Kann eine C-Arm-basierte Kegelstrahl-Computertomographie (CBCT) Venographie die Diagnose des Iliakalvenenkompressionssyndroms verbessern?
Einleitung
Haben Sie schon einmal von Schmerzen, Schwellungen oder sogar Blutgerinnseln in den Beinen gehört, die scheinbar ohne Grund auftreten? Dahinter könnte das Iliakalvenenkompressionssyndrom (IVCS) stecken, eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung. IVCS entsteht, wenn die linke Iliakalvene (eine große Vene im Becken) durch die darüberliegende rechte Iliakalarterie oder andere umliegende Strukturen zusammengedrückt wird. Dies führt zu Symptomen wie Schmerzen, Schwellungen und im schlimmsten Fall zu tiefen Venenthrombosen (TVT). Die Diagnose dieser Erkrankung ist jedoch oft schwierig, da herkömmliche bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT nicht immer ausreichend detaillierte Informationen liefern.
Traditionell wird IVCS mit invasiven Verfahren wie der konventionellen Venographie (CV) oder der digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) diagnostiziert. Diese Methoden sind zwar genau, aber sie können nicht alle Ursachen der Venenkompression erfassen, insbesondere solche, die außerhalb der Vene liegen. Hier kommt die Kegelstrahl-Computertomographie (CBCT) ins Spiel – eine innovative Technik, die in der Lage ist, detaillierte 3D-Bilder der Venen und des umliegenden Gewebes zu erstellen. Diese Studie untersucht, ob CBCT eine sichere und effektive Alternative zur herkömmlichen Venographie bei der Diagnose von IVCS sein kann.
Methoden
Die Studie wurde in der Abteilung für Interventionelle Radiologie und Gefäßchirurgie des Peking University Third Hospital durchgeführt. Zwischen Mai und Dezember 2018 wurden 20 Patienten mit Symptomen wie Krampfadern, Beinschwellungen oder TVT untersucht. Jeder Patient wurde sowohl mit CV als auch mit CBCT-Venographie untersucht. Die technische Erfolgsrate und die Komplikationsrate wurden verwendet, um die Machbarkeit und Sicherheit der CBCT-Venographie zu bewerten.
Bei der CV wurden die Patienten in Rückenlage positioniert, und der Zugang zur Vene wurde über die Leiste (Femoralvene) erreicht. Ein Kontrastmittel (Iopamidol) wurde injiziert, und Bilder wurden in zwei Ebenen aufgenommen. Bei der CBCT-Venographie wurde der C-Arm in den 3D-CT-Modus versetzt, und das Kontrastmittel wurde mit höherer Geschwindigkeit und Menge injiziert. Die Patienten wurden gebeten, während der Rotation des C-Arms den Atem anzuhalten.
Die Verengungsrate der Iliakalvene wurde basierend auf dem minimalen Abstand zwischen der Vorder- und Hinterwand der Vene sowie dem Durchmesser der Vene vor und nach der verengten Stelle berechnet. Die CBCT-Bilder wurden verwendet, um sowohl die äußeren als auch die inneren Ursachen der Venenverengung zu identifizieren. Auch das Vorhandensein von Kollateralvenen (Umgehungskreisläufen) und der Druckgradient über die verengte Stelle wurden untersucht.
Ergebnisse
Die technische Erfolgsrate betrug 100 % für beide Verfahren, und es traten keine Komplikationen auf. Die CBCT-Venographie lieferte detailliertere Bilder des umliegenden Gewebes, was bei der Diagnose der Ursachen der Venenverengung hilfreich war. Die Verengungsrate unter CBCT zeigte eine ausgezeichnete Übereinstimmung mit der CV (Kappa = 0,78). Die Verengungsrate unter CBCT korrelierte positiv mit dem Vorhandensein von Kollateralvenen, während dies bei der CV nicht der Fall war. Nur bei einem Patienten wurde ein Druckgradient von mehr als 2 mmHg gemessen.
Die CBCT-Venographie zeigte, dass die Hauptursache für IVCS die Kompression der Iliakalvene durch die rechte Iliakalarterie war. Darüber hinaus waren degenerative Veränderungen der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfälle, Knochenauswüchse und Wirbelgleiten häufig bei Patienten mit IVCS und könnten die Verengung der Vene verschlimmern. Seltene Ursachen wie die Kompression durch den linken Psoas-Muskel oder Tumore wurden ebenfalls identifiziert. Bei fünf Patienten wurden verkalkte Plaques in der rechten Iliakalarterie gefunden, und die Verengungsrate der linken Iliakalvene war bei diesen Patienten signifikant höher.
Diskussion
Die Studie zeigt, dass die CBCT-Venographie eine technisch machbare und sichere Methode zur Diagnose von IVCS ist. Sie liefert zusätzliche Informationen, die bei der Diagnose und Behandlung hilfreich sein können. Die Kombination von CV und CBCT könnte den diagnostischen Prozess vereinfachen, die Wartezeiten verkürzen und die Kosteneffizienz verbessern.
Die CBCT-Venographie zeigte eine enge Beziehung zwischen der Verengung der Iliakalvene und degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule sowie verkalkten Plaques in der rechten Iliakalarterie. Dies deutet darauf hin, dass sowohl äußere als auch innere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von IVCS spielen. Seltene Ursachen wie die Kompression durch den Psoas-Muskel oder Tumore konnten nur mit CBCT identifiziert werden.
Einschränkungen der Studie sind die kleine Stichprobengröße und das Fehlen einer Kontrollgruppe, da es ethisch nicht vertretbar ist, gesunde Probanden beiden Verfahren zu unterziehen. Die vorläufigen Ergebnisse müssen in größeren Studien bestätigt werden.
Fazit
Die CBCT-Venographie ist eine vielversprechende Methode zur Diagnose von IVCS. Sie liefert detaillierte Informationen über die Ursachen der Venenverengung und könnte in Kombination mit der CV den diagnostischen Prozess verbessern. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001046