Enthesitis bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis: Neue Erkenntnisse aus China
Haben Sie schon einmal von Enthesitis gehört? Diese schmerzhafte Entzündung an den Stellen, wo Sehnen oder Bänder am Knochen ansetzen, ist ein häufiges Problem bei Menschen mit Psoriasis-Arthritis (PsA). PsA ist eine chronische entzündliche Erkrankung, die bis zu 30% der Patienten mit Schuppenflechte betrifft. Sie kann zu Gelenkschmerzen, Steifheit und einer eingeschränkten Lebensqualität führen. Doch was wissen wir eigentlich über Enthesitis bei PsA-Patienten in China? Eine neue Studie aus dem chinesischen Register für Psoriasis-Arthritis (CREPAR) gibt uns nun detaillierte Einblicke.
Die Studie umfasste 1074 PsA-Patienten, die zwischen Dezember 2018 und Juni 2021 in das CREPAR-Register aufgenommen wurden. Die Forscher sammelten Daten zu Alter, Geschlecht, Krankheitsverlauf, Krankheitsaktivität und Behandlung. Die Enthesitis wurde mithilfe von drei Bewertungssystemen gemessen: dem SPARCC-Index, dem MASES-Index und dem LEI-Index. Diese Systeme helfen dabei, die Anzahl und die Schwere der entzündeten Stellen zu erfassen.
Von den 1074 Patienten hatten 308 (28,7%) Enthesitis. Im Durchschnitt hatten diese Patienten 3,3 entzündete Stellen, wobei die Anzahl zwischen 1 und 18 variierte. Mehr als die Hälfte der Patienten (53,6%) hatte ein oder zwei schmerzhafte Stellen, während 27,9% drei oder vier und 18,5% zwischen fünf und 18 schmerzhafte Stellen aufwiesen. Patienten mit Enthesitis waren jünger, hatten ein früheres Alter bei Beginn der Schuppenflechte und der Arthritis und berichteten häufiger über eine PsA-Dauer von mehr als fünf Jahren. Außerdem hatten sie häufiger eine Beteiligung der Wirbelsäule und eine höhere Krankheitsaktivität.
Die häufigsten Stellen für Enthesitis waren der Beckenkamm (links 28,6%, rechts 26,6%, beidseitig 25,3%), der vordere obere Beckenstachel (links 27,3%, rechts 22,7%, beidseitig 21,1%) und das erste Rippenknorpelgelenk (links 20,5%, rechts 19,8%, beidseitig 17,9%) gemäß dem MASES-Index. Der SPARCC-Index zeigte, dass die Plantarfaszie (links 13,0%, rechts 12,3%, beidseitig 9,7%), die Achillessehne (links 8,1%, rechts 7,5%, beidseitig 5,5%) und die seitlichen Ellenbogen (links 5,8%, rechts 5,8%, beidseitig 3,6%) die häufigsten Stellen waren. Der LEI-Index identifizierte die Achillessehne und die seitlichen Ellenbogen als die häufigsten Stellen, gefolgt von den inneren Oberschenkelknochen.
Eine weitere Analyse ergab, dass eine Beteiligung der Wirbelsäule (Odds Ratio [OR] 2,21, 95% Konfidenzintervall [KI] 1,59–3,08), der Schweregrad der Schuppenflechte (PASI) (OR 1,03, 95% KI 1,01–1,04) und die Krankheitsaktivität (DAS28-CRP) (OR 1,25, 95% KI 1,01–1,55) unabhängige Faktoren für Enthesitis waren. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Wirbelsäulenbeteiligung und eine höhere Krankheitsaktivität wichtige Vorhersagefaktoren für Enthesitis bei PsA-Patienten sind.
Im Vergleich zu anderen großen Studien aus den USA, Dänemark, Kanada und der Türkei zeigten chinesische Patienten mit Enthesitis einige Besonderheiten. Die Häufigkeit von Enthesitis in der chinesischen Gruppe betrug 28,7%, was zwischen den Raten in den USA (19,5%) und Dänemark (65,7%) liegt. Chinesische Patienten waren jünger, hatten einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) und eine höhere Rate an positivem HLA-B27 (einem genetischen Marker, der mit bestimmten entzündlichen Erkrankungen verbunden ist) im Vergleich zu Patienten aus anderen Ländern. Zudem hatten chinesische Patienten eine höhere Prävalenz von Daktylitis (Schwellung der Finger oder Zehen) (43,8%) im Vergleich zu anderen Gruppen, wo die Prävalenz zwischen 13,1% und 19% lag. Die häufigste Enthesitis-Stelle bei chinesischen Patienten war der Beckenkamm, während in anderen Gruppen die Achillessehne die häufigste Stelle war.
In Bezug auf die Behandlung erhielten mehr als zwei Drittel der chinesischen Patienten mit Enthesitis konventionelle synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika (csDMARDs) (77,6%), ein deutlich höherer Anteil als in anderen Gruppen (14% in Kanada, 17,5% in Dänemark und 21,7% in den USA). Biologische DMARDs (bDMARDs) wurden bei 38,2% der chinesischen Patienten eingesetzt, was ähnlich ist wie in Kanada (34%), aber niedriger als in den USA (61,5%). Die höhere Verwendung von csDMARDs in China könnte auf die begrenzte Abdeckung von gezielten Medikamenten im chinesischen Gesundheitssystem zurückzuführen sein, was auf einen ungedeckten Bedarf an angemessener PsA-Behandlung in China hinweist.
Die Studie betont auch die Bedeutung der Bewertung sowohl peripherer als auch axialer Stellen für eine umfassende Beurteilung der Enthesitis. Während einige Hinweise darauf hindeuten, dass Enthesitis an unteren Stellen aufgrund mechanischer Belastung häufiger auftritt, war die Prävalenz der Achillessehne in der chinesischen Gruppe niedriger als in den meisten früheren Studien. Diese Diskrepanz könnte auf die höhere Prävalenz axialer Stellen in der chinesischen Gruppe oder auf eine mögliche Überdiagnose von Enthesitis an axialen Stellen aufgrund von begleitender Fibromyalgie zurückzuführen sein. Fortgeschrittene Bildgebungstechniken wie Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) gelten als empfindlicher als die klinische Untersuchung zur Erkennung von Enthesitis, und ihre Anwendung könnte die Genauigkeit der Enthesitis-Beurteilung in zukünftigen Studien verbessern.
Zusammenfassend ist Enthesitis ein häufiges Problem bei chinesischen Patienten mit PsA, wobei fast ein Drittel der Patienten bei der Aufnahme in die Studie Enthesitis aufwies. Patienten mit Enthesitis waren jünger, hatten ein früheres Alter bei Beginn der Schuppenflechte und der Arthritis und berichteten häufiger über eine PsA-Dauer von mehr als fünf Jahren. Sie hatten auch eine höhere Rate an Wirbelsäulenbeteiligung und eine höhere Krankheitsaktivität im Vergleich zu Patienten ohne Enthesitis. Die Studie identifizierte Wirbelsäulenbeteiligung, PASI und DAS28-CRP als wichtige Vorhersagefaktoren für Enthesitis. Im Vergleich zu anderen Gruppen zeigten chinesische Patienten mit Enthesitis einige Besonderheiten, darunter einen niedrigeren BMI, eine höhere Rate an positivem HLA-B27 und eine höhere Prävalenz von Daktylitis. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Bewertung sowohl peripherer als auch axialer Stellen für eine umfassende Beurteilung der Enthesitis und zeigen den Bedarf an angemessener PsA-Behandlung in China auf.
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doi.org/10.1097/CM9.0000000000002646