Kann Lungenkrebs in die Brust streuen? Zwei Fälle mit Therapie

Kann Lungenkrebs in die Brust streuen? Zwei Fälle mit erstaunlichem Ansprechen auf gezielte Therapie

Krebs, der sich von einem Organ auf ein anderes ausbreitet, ist bekannt. Aber wussten Sie, dass Lungenkrebs manchmal in die Brust streuen kann? Dies ist zwar selten, aber wenn es passiert, ist es wichtig, die richtige Behandlung zu finden. In diesem Artikel berichten wir über zwei Fälle, in denen Lungenkrebs mit speziellen Genveränderungen in die Brust streute und wie gezielte Therapien dabei halfen.

Fall 1: Lungenkrebs mit ALK-Genveränderung und Brustmetastase

Eine 43-jährige Frau kam im Juli 2013 in die Klinik. Sie hatte seit sechs Monaten Husten und wurde bereits mit Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Der Krebs hatte sich auch auf die Knochen ausgebreitet. Eine Untersuchung zeigte zusätzlich zwei Knoten in ihrer rechten Brust. Um herauszufinden, ob diese Knoten ebenfalls Krebs waren, wurde eine Gewebeprobe entnommen.

Die Laboruntersuchungen ergaben, dass die Brustknoten dieselbe Genveränderung (ALK-Rearrangement) wie der Lungenkrebs aufwiesen. Dies deutete darauf hin, dass es sich um Metastasen (Tochtergeschwülste) des Lungenkrebses handelte. Die Frau nahm an einer Studie teil, in der sie zunächst eine Chemotherapie erhielt. Nach 12 Wochen verschlechterte sich ihr Zustand jedoch. Daraufhin wurde sie auf eine gezielte Therapie mit einem Medikament namens Crizotinib umgestellt.

Die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Tumore in der Lunge und im Gehirn schrumpften, und die Brustknoten verschwanden vollständig. Die Therapie wirkte über drei Jahre lang, bis der Krebs erneut fortschritt. Die Frau erhielt dann eine neue Therapie, die ebenfalls gut anschlug. Sie verstarb schließlich im August 2019, aber die Tumore in der Lunge und Brust waren bis zuletzt stabil.

Fall 2: Lungenkrebs mit ROS1-Genveränderung und Brustmetastase

Eine 44-jährige Frau kam im März 2014 in die Klinik. Sie hatte seit sechs Monaten Husten, und Untersuchungen zeigten einen Tumor in der Lunge sowie vergrößerte Lymphknoten und einen Knoten in der rechten Brust. Auch hier wurde eine Gewebeprobe entnommen, die zeigte, dass der Brustknoten dieselbe Genveränderung (ROS1-Rearrangement) wie der Lungenkrebs aufwies.

Die Frau begann eine gezielte Therapie mit Crizotinib. Die Tumore in der Lunge und der Brust schrumpften deutlich. Leider zeigte die Therapie keine Wirkung auf die Tumore im Gehirn, und die Frau verstarb acht Monate später.

Warum ist das wichtig?

Brustmetastasen von anderen Krebsarten sind selten, aber wenn sie auftreten, ist es entscheidend, sie von primärem Brustkrebs zu unterscheiden. In beiden Fällen hier waren die Brustknoten Metastasen des Lungenkrebses, was durch die spezifischen Genveränderungen (ALK und ROS1) bestätigt wurde. Diese Genveränderungen sind wichtig, weil sie helfen, die richtige Behandlung zu finden.

Crizotinib ist ein Medikament, das speziell für Patienten mit Lungenkrebs und ALK- oder ROS1-Genveränderungen entwickelt wurde. Es kann die Tumore schrumpfen lassen und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Allerdings wirkt es nicht immer auf Tumore im Gehirn, wie im zweiten Fall gezeigt wurde.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Diese Fälle zeigen, wie wichtig es ist, bei Patienten mit Tumoren in der Lunge und der Brust nach spezifischen Genveränderungen zu suchen. Durch gezielte Therapien können Patienten länger und besser leben, auch wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist. Weitere Forschung und klinische Studien sind notwendig, um noch bessere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Zum Lernen und Verstehen. DOI: 10.1097/CM9.0000000000000890

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