desto geringer war das CVD-Risiko. Im Vergleich zu Personen, die keine Milch tranken, hatten diejenigen, die 1–150 g/Tag, 151–299 g/Tag und ≥300 g/Tag konsumierten, ein um 6 %, 23 % bzw. 41 % geringeres Risiko. Jede zusätzliche Portion von 100 g Milch pro Tag reduzierte das CVD-Risiko um 11 %. Ein ähnlicher Trend wurde bei Schlaganfällen beobachtet.


Milchkonsum und Sterblichkeit

Auch die Sterblichkeit durch CVD war bei Milchkonsumenten geringer. Personen, die 1–150 g/Tag, 151–299 g/Tag und ≥300 g/Tag konsumierten, hatten ein um 0 %, 19 % bzw. 48 % geringeres Risiko. Jede zusätzliche Portion von 100 g Milch pro Tag reduzierte das Sterberisiko um 11 %. Allerdings gab es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Milchkonsum und der Gesamtsterblichkeit.


Untergruppen und Sensitivitätsanalysen

Die Ergebnisse blieben in verschiedenen Untergruppen konsistent. Zum Beispiel hatten sowohl Frauen als auch Männer ein geringeres CVD-Risiko bei höherem Milchkonsum. Sensitivitätsanalysen, die frühe Fälle ausschlossen, bestätigten die Robustheit der Ergebnisse.


Diskussion und Bedeutung

Die Studie legt nahe, dass Milchkonsum das Risiko für CVD und damit verbundene Todesfälle in China senken könnte. Die schützenden Effekte könnten auf die Nährstoffe in der Milch zurückzuführen sein, die Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Insulinresistenz verringern. Die Ergebnisse stimmen mit früheren Studien in Ostasien überein, unterscheiden sich jedoch von einigen westlichen Studien, in denen höherer Milchkonsum manchmal mit einem erhöhten CVD-Risiko verbunden war. Dies könnte auf Unterschiede in der durchschnittlichen Aufnahme, der Art der Milchprodukte und der allgemeinen Ernährung zurückzuführen sein.

Die Studie hat viele Stärken, darunter die große Teilnehmerzahl und die Anpassung an mögliche Störfaktoren. Allerdings gibt es auch Einschränkungen, wie fehlende Informationen zum Fettgehalt und zur Art der Milchprodukte sowie die Abhängigkeit von selbstberichteten Daten.


Fazit

Diese Studie liefert starke Hinweise darauf, dass Milchkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in China senken kann. Die Ergebnisse unterstützen die Aufnahme von Milch in Ernährungsempfehlungen zur CVD-Prävention. Weitere Forschung ist nötig, um die Mechanismen hinter diesen Zusammenhängen zu verstehen. Öffentliche Gesundheitsinitiativen sollten einen moderaten Milchkonsum als Teil einer ausgewogenen Ernährung fördern, um die Belastung durch CVD zu verringern.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000786

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