Kann eine zweite Operation anhaltende Blasenschwäche beheben?

Kann eine zweite Operation anhaltende Blasenschwäche beheben? Verständnis von wiederholten Midurethral-Sling-Operationen

Stellen Sie sich vor, Sie lachen über einen Witz, niesen während der Allergiesaison oder heben eine Einkaufstasche – und plötzlich spüren Sie eine Welle der Verlegenheit. Für Millionen von Frauen weltweit ist die Belastungsinkontinenz (Stress-Urinary-Incontinence, SUI) – das ungewollte Austreten von Urin bei körperlicher Aktivität – ein täglicher Kampf. Während Operationen wie der Midurethral-Sling (MUS) Linderung bieten, leiden bis zu 20 % der Patientinnen unter wiederkehrenden Beschwerden. Was passiert, wenn die erste Operation nicht wirkt? Kann ein zweiter Eingriff helfen? Lassen Sie uns die Wissenschaft hinter wiederholten MUS-Operationen und ihre Rolle bei der Behandlung hartnäckiger Blasenschwäche erkunden.


Was ist Belastungsinkontinenz?

SUI tritt auf, wenn körperliche Belastung – wie Husten, Niesen oder Sport – dazu führt, dass Urin austritt. Dies geschieht, wenn die Muskeln und Gewebe, die die Harnröhre (den Schlauch, der den Urin aus dem Körper leitet) stützen, geschwächt sind, was zu einer übermäßigen Bewegung der Harnröhre führt. Über 48 % der Frauen erleben irgendwann in ihrem Leben SUI, wobei die Schwere von gelegentlichen Tröpfchen bis hin zu häufigen Unfällen reicht, die Arbeit, Sport und Sozialleben beeinträchtigen.


Der Goldstandard: Midurethral-Sling-Operation

Der Midurethral-Sling (MUS) ist die häufigste Operation bei SUI. Ein schmales Mesh-Band wird unter die Harnröhre gelegt, um wie eine Hängematte zu wirken und sie während der Bewegung stabil zu halten. Studien zeigen, dass MUS eine langfristige Erfolgsrate von 77–90 % hat, was ihn zur bevorzugten Wahl für Chirurgen macht.

Es gibt zwei Arten von MUS:

  1. Tension-Free Vaginal Tape (TVT): Das Band wird durch kleine Schnitte in der Vagina und im Bauch platziert.
  2. Trans-Obturator Tape (TOT): Das Band wird durch die Vagina und die Innenseiten der Oberschenkel geführt, wodurch der Bauch umgangen wird.

Die meisten Patientinnen erholen sich schnell, aber bei einigen tritt weiterhin Urin aus.


Warum scheitern einige Operationen?

Etwa jede fünfte Frau, die sich einer MUS unterzieht, leidet weiterhin unter Beschwerden. Ein Scheitern kann auf zwei Arten auftreten:

  • Anhaltende SUI: Die Beschwerden kehren innerhalb von sechs Wochen nach der Operation zurück.
  • Wiederkehrende SUI: Die Beschwerden treten nach sechs Wochen Trockenheit erneut auf.

Ursachen für das Scheitern sind:

  • Falsche Platzierung des Bandes: Wenn das Mesh nicht korrekt positioniert ist, kann es die Harnröhre nicht stützen.
  • Intrinsische Sphinkterschwäche (ISD): Die Harnröhrenmuskulatur ist zu schwach, um geschlossen zu bleiben, selbst mit Unterstützung.
  • Komplikationen mit dem Band: In seltenen Fällen lockert sich das Band, verschiebt sich oder verursacht Reizungen.

In einem Fall aus der Studie wurde das ursprüngliche Band aufgrund starker Schmerzen durch zu straffes Anziehen durchtrennt, was zu einem schnellen Wiederauftreten der Beschwerden führte.


Kann eine zweite Operation helfen?

Für Frauen mit anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden gibt es folgende Optionen:

  • Anpassen oder Ersetzen des ursprünglichen Bandes.
  • Verwendung von Bulking Agents, um die Harnröhre zu verdicken.
  • Implantation eines künstlichen Schließmuskels.
  • Wiederholte MUS-Operation.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 der Peking University People’s Hospital analysierte 17 Frauen, die sich einer wiederholten MUS nach gescheiterten Erstoperationen unterzogen. Hier sind die Ergebnisse:

Wichtige Ergebnisse

  • 10 von 17 Frauen (59 %) berichteten über keine Beschwerden während der Nachbeobachtung (12–80 Monate).
  • 2 Frauen (12 %) zeigten eine signifikante Verbesserung.
  • 5 Frauen (29 %) hatten keine Veränderung oder eine Verschlechterung der Symptome.
  • Keine schwerwiegenden Komplikationen wie Infektionen oder Band-Erosion traten auf.

Die wiederholten Operationen verwendeten TVT (14 Fälle) oder TOT (3 Fälle), oft mit einem Wechsel des Ansatzes im Vergleich zur ersten Operation. Beispielsweise erhielten Frauen, die zunächst TOT erhalten hatten, beim zweiten Mal TVT. Die Forscher stellten fest, dass TVT bei ISD-Fällen aufgrund seiner U-förmigen Unterstützung, die einen festeren Druck ausübt als das horizontale Band von TOT, besser wirken könnte.


Wer profitiert am meisten von einer wiederholten Operation?

Die Studie hob Faktoren hervor, die den Erfolg beeinflussen:

  1. Art der SUI: Frauen mit ISD (schwache Harnröhrenmuskulatur) hatten niedrigere Erfolgsraten.
  2. Voroperative Tests: Urodynamische Studien (Tests, die den Blasendruck und den Harnfluss messen) halfen, ISD zu identifizieren und die Bandauswahl zu leiten.
  3. Erfahrung des Chirurgen: Alle wiederholten Operationen wurden von einem Spezialisten durchgeführt, wodurch Risiken wie Blasenverletzungen reduziert wurden.

Risiken und Sicherheit

Wiederholte MUS-Operationen bergen ähnliche Risiken wie die Erstoperation:

  • Vorübergehende Schmerzen: Leichte Beschwerden in den Oberschenkeln oder im Beckenbereich.
  • Harnverhalt: Schwierigkeiten, die Blase vollständig zu entleeren, die sich normalerweise innerhalb von Tagen lösen.
  • Neue Drangsymptomatik: 2 Patientinnen entwickelten plötzlichen Harndrang nach der Operation.

Es gab keine Fälle, in denen das Band aufgrund von Komplikationen entfernt werden musste – ein wichtiges Anliegen für Patientinnen, die Bedenken gegenüber Mesh-Operationen haben.


Das große Ganze: Warum dies wichtig ist

SUI ist nicht nur ein körperliches Problem; es beeinflusst die psychische Gesundheit, Beziehungen und die Lebensqualität. Wiederholte Operationen bieten Hoffnung für Frauen, die nach einer gescheiterten ersten Operation entmutigt sind. Die kleine Stichprobe der Studie (17 Patientinnen) bedeutet jedoch, dass größere Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen.


Blick in die Zukunft

Zukünftige Forschungen werden sich auf folgende Aspekte konzentrieren:

  • Verbesserung der Bandmaterialien, um Komplikationen zu reduzieren.
  • Bessere Identifizierung von ISD vor der Operation.
  • Vergleich wiederholter MUS-Operationen mit anderen Behandlungen wie Bulking Agents.

Bisher bleibt die wiederholte MUS-Operation eine praktikable Option mit moderatem Erfolg und geringen Risiken, wenn sie von erfahrenen Chirurgen durchgeführt wird.


Abschließende Erkenntnis
Während die MUS-Operation nicht bei allen wirkt, könnte ein zweiter Versuch bei fast 60 % der Frauen mit anhaltenden Beschwerden Trockenheit wiederherstellen. Die Kombination aus gründlicher Diagnostik, fachkundiger chirurgischer Planung und realistischen Erwartungen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Zu Bildungszwecken.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000635

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