Können wir Schilddrüsenknoten besser erkennen? Die Kombination von ACR TI-RADS und 3D-Shear-Wave-Elastographie
Schilddrüsenknoten sind ein häufiges Problem. Viele Menschen haben sie, ohne es zu wissen. Doch wenn sie entdeckt werden, stellt sich die Frage: Sind sie harmlos oder bösartig? Die Unterscheidung ist entscheidend, aber oft schwierig. Eine neue Methode könnte die Diagnose verbessern.
Einleitung
Schilddrüsenknoten sind kleine Gewebeveränderungen in der Schilddrüse. Sie können harmlos sein, aber manchmal sind sie auch bösartig. Die Herausforderung besteht darin, sie richtig zu beurteilen. Bisher wird oft das ACR TI-RADS-System verwendet. Dieses System bewertet Schilddrüsenknoten anhand von Ultraschallbildern. Knoten, die als ACR TI-RADS 4 oder 5 eingestuft werden, gelten als verdächtig. Doch dieses System ist nicht perfekt. Es gibt viele falsche Verdachtsfälle. Das führt zu unnötigen Biopsien und Operationen. Eine neue Technik, die 3D-Shear-Wave-Elastographie (3D-SWE), könnte hier helfen. Diese Methode misst die Steifheit des Gewebes. Bösartige Knoten sind oft härter als harmlose. Diese Studie untersucht, ob die Kombination von ACR TI-RADS und 3D-SWE die Diagnose verbessern kann.
Methoden
Patientenauswahl
Die Studie analysierte 112 Schilddrüsenknoten von 109 Patienten. Die Patienten waren zwischen 22 und 77 Jahre alt. Alle Knoten wurden als ACR TI-RADS 4 oder 5 eingestuft. Danach wurden sie mit 3D-SWE untersucht. Die endgültige Diagnose wurde durch eine Operation bestätigt.
Es gab bestimmte Kriterien für die Teilnahme. Zum Beispiel durften die Patienten keine anderen Schilddrüsenerkrankungen haben. Auch mussten die Knoten gut sichtbar sein. Patienten mit vorheriger Bestrahlung oder Operation wurden ausgeschlossen.
Ultraschalluntersuchung
Die Ultraschalluntersuchung wurde mit einem speziellen Gerät durchgeführt. Zuerst wurden die Knoten mit einem normalen Ultraschallgerät untersucht. Dabei wurden Größe, Form, Rand und andere Merkmale beurteilt. Danach wurde die 3D-SWE-Technik angewendet. Dabei wurde die Steifheit des Gewebes gemessen. Die Patienten mussten während der Messung den Atem anhalten. Die Ergebnisse wurden von erfahrenen Ärzten ausgewertet.
Bildanalyse und Statistik
Die Daten wurden mit statistischen Methoden analysiert. Es wurde untersucht, wie gut die verschiedenen Methoden bösartige Knoten erkennen können. Dazu wurden sogenannte ROC-Kurven erstellt. Diese Kurven zeigen, wie gut eine Methode zwischen harmlosen und bösartigen Knoten unterscheiden kann. Auch die Genauigkeit, Sensitivität und Spezifität wurden berechnet.
Ergebnisse
Basisdaten und ACR TI-RADS
Von den 112 Knoten waren 62 bösartig und 50 harmlos. Die bösartigen Knoten waren häufiger unregelmäßig geformt und hatten unscharfe Ränder. Auch Mikroverkalkungen und eine stärkere Durchblutung waren häufiger. Das ACR TI-RADS-System konnte bösartige Knoten mit einer Genauigkeit von 75,9 % erkennen. Die Sensitivität lag bei 83,9 %, die Spezifität bei 66,0 %.
3D-SWE-Ergebnisse
Die 3D-SWE-Messungen zeigten, dass bösartige Knoten deutlich härter waren. Der sogenannte 3D-C-Emax-Wert war bei bösartigen Knoten höher. Der optimale Grenzwert lag bei 51,5 kPa. Mit diesem Wert konnte die Methode bösartige Knoten mit einer Genauigkeit von 70,6 % erkennen. Die Sensitivität lag bei 66,7 %, die Spezifität bei 92,0 %.
Kombinierte Methode
Die Kombination von ACR TI-RADS und 3D-SWE verbesserte die Diagnose. Die Genauigkeit stieg auf 79,5 %. Die Sensitivität lag bei 90,3 %, die Spezifität bei 66,0 %. Die kombinierte Methode konnte also mehr bösartige Knoten erkennen, ohne die Zahl der falschen Verdachtsfälle zu erhöhen.
Diskussion
Das ACR TI-RADS-System ist ein nützliches Werkzeug. Doch es hat Schwächen. Vor allem die Spezifität ist nicht optimal. Das führt zu vielen unnötigen Biopsien und Operationen. Die 3D-SWE-Technik kann hier helfen. Sie misst die Steifheit des Gewebes und kann so bösartige Knoten besser erkennen. Die Kombination beider Methoden verbessert die Diagnose deutlich.
Die Studie hat jedoch auch Grenzen. Die Zahl der Patienten war relativ klein. Auch wurden nur hochverdächtige Knoten untersucht. Das könnte die Ergebnisse beeinflussen. Weitere Studien sind nötig, um die Methode zu bestätigen.
Fazit
Die Kombination von ACR TI-RADS und 3D-SWE ist eine vielversprechende Methode. Sie verbessert die Genauigkeit der Diagnose und reduziert unnötige Eingriffe. Besonders bei hochverdächtigen Knoten kann sie wertvolle Informationen liefern. Diese Methode könnte in Zukunft ein wichtiges Werkzeug in der Schilddrüsendiagnostik werden.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002655