Kann Ultraschall Hautkrebs früh erkennen?

Kann Ultraschall Hautkrebs früh erkennen?

Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit. Besonders Basalzellkarzinome (BCC), die aus den Zellen der untersten Hautschicht entstehen, treten häufig auf. Obwohl sie langsam wachsen und selten streuen, können sie lokal aggressiv sein und Gewebe zerstören. Eine genaue Vorhersage des Risikos für ein Wiederauftreten des Tumors ist entscheidend für die Behandlung. Könnte der hochfrequente Ultraschall (HFUS) hier eine Lösung bieten?

Studie und Methode

Eine aktuelle Studie untersuchte 46 BCC-Läsionen bei 42 Patienten. Diese wurden vor der Operation mit 50-MHz- und 20-MHz-Ultraschallgeräten untersucht. Die Forscher analysierten die Form, Ränder, innere Struktur und Tiefe der Tumore. Die Gewebeproben wurden anschließend in Hochrisiko- und Niedrigrisikogruppen eingeteilt, basierend auf den Richtlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN).

Ultraschallmerkmale von Basalzellkarzinomen

Die Studie zeigte, dass verschiedene BCC-Typen unterschiedliche Ultraschallmuster aufweisen. Noduläre BCC, die häufigste Niedrigrisikovariante, erschienen als dunkle (hypoechogene) Knoten in der Haut oder im Unterhautgewebe. Viele hatten unregelmäßige Formen, klare Ränder und eine ungleichmäßige innere Struktur. Besonders auffällig waren helle Punkte (hyperechogene Spots), die in 68 % der Fälle gefunden wurden.

Oberflächliche BCC zeigten sich als bandförmige, dunkle Zonen in der oberen Hautschicht. Diese Tumore hatten keine hellen Punkte oder andere Auffälligkeiten, was ihre weniger aggressive Natur widerspiegelt.

Im Gegensatz dazu wiesen Hochrisiko-BCC aggressive Merkmale auf. Sie hatten unregelmäßige Formen, unscharfe Ränder und eine ungleichmäßige Struktur mit vielen hellen Punkten. Alle Hochrisikotumore drangen in das Unterhautgewebe ein, während die meisten Niedrigrisikotumore in der Haut blieben.

Zusammenhang zwischen Ultraschallbefunden und Rückfallrisiko

Die Analyse ergab, dass unregelmäßige Formen und tiefe Tumore häufiger bei Hochrisikofällen auftraten. Tumore, die in das Unterhautgewebe eindrangen, hatten ein höheres Rückfallrisiko. Unscharfe Ränder und helle Punkte zeigten jedoch keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Risiko.

Ein wichtiger Vorteil des HFUS war die Entdeckung von Tumoren, die mit bloßem Auge nicht sichtbar waren. Bei fünf Patienten fanden die Ärzte kleine oder tief liegende Tumore, die sonst übersehen worden wären.

Warum ist die Tiefe wichtig?

Die Tiefe des Tumors ist ein entscheidender Faktor für das Rückfallrisiko. Alle Hochrisikotumore drangen in das Unterhautgewebe ein, während die meisten Niedrigrisikotumore in der Haut blieben. Die genaue Messung der Tiefe hilft Ärzten, die beste Behandlung zu wählen, besonders bei Tumoren im Gesicht, wo die Ästhetik wichtig ist.

Helle Punkte: Was bedeuten sie?

Helle Punkte, die in 76 % der Tumore gefunden wurden, könnten auf Verhornungen, Verkalkungen oder Pigmentierungen im Tumor hinweisen. Obwohl sie nicht direkt mit dem Rückfallrisiko zusammenhängen, hatten Hochrisikotumore tendenziell mehr dieser Punkte. Die genaue Bedeutung dieser Punkte muss jedoch noch weiter erforscht werden.

Vorteile des hochfrequenten Ultraschalls

Der HFUS bietet mehrere Vorteile:

  1. Nicht-invasive Tiefenmessung: Der Ultraschall zeigt, wie tief der Tumor reicht, was bei der Planung der Behandlung hilft.
  2. Entdeckung versteckter Tumore: Kleine oder tief liegende Tumore können erkannt werden, was das Risiko eines Wiederauftretens verringert.
  3. Hilfe bei der Behandlungswahl: Tumore, die in das Unterhautgewebe eindringen, erfordern oft eine aggressivere Behandlung.
  4. Risikobewertung vor der Operation: Unregelmäßige Formen und tiefe Tumore können auf ein höheres Risiko hinweisen.

Fazit

Die Studie zeigt, dass der hochfrequente Ultraschall ein wertvolles Werkzeug für die Vorhersage des Rückfallrisikos bei Basalzellkarzinomen ist. Durch die Analyse von Form, Tiefe und versteckten Tumoren kann der HFUS Ärzten helfen, die beste Behandlung zu wählen. Weitere Studien sind jedoch nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die Kriterien für die Ultraschalldiagnostik zu verfeinern.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000369

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