Jahreszeitliche Verteilung von eingeatmeten Allergenen bei Patienten mit allergischem Asthma mit oder ohne allergische Rhinitis

Jahreszeitliche Verteilung von eingeatmeten Allergenen bei Patienten mit allergischem Asthma mit oder ohne allergische Rhinitis

Leiden Sie unter Asthma und Allergien? Wussten Sie, dass die Jahreszeiten einen großen Einfluss auf Ihre Symptome haben können? In Yantai, China, haben Forscher untersucht, wie sich die Verteilung von Allergenen im Laufe des Jahres verändert und wie dies Patienten mit allergischem Asthma betrifft, insbesondere wenn sie auch an allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) leiden.

Einführung

Allergisches Asthma und allergische Rhinitis (AR) sind eng miteinander verbundene Erkrankungen. Etwa 80% der Patienten mit allergischem Asthma leiden auch unter AR. Beide Erkrankungen werden durch ähnliche immunologische Mechanismen und die Exposition gegenüber Umweltallergenen verursacht. Die jahreszeitliche Verteilung dieser Allergene, die durch den Klimawandel beeinflusst wird, erschwert die Behandlung. Diese Studie untersucht, wie sich die Allergenbelastung in den verschiedenen Jahreszeiten auf Patienten mit allergischem Asthma mit oder ohne AR auswirkt.

Studiendesign und Methodik

Die Studie analysierte rückblickend 404 Patienten mit allergischem Asthma (208 Männer, 196 Frauen), die 2018 erstmals das Yantai Yuhuangding Hospital besuchten. Von diesen hatten 274 zusätzlich AR, während 130 nur Asthma hatten. Die Diagnose von allergischem Asthma erfolgte nach etablierten Richtlinien, wobei eine Sensibilisierung gegenüber Umweltallergenen bestätigt werden musste. Die Diagnose von AR basierte auf den Richtlinien der Chinese Society of Allergy.

Blutproben wurden mit einem speziellen Test (Fluorenzymimmunoassay, UniCAP® 100) analysiert, um das gesamte Immunglobulin E (tIgE) und allergenspezifisches IgE (sIgE) zu messen. Eine Sensibilisierung wurde definiert als sIgE ≥0,35 kU/L für mindestens ein Allergen, wobei die Schwere in sieben Klassen (0–6) eingeteilt wurde.

Neun häufige eingeatmete Allergene wurden getestet:

  • Hausstaubmilben (d1, d2)
  • Baumpollenmischung (tx5): Erle, Hasel, Ulme, Weide, Pappel
  • Schimmelpilze und Hefen (mx2): Penicillium, Cladosporium, Aspergillus, Candida, Alternaria, Setomelanomma
  • Unkrautpollenmischung (wx5): Ambrosia, Beifuß, Margerite, Löwenzahn, Goldrute
  • Beifuß (w6)
  • Artemisia vulgaris (m3)
  • Katzen
  • Hunde

Die statistische Analyse verglich die Sensibilisierungsraten und die Schwere der Allergien zwischen den Gruppen mit Chi-Quadrat- oder Fisher-Exakt-Tests (SPSS 25.0).

Hauptergebnisse

Jahreszeitliche Allergenverteilung

Hausstaubmilben (d1, d2) waren das ganze Jahr über die dominierenden Allergene. Es gab jedoch saisonale Unterschiede:

  • Unkrautpollen (wx5), Baumpollen (tx5) und Beifuß (w6) erreichten im Herbst ihre höchsten Sensibilisierungsraten und lagen deutlich über den Werten im Frühling (wx5: P = 0,070; tx5: P = 0,031; w6: P = 0,003), Sommer (wx5, tx5, w6: P <0,001) und Winter (wx5: P = 0,006; tx5: P = 0,008; w6: P = 0,032).
  • Schimmelpilze (mx2) hatten im Sommer die höchste Sensibilisierungsrate und lagen über den Werten im Frühling (P <0,001), Herbst (P <0,001) und Winter (P = 0,011).
  • Beifuß (w6) zeigte im Herbst die höchste allergische Schwere im Vergleich zu anderen Jahreszeiten (P = 0,007–0,006).

Asthma mit vs. ohne AR

  • tIgE-Werte und Eosinophilenzahlen waren bei Patienten mit Asthma und AR signifikant erhöht (P <0,001), was auf eine stärkere Entzündung hinweist.
  • Die saisonale Allergensensibilisierung unterschied sich zwischen den Gruppen:
    • Sommer: Höhere mx2-Sensibilisierung bei Asthma mit AR (P = 0,026).
    • Herbst: Patienten mit Asthma und AR zeigten erhöhte tx5 (P = 0,022), wx5 (P = 0,028) und w6 (P = 0,025) Sensibilisierung.
    • Winter: wx5-Sensibilisierung blieb bei Asthma mit AR höher (P = 0,026).
  • Allergische Schwere variierte saisonal:
    • Frühling: Höhere d1 (P = 0,036) und mx2 (P = 0,019) Schwere bei Asthma mit AR.
    • Sommer: Erhöhte d2 (P = 0,021), mx2 (P = 0,039) und wx5 (P = 0,040) Schwere bei Asthma mit AR.
    • Herbst: Erhöhte d1 (P = 0,046), d2 (P = 0,033) und wx5 (P = 0,021) Schwere bei Asthma mit AR.
    • Winter: Höhere d1 (P = 0,001) und d2 (P = 0,017) Schwere bei Asthma mit AR.

Klinische und umweltbezogene Implikationen

Die Dominanz von Hausstaubmilben (d1, d2) bestätigt frühere Studien in China und unterstreicht ihre ganzjährige Rolle bei allergischen Atemwegserkrankungen. Die saisonalen Spitzen bei Unkraut-/Baumpollen (Herbst) und Schimmelpilzen (Sommer) zeigen, dass gezielte Maßnahmen in diesen Zeiten wichtig sind. Zum Beispiel könnten Maßnahmen zur Schimmelpilzkontrolle im Sommer und zur Vermeidung von Pollen im Herbst die Symptome bei sensibilisierten Personen reduzieren.

Die erhöhten tIgE-Werte und Eosinophilenzahlen bei Patienten mit Asthma und AR deuten auf eine stärkere Entzündung hin. Dies unterstützt die Idee, dass die Behandlung von AR auch die Asthmasymptome verbessern kann.

Einschränkungen und zukünftige Richtungen

Die Studie bietet detaillierte Einblicke in die saisonale Allergendynamik, ist jedoch auf ein einzelnes Zentrum beschränkt und retrospektiv. Zukünftige multizentrische Studien mit größeren Kohorten könnten diese Ergebnisse bestätigen und regionale Unterschiede untersuchen.

Fazit

In Yantai, China, zeigen Patienten mit allergischem Asthma deutliche saisonale Allergensensibilisierungsmuster, wobei Hausstaubmilben das ganze Jahr über dominieren. Das gleichzeitige Auftreten von AR verstärkt die allergische Schwere und Entzündung, insbesondere bei saisonalen Allergenen wie Unkrautpollen und Schimmelpilzen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von saisonal angepassten Präventionsstrategien und die Behandlung von AR, um die Asthmaschwere zu verringern.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001894

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