Gewichtsveränderung und Sterblichkeit: Was bedeutet das für Ihre Gesundheit?
Einleitung
Haben Sie sich jemals gefragt, ob eine Gewichtsveränderung Ihre Gesundheit langfristig beeinflussen kann? Viele Menschen machen sich Sorgen über ihr Gewicht, aber die genauen Auswirkungen von Gewichtsveränderungen auf die Sterblichkeit sind oft unklar. Studien haben gezeigt, dass sowohl Gewichtsverlust als auch Gewichtszunahme mit verschiedenen Gesundheitsrisiken verbunden sein können. Doch wie sieht es in asiatischen Bevölkerungsgruppen aus, insbesondere in China, wo genetische, ernährungsbedingte und lebensstilbedingte Unterschiede eine Rolle spielen könnten?
Eine aktuelle Studie, die auf Daten der Linxian Nutrition Intervention Trial (NIT) basiert, hat die langfristigen Auswirkungen von Gewichtsveränderungen auf die Sterblichkeit bei chinesischen Erwachsenen mittleren und höheren Alters untersucht. Die Ergebnisse sind aufschlussreich und könnten auch für Ihre Gesundheit relevant sein.
Methoden
Studienteilnehmer und Design
Die Studie umfasste 29.584 Teilnehmer im Alter von 40 bis 69 Jahren aus Linxian, einer Region in der Provinz Henan, China. Die Teilnehmer wurden 1985 rekrutiert und bis 2016 beobachtet. Personen mit chronischen Erkrankungen oder regelmäßiger Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten wurden ausgeschlossen. Letztendlich blieben 21.028 Teilnehmer für die Analyse übrig.
Zu Beginn der Studie wurden Daten zu Demografie, Lebensstil (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum), Krankengeschichte und Körpermaßen (Größe, Gewicht, Blutdruck) erhoben. Das Gewicht wurde 1991 erneut gemessen, um die Gewichtsveränderung über fünf Jahre zu berechnen. Die Sterblichkeitsdaten wurden bis 2016 gesammelt, wobei die Todesursachen nach internationalen Kriterien (ICD-10) klassifiziert wurden: Krebs (C00–C97), Schlaganfall (I60–I69) und Herzerkrankungen (I00–I25, I28–I59).
Bewertung der Gewichtsveränderung
Die absolute Gewichtsveränderung wurde in vier Kategorien eingeteilt:
- Gewichtsverlust ≥2 kg
- Gewichtserhaltung (Veränderung <2 kg, Referenzgruppe)
- Gewichtszunahme ≥2 kg und <5 kg
- Gewichtszunahme ≥5 kg
Zusätzlich wurden Übergänge im Gewichtsstatus (Untergewicht: BMI <18,5 kg/m²; Normalgewicht: 18,5–23,9 kg/m²; Übergewicht/Adipositas: ≥24,0 kg/m²) analysiert, was zu sieben Kategorien führte: stabil normalgewichtig, Untergewicht zu Normalgewicht, Übergewicht zu Normalgewicht, Untergewicht werdend, Übergewicht werdend, stabil untergewichtig und stabil übergewichtig.
Statistische Analyse
Mithilfe von Cox-Proportional-Hazards-Modellen wurden die Risiken für die Sterblichkeit berechnet. Die Analysen wurden an Alter, Geschlecht, Ausgangs-BMI, Rauchen, Alkoholkonsum, familiäre Krebsgeschichte, Bildung, Blutdruck und andere Faktoren angepasst. Nichtlineare Zusammenhänge zwischen Gewichtsveränderung und Sterblichkeit wurden mit Hilfe von Splines visualisiert. Subgruppenanalysen untersuchten Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Ausgangs-BMI.
Ergebnisse
Teilnehmercharakteristika
Von den 21.028 Teilnehmern waren 57,9 % der Gewichtserhaltungsgruppe Frauen, verglichen mit 67,7 % in der Gruppe mit einer Gewichtszunahme von ≥5 kg und 52,4 % in der Gruppe mit einem Gewichtsverlust von ≥2 kg. Gewichtsverlust war häufiger bei älteren Personen, Männern, Rauchern und Personen mit höherem Ausgangs-BMI. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 18,4 Jahre, wobei 13.565 Todesfälle (3.713 durch Krebs, 4.540 durch Schlaganfall, 3.504 durch Herzerkrankungen) registriert wurden.
Absolute Gewichtsveränderung und Sterblichkeit
- Gewichtsverlust ≥2 kg: War mit einem erhöhten Risiko für Gesamtsterblichkeit (HR = 1,14), Krebs (HR = 1,12) und Herzerkrankungen (HR = 1,21) verbunden.
- Gewichtszunahme ≥5 kg: Reduzierte das Krebssterblichkeitsrisiko (HR = 0,89), erhöhte jedoch das Schlaganfallrisiko (HR = 1,23).
- Gewichtszunahme 2–5 kg: Zeigte keine signifikanten Zusammenhänge mit der Sterblichkeit.
Veränderungen im Gewichtsstatus
- Übergänge von Übergewicht zu Normalgewicht (HR = 1,18) oder Untergewicht werdend (HR = 1,35) erhöhten das Gesamtsterblichkeitsrisiko.
- Stabil übergewichtig zu sein erhöhte das Gesamtsterblichkeitsrisiko (HR = 1,11) und das Schlaganfallrisiko (HR = 1,44).
- Stabil untergewichtig zu sein erhöhte das Gesamtsterblichkeitsrisiko (HR = 1,16).
Subgruppenanalysen
- Alter: Gewichtsverlust erhöhte das Herzerkrankungsrisiko stärker bei älteren Personen (≥55 Jahre; HR = 1,27). Gewichtszunahme reduzierte das Krebsrisiko bei jüngeren Erwachsenen (HR = 0,85).
- Geschlecht: Frauen mit Gewichtsverlust hatten ein höheres Krebsrisiko (HR = 1,16) und Herzerkrankungsrisiko (HR = 1,26).
- Ausgangs-BMI: Gewichtsverlust erhöhte das Herzerkrankungsrisiko bei Normalgewichtigen (HR = 1,18), während Gewichtszunahme das Schlaganfallrisiko bei Übergewichtigen erhöhte (HR = 1,22).
Nichtlineare Zusammenhänge
Die Analysen zeigten U-förmige Beziehungen:
- Schlaganfall: Das Risiko stieg bei Gewichtszunahme über 3 kg deutlich an.
- Herzerkrankungen: Das geringste Risiko bestand bei einer moderaten Gewichtszunahme (3–5 kg).
Diskussion
Hauptbefunde
Diese Studie zeigt, dass Gewichtsveränderungen die Sterblichkeit bei chinesischen Erwachsenen signifikant beeinflussen. Gewichtsverlust war ein konsistenter Risikofaktor für Gesamtsterblichkeit, Krebs und Herzerkrankungen, während eine erhebliche Gewichtszunahme das Schlaganfallrisiko erhöhte.
Mechanismen
- Gewichtsverlust: Kann auf zugrunde liegende Erkrankungen oder altersbedingten Muskelabbau hinweisen.
- Gewichtszunahme: Führt oft zu Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Insulinresistenz, was das Schlaganfallrisiko erhöht.
Vergleich mit früheren Studien
Im Gegensatz zu westlichen Studien, die oft U-förmige Zusammenhänge zeigen, fanden sich in dieser Studie spezifische Muster für die chinesische Bevölkerung.
Klinische und öffentliche Gesundheitsrelevanz
- Ältere Erwachsene: Gewichtsverlust sollte nur bei medizinischer Indikation angestrebt werden.
- Mittlere Altersgruppen: Gewichtsstabilität ist wichtig, um Krebs- und Herzrisiken auszugleichen.
- Überwachung: Gewichtsveränderungen sollten regelmäßig überprüft werden, insbesondere bei Übergewichtigen.
Einschränkungen
- Unbekannte Faktoren: Daten zur Absicht der Gewichtsveränderung oder körperlicher Aktivität fehlten.
- Einzelne Gewichtsmessung: Spätere Gewichtsveränderungen wurden nicht erfasst.
- Kohortenspezifität: Die Ergebnisse sind möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar.
Fazit
Diese 25-jährige Studie zeigt, dass Gewichtsverlust das Risiko für Gesamtsterblichkeit, Krebs und Herzerkrankungen erhöht, während Gewichtszunahme das Schlaganfallrisiko steigert. Stabiles Übergewicht war mit negativen Gesundheitsergebnissen verbunden. Zukünftige Forschung sollte untersuchen, ob Gewichtsveränderungen absichtlich oder unabsichtlich erfolgten und welche biologischen Mechanismen zugrunde liegen.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002970
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