Hämorrhoiden: Eine innovative Methode zur schonenden Behandlung
Hämorrhoiden sind ein häufiges Problem, das viele Menschen betrifft. Doch die Behandlung kann oft schmerzhaft und belastend sein. Gibt es eine Methode, die weniger invasiv ist und dennoch effektiv hilft? Die Antwort könnte in der cap-assistierten endoskopischen Sklerotherapie (CAES) liegen.
Was ist CAES und warum ist sie anders?
CAES ist eine neuartige Technik zur Behandlung von inneren Hämorrhoiden und Schleimhautvorfällen im Enddarm. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen ein Anoskop (ein spezielles Instrument zur Untersuchung des Afters) verwendet wird, setzt CAES auf eine Kombination aus Endoskopie (eine Methode zur Untersuchung des Darms) und gezielten Injektionen von Wirkstoffen, die das Gewebe verhärten.
Vorteile von CAES:
- Bessere Sicht: Durch die Verwendung eines Endoskops mit einer speziellen Kappe wird der Analbereich besser sichtbar gemacht. Dies hilft, die Hämorrhoiden präzise zu behandeln.
- Diagnose und Behandlung in einem Schritt: CAES ermöglicht es, andere Erkrankungen wie Tumore oder Fisteln auszuschließen, während gleichzeitig die Hämorrhoiden behandelt werden.
- Schonende Methode: Im Vergleich zu Operationen verursacht CAES weniger Schmerzen und Blutungen, was besonders für Patienten mit Vorerkrankungen vorteilhaft ist.
Das LPRA-System: Eine neue Methode zur Orientierung
Bei der Behandlung von Hämorrhoiden ist es wichtig, die genaue Position der betroffenen Bereiche zu kennen. Das LPRA-System, das in China entwickelt wurde, bietet hier eine systematische Lösung.
Wie funktioniert LPRA?
- Linke Seite als Referenzpunkt: Durch die Ansammlung von Flüssigkeit im linken Bereich des Analkanals kann die Position der Hämorrhoiden besser bestimmt werden.
- Einteilung in acht Richtungen: Der Analbereich wird in vier Hauptrichtungen (links, hinten, rechts, vorne) und weitere Unterrichtungen unterteilt. Dies hilft, die Behandlung präzise durchzuführen.
Für wen ist CAES geeignet?
CAES kommt vor allem bei inneren Hämorrhoiden und Schleimhautvorfällen zum Einsatz.
Innere Hämorrhoiden
- Grad I–II: CAES wird empfohlen, wenn Blutungen auftreten und andere Behandlungen wie Ernährungsumstellung oder Salben nicht ausreichen.
- Grad III: Auch bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden kann CAES eine Option sein, insbesondere wenn eine Operation nicht infrage kommt.
Schleimhautvorfall
Bei kleinen Schleimhautvorfällen, die Symptome wie Druckgefühl oder Schmerzen verursachen, kann CAES helfen, die Schleimhaut zu stabilisieren.
Wann ist CAES nicht geeignet?
CAES sollte nicht angewendet werden bei:
- Aktiven Infektionen oder strukturellen Veränderungen: Zum Beispiel bei Abszessen oder Tumoren im Analbereich.
- Entzündlichen Erkrankungen: Wie Strahlenproktitis (Entzündung des Enddarms nach Strahlentherapie) oder Immunerkrankungen.
- Fortgeschrittenen Hämorrhoiden: Thrombosierte oder eingeklemmte Hämorrhoiden.
- Psychischen Faktoren: Patienten mit starken Ängsten oder psychosomatischen Beschwerden sollten vorher psychiatrisch untersucht werden.
Wie läuft die Behandlung ab?
Vorbereitung
Vor der Behandlung ist eine Darmreinigung notwendig, um eine klare Sicht zu gewährleisten. Eine Sedierung oder Narkose kann die Behandlung für den Patienten angenehmer machen.
Ausrüstung
- Endoskop-Kappe: Eine kurze Kappe am Endoskop hilft, den Analbereich besser zu visualisieren.
- Nadelwahl: Je nach Größe der Hämorrhoiden werden längere oder kürzere Nadeln verwendet.
Injektionstechnik
- Wirkstoffe: Lauromacrogol (ein Mittel, das das Gewebe verhärtet) wird häufig verwendet.
- Injektionsstelle: Die Injektion erfolgt meist im hinteren Bereich des Analkanals.
Nach der Behandlung
- Sofortige Maßnahmen:
- Der Patient sollte mindestens zwei Stunden liegen bleiben, um das Risiko eines erneuten Vorfalls zu minimieren.
- Auf Abführmittel oder ballaststoffreiche Nahrung sollte vorerst verzichtet werden.
- Komplikationen:
- Bei Blähungen kann ein Einlauf helfen.
- Bei Blutungen oder Geschwüren wird meist eine konservative Behandlung empfohlen.
- Langzeitbetreuung:
- Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Ursachen wie Verstopfung oder Durchfall zu behandeln, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.
Was sagen die Studien?
Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte, dass 92 % der Patienten mit CAES zufrieden waren. Schwere Komplikationen wie chronische Schmerzen oder Geschwüre traten in weniger als 3 % der Fälle auf.
Fazit
CAES bietet eine vielversprechende Alternative zur herkömmlichen Behandlung von Hämorrhoiden. Durch die Kombination aus Endoskopie und gezielten Injektionen ist die Methode weniger invasiv und kann auch bei Patienten mit Vorerkrankungen angewendet werden. Das LPRA-System sorgt für eine präzise Behandlung, was die Erfolgsaussichten erhöht.
For educational purposes only.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001836