Kann körperliche Aktivität das Risiko für eine Fettleber senken?

Kann körperliche Aktivität das Risiko für eine Fettleber senken?

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen weltweit. Sie verursacht nicht nur erhebliche wirtschaftliche Belastungen, sondern wird auch in Zukunft eine noch größere Herausforderung darstellen. Da Massenscreenings mit Ultraschalluntersuchungen nicht kosteneffektiv sind, werden einfache, nicht-invasive Tests wie der Fatty Liver Index (FLI) und der Hepatic Steatosis Index (HSI) verwendet, um NAFLD zu identifizieren. Diese Tests sind einfach durchzuführen, kostengünstig und bieten eine praktische Möglichkeit, NAFLD in großen Bevölkerungsgruppen zu erkennen.

Körperliche Aktivität (PA) spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von NAFLD. Bisher gab es jedoch nur wenige Studien, die den Zusammenhang zwischen PA und NAFLD in großen Bevölkerungsgruppen untersucht haben. In einer aktuellen Studie aus Taiwan, China, wurde der Zusammenhang zwischen Freizeitaktivität und dem Risiko für NAFLD anhand von FLI und HSI in einer großen prospektiven Kohorte untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie bieten wertvolle Einblicke in die Prävention von NAFLD.

Wer nahm an der Studie teil?

Die Teilnehmer wurden aus einer Gruppe von Personen ausgewählt, die zwischen 1996 und 2010 an Gesundheitsuntersuchungen im MJ Health Management Institute in Taiwan teilgenommen hatten. Insgesamt wurden 668.806 Personen im Alter von 18 Jahren und älter in die Studie aufgenommen. Personen mit fehlenden Daten, hohem Alkoholkonsum (mehr als 30 Gramm pro Tag für Männer und 20 Gramm pro Tag für Frauen), einer Vorgeschichte von Hepatitis, Leberzirrhose oder akuten Lebererkrankungen sowie Personen, bei denen bereits NAFLD diagnostiziert worden war, wurden ausgeschlossen.

Wie wurde körperliche Aktivität gemessen?

Die Daten zur körperlichen Aktivität wurden mithilfe eines Fragebogens erhoben. Die Intensität der verschiedenen Aktivitäten wurde in metabolischen Äquivalenten (MET) standardisiert. Beispielsweise wurde für leichte Aktivitäten wie Gehen ein MET-Wert von 2,5, für moderate Aktivitäten wie zügiges Gehen ein Wert von 4,5, für mittelintensive Aktivitäten wie Joggen ein Wert von 6,5 und für hochintensive Aktivitäten wie Laufen ein Wert von 8,5 vergeben. Basierend auf der Art, Häufigkeit und Dauer der Aktivitäten wurde die wöchentliche MET-Stundenzahl (MET-h) berechnet. Die Teilnehmer wurden in fünf Kategorien eingeteilt: sehr niedrig (weniger als 3,75 MET-h), niedrig (3,75 bis 7,49 MET-h), moderat (7,50 bis 16,49 MET-h), hoch (16,50 bis 25,49 MET-h) und sehr hoch (25,50 MET-h und mehr).

Wie wurde NAFLD gemessen?

FLI und HSI wurden verwendet, um Patienten mit Fettleber zu identifizieren. FLI basiert auf den Werten für Triglyceride, Body-Mass-Index (BMI), Gamma-Glutamyltransferase (GGT) und Taillenumfang (WC), wobei ein Schwellenwert von 30 festgelegt wurde. HSI wird anhand der Werte für Alanin-Aminotransferase (ALT), Aspartat-Aminotransferase (AST), BMI und Diabetes mellitus berechnet, wobei ein Schwellenwert von 36 verwendet wird.

Was waren die Hauptergebnisse?

Die Studie zeigte, dass höhere körperliche Aktivität mit einem geringeren Risiko für NAFLD verbunden war. Bei der Verwendung von FLI zur Messung von NAFLD hatten Teilnehmer mit niedriger körperlicher Aktivität ein um 9 % geringeres Risiko, während Teilnehmer mit sehr hoher körperlicher Aktivität ein um 29 % geringeres Risiko hatten. Ein ähnlicher Trend wurde bei der Verwendung von HSI beobachtet. Jede Steigerung der körperlichen Aktivität um 5 MET-h pro Woche war mit einer 3-4 %igen Reduktion des NAFLD-Risikos verbunden.

Gibt es Unterschiede bei bestimmten Bevölkerungsgruppen?

In Untergruppenanalysen wurde untersucht, ob der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und NAFLD bei Personen mit metabolischem Syndrom (MS) unterschiedlich ist. Die Ergebnisse zeigten, dass moderate bis hohe körperliche Aktivität besonders für MS-Patienten vorteilhaft war, um das Risiko für NAFLD zu senken. Es gab jedoch keine signifikante Interaktion zwischen MS und körperlicher Aktivität.

Wie vergleichen sich diese Ergebnisse mit anderen Studien?

Die Ergebnisse dieser Studie sind mit denen anderer großer Kohortenstudien vergleichbar. Beispielsweise zeigte eine Studie in Korea, dass Personen, die mehr als fünf Mal pro Woche Sport treiben, ein um 12 % geringeres Risiko für NAFLD haben. Eine Metaanalyse ergab, dass jede Steigerung der körperlichen Aktivität um 500 MET-Minuten pro Woche mit einer 18 %igen Reduktion des NAFLD-Risikos verbunden war. Die Unterschiede in den Ergebnissen könnten auf die längere Nachbeobachtungszeit in der Metaanalyse zurückzuführen sein.

Fazit

Diese prospektive Kohortenstudie aus Taiwan, China, zeigt einen inversen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko für NAFLD. Höhere körperliche Aktivität ist mit einem geringeren Risiko für NAFLD verbunden, selbst nach Anpassung für eine Vielzahl von Faktoren. Insbesondere für Personen mit metabolischem Syndrom kann moderate bis hohe körperliche Aktivität das Risiko für NAFLD signifikant reduzieren.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002532

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