Herzgesundheit und Sterblichkeit: Was können wir von chinesischen Studien lernen?

Herzgesundheit und Sterblichkeit: Was können wir von chinesischen Studien lernen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Doch wie können wir unser Risiko senken? Eine Studie aus China gibt neue Einblicke in die Bedeutung einer idealen Herzgesundheit (ICH) und deren Zusammenhang mit der Sterblichkeit. Die Ergebnisse könnten nicht nur für China, sondern auch für andere Länder von großer Bedeutung sein.

Die Studie untersuchte die Daten von fast 200.000 Chinesen aus drei großen Bevölkerungsgruppen. Diese Menschen wurden über mehrere Jahre hinweg beobachtet, um zu sehen, wie sich ihre Herzgesundheit auf ihr Sterberisiko auswirkte. Die Forscher verwendeten dabei das Konzept der „Life’s Simple 7“ (einfach gesagt: sieben einfache Lebensregeln) der American Heart Association (AHA). Diese sieben Regeln umfassen vier Verhaltensfaktoren (Nichtrauchen, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und ein gesundes Körpergewicht) und drei medizinische Faktoren (Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte im optimalen Bereich).

Die Teilnehmer wurden basierend auf diesen Faktoren bewertet. Jeder Faktor wurde mit 0 (schlecht), 1 (mittel) oder 2 (ideal) bewertet, was zu einem Gesamtscore von 0 bis 14 führte. Die Menschen wurden dann in drei Gruppen eingeteilt: unzureichende (0–6 Punkte), durchschnittliche (7–9 Punkte) und optimale (10–14 Punkte) Herzgesundheit.

Während der Nachbeobachtungszeit starben 20.176 Teilnehmer, darunter 8.164 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 3.289 an Krebs und 1.112 an Atemwegserkrankungen. Die Studie zeigte, dass Menschen mit einer optimalen Herzgesundheit ein deutlich geringeres Sterberisiko hatten. Im Vergleich zu denen mit unzureichender Herzgesundheit hatten sie ein 48 % geringeres Risiko, an irgendeiner Ursache zu sterben, ein 56 % geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, und ein 46 % geringeres Risiko, an Atemwegserkrankungen zu sterben. Interessanterweise gab es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Herzgesundheit und dem Risiko, an Krebs zu sterben.

Die Studie untersuchte auch, wie die einzelnen Faktoren zur Sterblichkeit beitragen. Sowohl die Verhaltensfaktoren (wie Rauchen, Bewegung, Ernährung und Körpergewicht) als auch die medizinischen Faktoren (wie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin) trugen unabhängig voneinander zu einem geringeren Sterberisiko bei. Menschen mit den besten Verhaltensscores hatten ein 21–27 % geringeres Risiko, an irgendeiner Ursache zu sterben, unabhängig von ihren medizinischen Werten. Ebenso hatten Menschen mit den besten medizinischen Werten ein 38–44 % geringeres Risiko, unabhängig von ihrem Verhalten.

Die Forscher fanden auch heraus, dass die positiven Auswirkungen der Herzgesundheit bei jüngeren Menschen (<60 Jahre) stärker waren als bei älteren Menschen (≥60 Jahre). Dies könnte daran liegen, dass ältere Menschen oft weniger strenge Behandlungsziele haben oder dass es bei ihnen einen sogenannten „Adipositas-Paradox“ gibt, bei dem Übergewicht bei älteren Menschen manchmal mit einem geringeren Sterberisiko verbunden ist.

Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse zuverlässig sind, führten die Forscher mehrere zusätzliche Analysen durch. Sie schlossen zum Beispiel Menschen aus, die in den ersten drei Jahren der Studie starben, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse nicht durch bereits bestehende Krankheiten verzerrt wurden. Sie verwendeten auch verschiedene Methoden, um fehlende Daten zu berücksichtigen, und die Ergebnisse blieben konsistent.

Die Studie hat wichtige Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Die Autoren schätzen, dass 25 % aller Todesfälle, 31,9 % der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 24,8 % der Todesfälle durch Atemwegserkrankungen verhindert werden könnten, wenn alle Menschen eine optimale Herzgesundheit erreichen würden. Dies zeigt, wie wichtig es ist, gesunde Lebensgewohnheiten und optimale medizinische Bedingungen zu fördern, um vorzeitige Todesfälle zu reduzieren.

Zusammenfassend zeigt diese große Studie aus China, dass eine ideale Herzgesundheit mit einem geringeren Risiko für vorzeitigen Tod, insbesondere durch Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, verbunden ist. Sowohl gesunde Lebensgewohnheiten als auch gute medizinische Werte tragen unabhängig voneinander zu diesen positiven Effekten bei. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung, nicht nur in China, sondern weltweit.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002379

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