MAFLD vs. NAFLD: Was ändert sich und warum ist das wichtig?
Haben Sie schon einmal von der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) gehört? Diese Krankheit betrifft weltweit Millionen von Menschen und ist eng mit Übergewicht, Diabetes und anderen Stoffwechselproblemen verbunden. Doch seit Kurzem gibt es eine neue Bezeichnung: die metabolisch assoziierte Fettlebererkrankung (MAFLD). Was bedeutet diese Umbenennung? Und warum ist sie so wichtig für die Diagnose und Behandlung? Dieser Artikel erklärt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen NAFLD und MAFLD und zeigt, wie sich das Verständnis dieser Krankheit verändert.
Was ist NAFLD und warum wird sie jetzt MAFLD genannt?
NAFLD ist eine häufige Lebererkrankung, bei der sich Fett in der Leber ansammelt, ohne dass Alkohol die Ursache ist. Sie tritt oft bei Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder hohem Blutdruck auf. Die Krankheit kann von einer einfachen Fettleber bis zu schweren Entzündungen und Leberschäden fortschreiten. Doch der Name „nicht-alkoholisch“ war irreführend, da er Alkohol als einzige Ursache ausschließt, obwohl auch andere Faktoren eine Rolle spielen.
Deshalb haben Experten vorgeschlagen, die Krankheit in „metabolisch assoziierte Fettlebererkrankung“ (MAFLD) umzubenennen. Dieser Name betont die Rolle von Stoffwechselproblemen wie Insulinresistenz und Übergewicht. MAFLD schließt auch Menschen ein, die andere Lebererkrankungen haben oder Alkohol trinken, solange sie Stoffwechselstörungen aufweisen. Diese Änderung soll die Diagnose und Behandlung genauer machen.
Wie häufig ist MAFLD/NAFLD?
NAFLD betrifft etwa 25 % der Weltbevölkerung, mit den höchsten Raten im Nahen Osten und in Südamerika. In China liegt die Rate bei fast 30 %, bei Menschen mit Diabetes sogar bei über 50 %. Auch schlanke Menschen können betroffen sein: Etwa 5 % der Allgemeinbevölkerung haben eine „schlanke NAFLD“, obwohl sie nicht übergewichtig sind.
Die Umbenennung zu MAFLD wird die Zahl der Betroffenen wahrscheinlich erhöhen. Denn MAFLD schließt auch Menschen ein, die zwar nicht übergewichtig sind, aber Stoffwechselprobleme haben. Zudem können MAFLD und andere Lebererkrankungen wie Virushepatitis oder alkoholbedingte Lebererkrankungen gleichzeitig auftreten. Das macht MAFLD zu einem noch größeren Problem für die öffentliche Gesundheit.
Was passiert im Körper bei MAFLD/NAFLD?
Früher dachte man, dass NAFLD durch zwei Schritte entsteht: Zuerst sammelt sich Fett in der Leber an, dann folgen Entzündungen und Schäden. Doch heute weiß man, dass viele Faktoren eine Rolle spielen, darunter Insulinresistenz, Entzündungen, genetische Veranlagung und sogar die Darmflora.
Insulinresistenz ist ein zentraler Mechanismus. Bei Diabetes kann der Körper Insulin nicht richtig nutzen, was zu Fettansammlung in der Leber führt. Gene wie PNPLA3 und TM6SF2 erhöhen das Risiko für NAFLD und andere Lebererkrankungen. Diese Gene zeigen, wie eng Stoffwechselprobleme und Lebergesundheit zusammenhängen.
Auch Ernährung spielt eine Rolle. Zu viele Kohlenhydrate und Fette fördern die Fettansammlung in der Leber und verstärken Entzündungen. Chronische Entzündungen wiederum verschlechtern die Insulinresistenz und schädigen die Leber weiter. Dieser Teufelskreis macht die Behandlung schwierig.
Wie wird MAFLD/NAFLD diagnostiziert?
Die Diagnose von MAFLD erfordert den Nachweis von Fett in der Leber. Dies kann durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT festgestellt werden. Eine Methode namens FibroScan misst gleichzeitig die Lebersteifheit und den Fettgehalt. Blutmarker wie der NAFLD-Fibrose-Score (NFS) helfen, fortgeschrittene Schäden auszuschließen, sind aber in frühen Stadien weniger zuverlässig.
Eine Leberbiopsie, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird, ist der Goldstandard. Sie kann Entzündungen und Fibrose (Vernarbung) bestätigen. Doch da sie invasiv und teuer ist, wird sie meist nur in schweren Fällen eingesetzt. Nicht-invasive Methoden sind für die erste Untersuchung besser geeignet.
Gibt es Medikamente gegen MAFLD/NAFLD?
Bisher gibt es keine speziell für NAFLD/MAFLD zugelassenen Medikamente. Die Behandlung konzentriert sich auf die Kontrolle von Stoffwechselproblemen. Medikamente wie Pioglitazon und Vitamin E können die Leber verbessern, haben aber Nebenwirkungen wie Herzprobleme oder Schlaganfallrisiko.
Neuere Diabetesmedikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten (z. B. Liraglutid) und SGLT2-Hemmer (z. B. Empagliflozin) zeigen vielversprechende Ergebnisse. Sie helfen nicht nur bei der Blutzuckerkontrolle, sondern reduzieren auch das Leberfett und verbessern die Lebergesundheit. Diese Medikamente haben zusätzlich positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, was bei MAFLD-Patienten wichtig ist.
Statine, die normalerweise den Cholesterinspiegel senken, könnten auch das Risiko für Leberkrebs bei Diabetespatienten mit NAFLD verringern. Andere Wirkstoffe wie Obeticholsäure (OCA) zeigen in Studien positive Effekte auf Entzündungen und Fibrose, haben aber Nebenwirkungen wie Juckreiz und erhöhtes LDL-Cholesterin.
Fazit
Die Umbenennung von NAFLD zu MAFLD spiegelt ein neues Verständnis der Fettlebererkrankung wider. Sie betont die Rolle von Stoffwechselproblemen und schließt mehr Menschen ein. Die steigende Zahl von Übergewichtigen und Diabetikern wird die Fälle von MAFLD weltweit weiter erhöhen. Die komplexen Ursachen der Krankheit erfordern frühzeitige Diagnose und Behandlung.
Während aktuelle Therapien auf die Kontrolle von Stoffwechselproblemen abzielen, gibt es Hoffnung auf neue Medikamente. Die Behandlung von MAFLD erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der Lebensstiländerungen, Medikamente und gezielte Therapien kombiniert. Nur so können wir die Gesundheit von Millionen von Menschen verbessern.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001263