Entzündlicher Brustkrebs: Eine seltene, aber aggressive Krebsart

Entzündlicher Brustkrebs: Eine seltene, aber aggressive Krebsart – Was wissen wir über sie?

Entzündlicher Brustkrebs (inflammatory breast cancer, IBC) ist eine seltene, aber äußerst aggressive Form von Brustkrebs. Er macht nur etwa 2 % aller Brustkrebsfälle aus, ist jedoch für einen großen Teil der Todesfälle verantwortlich. Warum ist diese Krebsart so gefährlich, und was können wir tun, um sie besser zu verstehen und zu behandeln?

Was ist entzündlicher Brustkrebs?

Entzündlicher Brustkrebs unterscheidet sich von anderen Brustkrebsarten durch seine schnelle Ausbreitung und die typischen Symptome. Betroffene Frauen bemerken oft eine Rötung und Schwellung der Brust, die an eine Orangenhaut (peau d’orange) erinnert. Diese Symptome entstehen, weil Krebszellen in die Lymphgefäße der Haut eindringen. Im Gegensatz zu anderen Brustkrebsarten ist oft kein fester Knoten zu spüren, was die Diagnose erschwert.

Warum ist entzündlicher Brustkrebs so schwer zu erkennen?

Die Diagnose von IBC ist schwierig, da die Symptome oft einer Brustentzündung ähneln. Viele Frauen werden zunächst mit Antibiotika behandelt, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Hinzu kommt, dass IBC oft in fortgeschrittenen Stadien entdeckt wird, wenn der Krebs bereits auf Lymphknoten oder andere Organe gestreut hat. Dies macht die Behandlung schwieriger und die Prognose schlechter.

Was wissen wir über entzündlichen Brustkrebs in China?

Eine kürzlich durchgeführte Studie der Chinese Society of Breast Surgery hat die klinischen und pathologischen Merkmale von IBC in China untersucht. Die Studie umfasste 95 Patientinnen, die zwischen Januar 2017 und Dezember 2018 behandelt wurden. Die Ergebnisse geben wichtige Einblicke in diese seltene Krebsart.

Wer ist betroffen?

Das Durchschnittsalter der Patientinnen bei der Diagnose lag bei 50,55 Jahren. Mehr als die Hälfte der Frauen war vor den Wechseljahren. Der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) betrug 25,4 kg/m², wobei 23,2 % der Patientinnen als fettleibig eingestuft wurden. Eine familiäre Vorgeschichte von Krebserkrankungen wurde bei 8,5 % der Frauen festgestellt.

Wie fortgeschritten war der Krebs bei der Diagnose?

Die meisten Patientinnen (80 %) hatten bereits ein Stadium III der Erkrankung, während 20 % ein Stadium IV aufwiesen. Knochenmetastasen waren die häufigste Form der Fernmetastasierung. Die durchschnittliche Tumorgröße betrug 6,2 cm, wobei fast die Hälfte der Frauen Tumore größer als 5 cm hatte.

Welche Arten von Tumoren wurden gefunden?

Der häufigste Tumor-Typ war das invasive duktale Karzinom (86,8 %), gefolgt vom invasiven lobulären Karzinom (5,3 %). Die biologischen Subtypen des Krebses waren unterschiedlich verteilt: 41,5 % der Tumore waren hormonrezeptorpositiv (HR+) und HER2-negativ (HER2-), während 20,1 % HR-negativ und HER2-positiv waren.

Wie wird entzündlicher Brustkrebs behandelt?

Die Behandlung von IBC erfordert einen multimodalen Ansatz, der Chemotherapie, Chirurgie und Strahlentherapie kombiniert.

Neoadjuvante Chemotherapie

Bei den meisten Patientinnen (87,7 %) mit Stadium III wurde eine neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt, um den Tumor vor der Operation zu verkleinern. Die meisten erhielten eine Kombination aus Anthrazyklinen und Taxanen. Bei 14 % der Patientinnen konnte eine vollständige pathologische Rückbildung (pCR) erreicht werden, was bedeutet, dass nach der Chemotherapie keine Krebszellen mehr nachweisbar waren.

Chirurgie

Fast alle Patientinnen (91,9 %) wurden operiert, wobei die meisten (77,0 %) eine modifizierte radikale Mastektomie erhielten. Bei 8,1 % der Frauen wurde eine sofortige Brustrekonstruktion durchgeführt, was im Vergleich zu früheren Studien eine höhere Rate darstellt.

HER2-zielgerichtete Therapie

Patientinnen mit HER2-positiven Tumoren erhielten Trastuzumab, einen Antikörper, der gezielt gegen HER2-positive Krebszellen wirkt. Diese Therapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs.

Was können wir aus dieser Studie lernen?

Die Studie zeigt, dass entzündlicher Brustkrebs oft in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird, was die Behandlung erschwert. Die hohen Raten von Lymphknoten- und Fernmetastasen unterstreichen die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose und effektiven Behandlung. Die molekulare Subtypisierung des Tumors spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl der Therapie und der Vorhersage des Behandlungserfolgs.

Die Ergebnisse dieser Studie bieten eine wertvolle Grundlage für weitere Forschung und die Optimierung der Behandlung von entzündlichem Brustkrebs in China. Sie betonen die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung, einer individuellen Therapieplanung und eines multimodalen Behandlungsansatzes, um die Überlebenschancen der Patientinnen zu verbessern.

For educational purposes only.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001104

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