Kann eine verbesserte Operationstechnik das Überleben bei Magenkrebs erhöhen?

Kann eine verbesserte Operationstechnik das Überleben bei Magenkrebs erhöhen?

Magenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit. Er ist die fünfthäufigste Krebsart und die dritthäufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle. Besonders in Ostasien, vor allem in China, ist Magenkrebs weit verbreitet. Viele Patienten erhalten die Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Standardbehandlung in diesen Fällen ist eine Operation, bei der der Tumor vollständig entfernt wird. Dabei werden auch die umliegenden Lymphknoten (D2-Lymphadenektomie) mitentfernt. Trotz dieser umfangreichen Operation kommt es bei vielen Patienten zu einem Rückfall. Dies liegt oft daran, dass sich Krebszellen im sogenannten Mesogastrium (das Gewebe, das den Magen umgibt) ausbreiten. Eine neue Technik, die vollständige Entfernung des Mesogastriums (CME), könnte hier Abhilfe schaffen.

Was ist die vollständige Entfernung des Mesogastriums (CME)?

Die Idee hinter CME stammt aus der Behandlung von Darmkrebs. Dort hat die vollständige Entfernung des Mesorektums (TME) bereits große Erfolge gezeigt. Bei CME wird das gesamte Gewebe, das den Magen umgibt, einschließlich der Blutgefäße und des Fettgewebes, in einem Stück entfernt. Ziel ist es, die Ausbreitung von Krebszellen im Bauchraum zu verhindern und so das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Doch wie sicher und wirksam ist diese Methode im Vergleich zur herkömmlichen D2-Operation?

Studienergebnisse: D2 + CME vs. herkömmliche D2-Operation

Eine aktuelle Metaanalyse hat die Ergebnisse von 14 Studien mit insgesamt 1352 Patienten ausgewertet. Dabei wurden 670 Patienten mit der herkömmlichen D2-Operation und 682 Patienten mit D2 + CME behandelt. Die Studie verglich die Operationsergebnisse, Komplikationen und die langfristigen Überlebensraten.

Vorteile von D2 + CME

Die Ergebnisse zeigen, dass D2 + CME mehrere Vorteile bietet. Die Operationszeit war kürzer (im Durchschnitt 16,72 Minuten weniger), der Blutverlust geringer (im Durchschnitt 39,08 ml weniger), und es wurden mehr Lymphknoten entfernt (im Durchschnitt 2,13 mehr). Patienten, die mit D2 + CME behandelt wurden, erholten sich auch schneller. Sie hatten früher den ersten Stuhlgang (im Durchschnitt 0,31 Tage früher) und konnten das Krankenhaus früher verlassen (im Durchschnitt 1,09 Tage früher).

Weniger Komplikationen

Die Studie zeigte auch, dass Patienten nach D2 + CME seltener Komplikationen hatten. Die Gesamtzahl der Komplikationen war niedriger (relatives Risiko [RR] = 0,65). Besonders die Rate an Wundinfektionen war deutlich geringer (RR = 0,26). Andere Komplikationen wie Magenlähmung, Bauchspeicheldrüsenfistel, Lymphleckage, Anastomosenfistel, Blutungen, Bauchfellentzündung, Darmverschluss und Lungenentzündung zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Langfristige Überlebensraten

Die langfristigen Ergebnisse waren ebenfalls positiv. Die 3-Jahres-Überlebensrate war in der D2 + CME-Gruppe höher (RR = 1,16). Auch die 3-Jahres-Rückfallfreiheit war besser, und die Rückfallrate war niedriger (RR = 0,51). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass D2 + CME nicht nur die kurzfristigen Ergebnisse verbessert, sondern auch die langfristige Prognose.

Unterschiede in verschiedenen Operationsmethoden

Die Vorteile von D2 + CME waren in verschiedenen Operationsmethoden unterschiedlich ausgeprägt. Bei der traditionellen offenen Operation, der proximalen Gastrektomie (Entfernung des oberen Magenteils) und der distalen Gastrektomie (Entfernung des unteren Magenteils) waren die Vorteile von D2 + CME deutlicher. Auch bei der laparoskopischen Operation (Schlüssellochchirurgie) und der totalen Gastrektomie (vollständige Entfernung des Magens) zeigten sich signifikante Verbesserungen in der 3-Jahres-Überlebensrate.

Heterogenität und Zuverlässigkeit der Ergebnisse

Die Studie untersuchte auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Studien. Es gab eine gewisse Heterogenität in den Ergebnissen, besonders bei der offenen Operation und der laparoskopischen Operation. Dennoch zeigten Sensitivitätsanalysen, dass die Ergebnisse der Metaanalyse robust sind. Eine Bewertung der Veröffentlichungsverzerrung ergab keine signifikanten Verzerrungen bei den Gesamtkomplikationen und der 3-Jahres-Rückfallfreiheit. Bei anderen Ergebnissen gab es jedoch Anzeichen für mögliche Verzerrungen.

Fazit

Die Metaanalyse liefert Hinweise darauf, dass die Kombination von D2-Lymphadenektomie und vollständiger Entfernung des Mesogastriums (D2 + CME) eine sichere und wirksame Methode bei fortgeschrittenem Magenkrebs ist. D2 + CME bietet eine schnellere Erholung, ein geringeres Komplikationsrisiko und eine bessere langfristige Prognose im Vergleich zur herkömmlichen D2-Operation. Diese Ergebnisse könnten die Anwendung von D2 + CME in der Magenkrebschirurgie, besonders in Regionen mit hoher Krankheitslast wie Ostasien, fördern. Weitere hochwertige Studien mit größeren Patientengruppen sind jedoch notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen und standardisierte Richtlinien für CME in der Magenkrebschirurgie zu entwickeln.

For educational purposes only.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002039

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