Antibiotikaresistenz bei Helicobacter pylori bei Kindern in Ostasien

Antibiotikaresistenz bei Helicobacter pylori bei Kindern und Jugendlichen in Ostasien: Ein Problem, das nicht ignoriert werden kann

Warum wird die Behandlung von Helicobacter pylori (H. pylori) immer schwieriger? Diese Frage beschäftigt Forscher und Ärzte weltweit, besonders in Ostasien. H. pylori ist ein Bakterium, das im Magen lebt und Entzündungen, Geschwüre und sogar Magenkrebs verursachen kann. Obwohl die Beseitigung der Infektion das Krebsrisiko deutlich verringert, macht die zunehmende Resistenz gegen Antibiotika die Behandlung immer komplizierter. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, bei denen die Infektion oft erstmals auftritt, gibt es bisher wenig Daten. Diese Übersichtsarbeit zeigt, wie verbreitet Antibiotikaresistenzen in dieser Altersgruppe in Ostasien sind und was das für die Behandlung bedeutet.

Was ist Helicobacter pylori und warum ist es gefährlich?

H. pylori ist ein Bakterium, das sich im Magen ansiedelt. Es wird von der Weltgesundheitsorganisation als krebserregend eingestuft. Über 90 % der Fälle von Magenkrebs, die nicht im oberen Teil des Magens auftreten, werden mit dieser Infektion in Verbindung gebracht. Die Beseitigung von H. pylori kann das Risiko für Magenkrebs deutlich senken. Doch die Behandlung wird immer schwieriger, weil das Bakterium resistent gegen viele Antibiotika wird.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Die Forscher haben Studien aus Datenbanken wie PubMed, Embase und der Cochrane Library bis Februar 2023 analysiert. Sie konzentrierten sich auf Ostasien, einschließlich China, Japan, Südkorea, Nordkorea und der Mongolei. Nur Studien mit Teilnehmern unter 18 Jahren, die noch keine Behandlung gegen H. pylori erhalten hatten, wurden berücksichtigt. Die Diagnose der Infektion erfolgte durch Gewebeuntersuchungen, Schnelltests oder Bakterienkulturen. Die Resistenz gegen Antibiotika wurde mit speziellen Tests wie dem E-Test oder der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) gemessen. Von 182 Artikeln wurden schließlich 15 Studien mit 4.831 H. pylori-Proben ausgewertet.

Die wichtigsten Ergebnisse

Resistenz gegen Metronidazol

Metronidazol zeigte die höchste Resistenzrate von 51 % (95 % KI: 40–62 %). Die Resistenz ist im Laufe der Zeit stark gestiegen:

  • Vor 2005: 18 % (95 % KI: 6–30 %)
  • 2005–2015: 53 % (95 % KI: 41–64 %)
  • Nach 2015: 82 % (95 % KI: 76–89 %)

In China war die Resistenz besonders hoch (69 %, 95 % KI: 63–75 %), während sie in anderen Regionen Ostasiens niedriger war (20 %, 95 % KI: 11–28 %). Die Methode zur Messung der Resistenz hatte keinen großen Einfluss auf die Ergebnisse.

Resistenz gegen Clarithromycin

Die Resistenz gegen Clarithromycin lag im Durchschnitt bei 37 % (95 % KI: 20–53 %). Auch hier gab es deutliche Schwankungen:

  • Vor 2005: 19 % (95 % KI: 10–27 %)
  • 2005–2015: 46 % (95 % KI: 16–76 %)
  • Nach 2015: 41 % (95 % KI: 29–53 %)

In China war die Resistenz höher (46 %, 95 % KI: 25–68 %) als in anderen Regionen (20 %, 95 % KI: 12–28 %). In Nordchina war die Rate sogar alarmierend hoch (91 %, 95 % KI: 80–100 %). In Südkorea und Japan waren die Raten niedriger (11–29 %). Die Methode zur Messung der Resistenz spielte hier eine größere Rolle: Der E-Test zeigte höhere Werte als die Agar-Verdünnungsmethode.

Resistenz gegen Levofloxacin

Die Resistenz gegen Levofloxacin lag im Durchschnitt bei 19 % (95 % KI: 11–28 %). Sie stieg von 8 % vor 2005 auf 21 % nach 2015. In China war die Resistenz höher (25 %, 95 % KI: 13–37 %) als in anderen Regionen (8 %, 95 % KI: 5–12 %). Eine Studie aus Guiyang, China, zeigte eine Ausnahme mit einer Resistenzrate von 90,5 %.

Antibiotika mit geringer Resistenz

Amoxicillin, Tetracyclin und Furazolidon zeigten nur geringe Resistenzraten:

  • Amoxicillin: 2 % (95 % KI: 0–5 %)
  • Tetracyclin: 1 % (95 % KI: 0–5 %)
  • Furazolidon: 0 % (95 % KI: 0–1 %)

Ausnahmen gab es in Guiyang, China (38 % Resistenz gegen Amoxicillin) und Südkorea (12 % Resistenz gegen Tetracyclin), aber diese waren lokal begrenzt.

Doppel- und Mehrfachresistenz

Eine Doppelresistenz (gegen zwei Antibiotika) trat bei 28 % (95 % KI: 21–36 %) der Proben auf und stieg im Laufe der Zeit:

  • Vor 2005: 12 % (95 % KI: 0–24 %)
  • 2005–2015: 28 % (95 % KI: 19–38 %)
  • Nach 2015: 38 % (95 % KI: 28–48 %)

In China war die Doppelresistenz höher (35 %, 95 % KI: 25–44 %) als in anderen Regionen (14 %, 95 % KI: 7–21 %). Eine Mehrfachresistenz (gegen drei oder mehr Antibiotika) lag im Durchschnitt bei 10 % (95 % KI: 7–14 %), ohne signifikante zeitliche Veränderungen.

Regionale Unterschiede und methodische Herausforderungen

Die Ergebnisse variierten stark zwischen den Regionen, was auf Unterschiede im Antibiotikagebrauch und in den Diagnosemethoden zurückzuführen ist. In China, wo Antibiotika häufig verwendet werden, waren die Resistenzraten höher. In Taiwan und Japan, wo der Einsatz von Antibiotika strenger kontrolliert wird, waren die Raten niedriger. Die Methode zur Messung der Resistenz führte ebenfalls zu Unterschieden, besonders bei Clarithromycin.

Was bedeutet das für die Behandlung?

  1. Metronidazol und Clarithromycin: Da die Resistenz in vielen Regionen über 20 % liegt, sind diese Antibiotika oft nicht mehr wirksam. Neue Richtlinien empfehlen Tests zur Bestimmung der Resistenz oder eine Kombinationstherapie mit Bismut in Regionen mit hoher Resistenz.
  2. Alternative Antibiotika: Amoxicillin, Tetracyclin und Furazolidon bleiben aufgrund ihrer geringen Resistenz eine Option, aber lokale Überwachung ist wichtig.
  3. Vorsicht bei Levofloxacin: Obwohl die Resistenz hoch ist, wird Levofloxacin bei Kindern wegen möglicher Nebenwirkungen nicht empfohlen. Es sollte nur in Ausnahmefällen verwendet werden.
  4. Doppel- und Mehrfachresistenz: Die steigende Doppelresistenz erfordert Kombinationstherapien und Tests, um sicherzustellen, dass die Behandlung wirksam ist.

Einschränkungen und zukünftige Forschung

Die Studie hat einige Schwächen, wie die starken regionalen Unterschiede und die verschiedenen Diagnosemethoden. Es gibt nur wenige Studien aus Japan und Südkorea nach 2015, was die Vergleichbarkeit erschwert. Zukünftige Forschung sollte sich auf langfristige Überwachung, standardisierte Testmethoden und die Übertragung innerhalb von Familien konzentrieren.

Fazit

Diese Übersichtsarbeit zeigt alarmierende Resistenzraten gegen Metronidazol und Clarithromycin bei H. pylori bei Kindern und Jugendlichen in Ostasien, besonders in China. Die hohe Doppelresistenz erschwert die Behandlung und unterstreicht die Notwendigkeit von regional angepassten Richtlinien und einem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika. Eine bessere Überwachung und familienbasierte Behandlungsstrategien könnten helfen, die Ausbreitung der Infektion zu stoppen und das Risiko für H. pylori-bedingte Krankheiten zu verringern.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002884
For educational purposes only.

Schreibe einen Kommentar 0

Your email address will not be published. Required fields are marked *