Hautprobleme durch Kosmetik: Was Sie wissen müssen

Hautprobleme durch Kosmetik: Was Sie wissen müssen

Kosmetikprodukte, insbesondere Hautpflegeprodukte ohne Rezept, werden weltweit immer häufiger verwendet. Doch mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Zahl der unerwünschten Nebenwirkungen. Hautrötungen, Pickel, Juckreiz, Trockenheit, Schuppenbildung und ungewöhnliche Verfärbungen sind nur einige der möglichen Probleme. In China, wo der Kosmetikmarkt boomt, gibt es jedoch wenig Wissen über die genauen Ursachen und Merkmale dieser Nebenwirkungen. Eine Studie aus Südchina hat nun die klinischen Merkmale, beteiligte Produkte, Testmethoden und das Bildungsniveau der Betroffenen untersucht.

Wer ist betroffen?

Die Studie umfasste 341 Personen, bei denen zwischen Januar 2015 und Dezember 2017 im Dritten Affiliierten Krankenhaus der Sun Yat-sen Universität in Guangzhou Kontaktdermatitis (Hautentzündung durch Kontakt mit bestimmten Stoffen) durch Kosmetik diagnostiziert wurde. Die meisten Patienten (75,7%) waren zwischen 21 und 40 Jahre alt, und die Mehrheit (333) waren Frauen. Interessanterweise hatten 70,4% der Betroffenen einen Hochschulabschluss, darunter 143 mit einem postgradualen Abschluss und 97 mit einem Bachelorabschluss. Zudem hatten 38,7% der Patienten (132 Personen) eine Vorgeschichte von Allergien, wobei 61 empfindlich auf Kosmetik und 71 auf andere Kontaktstoffe reagierten.

Welche Probleme treten am häufigsten auf?

Die meisten der 341 Fälle (93,3%) waren Kontaktdermatitis. Andere Probleme wie Rosazea (Hautrötungen) und periorale Dermatitis (Entzündungen um den Mund) traten in 3,5% der Fälle auf. Akne, Haarschäden und Lippenentzündungen wurden in jeweils 0,9% der Fälle gemeldet. Insgesamt wurden 646 Kosmetikprodukte als Auslöser identifiziert, davon 372 aus China und 261 importiert. Besonders auffällig war, dass das Mischen verschiedener Kosmetikprodukte in 31,4% der Fälle zu Problemen führte. Dabei waren 34,6% der Fälle auf das Mischen von Produkten derselben Marke zurückzuführen, während 65,4% auf das Mischen von Produkten verschiedener Marken zurückgingen.

Wie wurden die Tests durchgeführt?

Bei 71 Patienten mit Kontaktdermatitis wurden Patch-Tests (Hauttests) mit den verdächtigen Kosmetikprodukten durchgeführt. Die Patienten mussten vor dem Test drei Tage lang keine Antihistaminika (Medikamente gegen Allergien) und zwei Wochen lang keine Kortikosteroide (entzündungshemmende Medikamente) einnehmen. Die Tests wurden mit dem T.R.U.E. TEST®-System durchgeführt. Die verdächtigen Produkte wurden auf die Haut des oberen Rückens aufgetragen und 48 Stunden lang belassen. Nach dem Entfernen der Pflaster wurden die Reaktionen nach 1, 24, 48 und 72 Stunden bewertet. Von den 71 Tests waren 41 positiv (57,7%), 13 zeigten verdächtige Ergebnisse, und 17 waren negativ.

Was sagt die Studie über die Entwicklung aus?

Im Vergleich zu früheren Daten aus China ist die Zahl der kosmetikbedingten Nebenwirkungen im Jahr 2017 zurückgegangen. Im Jahr 2007 wurden 200 Fälle gemeldet, im Jahr 2008 waren es 240. Allerdings zeigt die Studie, dass Personen mit höherer Bildung häufiger betroffen sind. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass besser gebildete Menschen in China stärker auf Hautgesundheit und Schönheit achten und daher mehr Kosmetikprodukte verwenden.

Welche Rolle spielt die Art der Kosmetik?

Die Studie ergab, dass Nebenwirkungen durch in China hergestellte Kosmetikprodukte häufiger auftraten als durch importierte Produkte. Dies könnte daran liegen, dass inländische Produkte in China stärker verbreitet sind. Die Autoren der Studie weisen jedoch auch darauf hin, dass die Qualitätskontrolle bei inländischen Kosmetikprodukten verbessert werden muss.

Was bedeutet das für die Praxis?

Die klinischen Merkmale von kosmetikbedingten Nebenwirkungen sind vielfältig und sollten in der Praxis umfassend berücksichtigt werden. Kontaktdermatitis war die häufigste Nebenwirkung in dieser Studie, was mit früheren Untersuchungen in China übereinstimmt. Die Vorgeschichte der Kosmetiknutzung ist ein wichtiger Indikator für das Auftreten von Nebenwirkungen. Die Studie zeigt, dass die Häufigkeit der Nutzung, die Anzahl der verwendeten Produkte pro Tag und das Mischen verschiedener Kosmetikprodukte oder deren Kombination mit Wasser oder Speichel signifikant mit dem Auftreten von Nebenwirkungen verbunden sind. Dermatologen sollten daher die Nutzungsgewohnheiten ihrer Patienten genau erfragen.

Fazit

Diese Studie bietet wertvolle Einblicke in die Merkmale kosmetikbedingter Nebenwirkungen in Südchina. Sie unterstreicht die Bedeutung des Verständnisses der klinischen Merkmale, der beteiligten Produkte und des Bildungsniveaus der Betroffenen. Die Studie zeigt auch, dass die Qualitätskontrolle bei inländischen Kosmetikprodukten verbessert werden muss und dass die Nutzungsgewohnheiten von Kosmetikprodukten in der dermatologischen Diagnostik berücksichtigt werden sollten.

For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000371

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